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Di, 12:57 Uhr
16.07.2013

Gemeinsam gegen Katastrophen

Bereits zum zweiten Mal innerhalb von elf Jahren haben „Jahrhunderthochwasser“ zahlreiche Bildungs- und Kultureinrichtungen bedroht. In diesem Jahr mussten Archive, Bibliotheken und Museen in ihren Beständen ebenso wie schon 2002 massenhaft „gewässertes“ Schriftgut bewältigen. In Nordhausen will man auf diese "Ausnahmezustand" vorbereitet sein...

Haben unterschrieben (Foto: P. Grabe|Stadtverwaltung Nordhausen) Haben unterschrieben (Foto: P. Grabe|Stadtverwaltung Nordhausen)
Haben unterschrieben - von links: Jochen Einenckel, Michael Bornschein, Dr. Klaus Zeh, Birgit Keller, Dr. Jens-Christian Wagner

Auch andere Großkatastrophen wie etwa der Einsturz des Kölner Stadtarchivs im Jahr 2009 oder der Brand der Weimarer Anna-Amalia-Bibliothek von 2004 verursachten in den vergangenen Jahren empfindliche Verluste von Dokumenten. Zudem sind Sammlungsbestände stets durch „kleine Katastrophen“ wie Kabelbrände, Wassereinbrüche, feuchte Wände und Schimmel gefährdet.

Seit Sommer 2012 gibt es eine Initiative zur Gründung eines Nordhäuser Notfallverbunds, dessen Arbeit und Gründung heute per Unterschrift vertraglich fixiert wurde. Zur rechtzeitigen, unaufgeregten und gemeinschaftlichen Vorbereitung auf zukünftige Notfälle werden sich die beteiligten Nordhäuser Kulturbewahrer nach dem Beispiel zahlreicher deutscher Archive, Bibliotheken und Museen gemeinsam gegen „Feuer, Wasser, Krieg und andere Katastrophen“ wappnen, um das ihnen anvertraute Kulturgut langfristig angemessener und sicherer zu bewahren. Zusammengefunden haben sich bisher:
  • der Landkreis Nordhausen (Kreisarchiv),
  • die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora (KZ-Gedenkstätte Mittelbau Dora),
  • die Nordbrand Nordhausen GmbH (Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei, Archiv),
  • der Evangelischer Kirchenkreis Südharz (Kirchenkreisarchiv Niedergebra),
  • die Stadt Nordhausen (für: Stadtarchiv, Stadtbibliothek, Museumsdepot, Flohburg Tabakspeicher, Kunsthaus Meyenburg, Amt für Brandschutz).
Das engagierte Interesse der beteiligten MitarbeiterInnen und der Impuls aus einem vom Stadtarchiv im vergangenen Jahr durchgeführten Förderprojekt der Berliner „Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes“ bilden seit August 2012 eine tragfähige Grundlage. Mehrere gemeinsame Arbeitstreffen, eine Studienexkursion zum bereits seit 2007 funktionierenden Weimarer Notfallverbund und ein Fortbildungsseminar im vergangenen Dezember schlossen sich an.

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Im Kern soll kein neuer Bürokratismus, sondern eine sich regelmäßig beratende Arbeitsgruppe von MitarbeiterInnen entstehen, die sich über Notfallpläne abstimmt, Handlungsabläufe testet und Prioritäten empfiehlt. Sie soll ausloten, wer welchen Beitrag (nicht) leisten kann und wer welche Maßnahmen bereitstellen kann – beispielsweise Ausweichräume zur Bergung von Sammlungsgut, Notfallcontainer, Schutzkartonagen, Gefrierschränke für durchnässte Archivalien usw. In der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und im Stadtarchiv Nordhausen stehen bereits die ersten Notfallcontainer bereit.

Zudem stehen auch die Fortbildung der MitarbeiterInnen im Bereich der Bestandserhaltung, ein gemeinsamer Austausch von Kontaktdaten sowie das gegenseitige Kennenlernen der jeweils anderen Häuser im Mittelpunkt.
Autor: red

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Kommentare
Nörgler
16.07.2013, 18:08 Uhr
Notfallverbund?
Wie will man sich auf die im Text beschriebenen Katastrophen vorbereiten? Es gibt doch ein Thüringer- Brand- u. Katastrophenschutz Gesetz wo alles geregelt ist.
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