Sa, 07:34 Uhr
06.07.2013
Planungen und Bedenken
Die geplante Biomethan-Anlage könnte ab Frühjahr kommenden Jahres gebaut werden. Nach einem Probebetrieb würde sie im Dezember 2014 ans Netz gehen, hieß es auf der Informationsveranstaltung gestern in Bielen. Sandra Witzel saß für die nnz im Publikum...
Die Energieversorgung Nordhausen (EVN) und Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh hatten zu einer Informationsveranstaltung ins Bielener Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. Auf der Bürgerversammlung wurde über die Errichtung der Anlage, den Projektstand und den geplanten Betrieb berichtet.
Zum jetzigen Zeitpunkt wurden noch nicht alle Genehmigungen eingeholt, berichtete der Oberbürgermeister. Allen Beteiligten steht nach der öffentlichen Auslegung des Planungsverfahrens der juristische Weg noch offen. Trotzdem bemühen sich die Stadtverwaltung und die Leitung der EVN, die Bürgerinnen und Bürger von ihrer Idee zu überzeugen.
Hauptdiskussionspunkt ist und bleibt die Standortfrage. Im Industriegebiet Goldene Aue fehlt die Mitteldruckleitung, um das Gas zu transportieren, erläuterte Joachim Kübel, Projektleiter der EVN. Auch in Nentzelsrode ist eine solche Leitung nicht vorhanden, erklärte Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh. Es geht nur im Gewerbegebiet in Bielen. Als Rohstoffe werden für die Biomethan-Anlage Mais, Schlempe und Zuckerrüben benötigt, die natürlich transportiert werden müssen.
71 Fahrzeuge pro Tag wurden für die Maisernte, die rund drei Wochen dauert, eingeplant. Die Schlempe, ein Rückstand der Destillation, soll mit zwei Fahrzeugen pro Tag transportiert werden. Für die Zuckerrüben, die ab November sieben Wochen lang geerntet werden, benötigen die landwirtschaftlichen Betriebe fünf Fahrzeuge pro Tag.
Viel Verkehr, der aber nicht die Alte Leipziger Straße belasten soll. Die Fahrzeuge werden entsprechend der Planung oberhalb des BIC Nordthüringen die Rohstoffe anliefern. Dies wird jährlich von einem Umweltgutachter und alle zwei Jahre vom Landratsamt überprüft. Abweichungen der Verkehrsströme würden ein Genehmigungsverfahren nach sich ziehen, sagte Martin Juckeland von der Projektgruppe der Stadt Nordhausen.
Alle bisherigen Gutachten waren positiv, die Unterlagen werden für das Landesverwaltungsamt vorbereitet, erfuhren die über 70 Anwesenden. Unabhängige Berater hatten ein Geruchsemissionsgutachten, ein Explosionsschutzdokument und ein Flora-Fauna-Habitat Gutachten erstellt, die keine Beeinträchtigungen erwarten lassen.
Keine Gefahr für Leib, Leben und angrenzende Grundstücke, attestierte auch Rolf Göppel, Geschäftsführer der EVN, der Anlage. Immer wieder wurden in der Diskussion Bedenken zur Sicherheit der Anlage geäußert. Bei allen Störfällen, wie zum Beispiel kürzlich im Landkreis Görlitz, wird Ursachenforschung betrieben, berichtet Göppel.
Insgesamt sollen 10,9 Millionen Euro in den Bau der Biomethan-Anlage investiert werden. Die Zulieferverträge sind auf 20 Jahre ausgelegt, sagte der EVN Geschäftsführer. Es gibt mehr Anmeldungen von Unternehmen die Rohstoffe liefern möchten, als gebraucht wird.
Die Gefahren einer Monokulturlandwirtschaft sieht auch Steffen Meyer, von der Projektgruppe der Stadt Nordhausen, nicht. Bauernverbände sehen im Maisanbau eher einen Vorteil in der wechselnden Fruchtfolge auf den Feldern.
Nach der Offenlegung der Planungen können innerhalb von vier Wochen die Bürgerinnen und Bürger ihre Bedenken schriftlich äußern. Der Auslegungszeitraum wird voraussichtlich Anfang Oktober sein und rechtzeitig bekannt gegeben, verspricht Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh. Ja, wir brauchen die Energie und sind abhängig von ihr, deshalb ist es sinnvoll diese Anlage zu bauen, sagte er abschließend.
Sandra Witzel
Autor: redDie Energieversorgung Nordhausen (EVN) und Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh hatten zu einer Informationsveranstaltung ins Bielener Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. Auf der Bürgerversammlung wurde über die Errichtung der Anlage, den Projektstand und den geplanten Betrieb berichtet.
Zum jetzigen Zeitpunkt wurden noch nicht alle Genehmigungen eingeholt, berichtete der Oberbürgermeister. Allen Beteiligten steht nach der öffentlichen Auslegung des Planungsverfahrens der juristische Weg noch offen. Trotzdem bemühen sich die Stadtverwaltung und die Leitung der EVN, die Bürgerinnen und Bürger von ihrer Idee zu überzeugen.
Hauptdiskussionspunkt ist und bleibt die Standortfrage. Im Industriegebiet Goldene Aue fehlt die Mitteldruckleitung, um das Gas zu transportieren, erläuterte Joachim Kübel, Projektleiter der EVN. Auch in Nentzelsrode ist eine solche Leitung nicht vorhanden, erklärte Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh. Es geht nur im Gewerbegebiet in Bielen. Als Rohstoffe werden für die Biomethan-Anlage Mais, Schlempe und Zuckerrüben benötigt, die natürlich transportiert werden müssen.
71 Fahrzeuge pro Tag wurden für die Maisernte, die rund drei Wochen dauert, eingeplant. Die Schlempe, ein Rückstand der Destillation, soll mit zwei Fahrzeugen pro Tag transportiert werden. Für die Zuckerrüben, die ab November sieben Wochen lang geerntet werden, benötigen die landwirtschaftlichen Betriebe fünf Fahrzeuge pro Tag.
Viel Verkehr, der aber nicht die Alte Leipziger Straße belasten soll. Die Fahrzeuge werden entsprechend der Planung oberhalb des BIC Nordthüringen die Rohstoffe anliefern. Dies wird jährlich von einem Umweltgutachter und alle zwei Jahre vom Landratsamt überprüft. Abweichungen der Verkehrsströme würden ein Genehmigungsverfahren nach sich ziehen, sagte Martin Juckeland von der Projektgruppe der Stadt Nordhausen.
Alle bisherigen Gutachten waren positiv, die Unterlagen werden für das Landesverwaltungsamt vorbereitet, erfuhren die über 70 Anwesenden. Unabhängige Berater hatten ein Geruchsemissionsgutachten, ein Explosionsschutzdokument und ein Flora-Fauna-Habitat Gutachten erstellt, die keine Beeinträchtigungen erwarten lassen.
Keine Gefahr für Leib, Leben und angrenzende Grundstücke, attestierte auch Rolf Göppel, Geschäftsführer der EVN, der Anlage. Immer wieder wurden in der Diskussion Bedenken zur Sicherheit der Anlage geäußert. Bei allen Störfällen, wie zum Beispiel kürzlich im Landkreis Görlitz, wird Ursachenforschung betrieben, berichtet Göppel.
Insgesamt sollen 10,9 Millionen Euro in den Bau der Biomethan-Anlage investiert werden. Die Zulieferverträge sind auf 20 Jahre ausgelegt, sagte der EVN Geschäftsführer. Es gibt mehr Anmeldungen von Unternehmen die Rohstoffe liefern möchten, als gebraucht wird.
Die Gefahren einer Monokulturlandwirtschaft sieht auch Steffen Meyer, von der Projektgruppe der Stadt Nordhausen, nicht. Bauernverbände sehen im Maisanbau eher einen Vorteil in der wechselnden Fruchtfolge auf den Feldern.
Nach der Offenlegung der Planungen können innerhalb von vier Wochen die Bürgerinnen und Bürger ihre Bedenken schriftlich äußern. Der Auslegungszeitraum wird voraussichtlich Anfang Oktober sein und rechtzeitig bekannt gegeben, verspricht Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh. Ja, wir brauchen die Energie und sind abhängig von ihr, deshalb ist es sinnvoll diese Anlage zu bauen, sagte er abschließend.
Sandra Witzel


