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Do, 13:11 Uhr
05.04.2001

Bleicherode atmet auf: Deusa ist gerettet

Bleicherode (nnz). Es waren aufregende Stunden, die sich heute im Büro von Insolvenzverwalter Carsten Bloss in Erfurt abspielten. Noch am frühen Morgen war nicht klar, ob der Verkauf über die Bühne gehen konnte. Die Zusagen von zwei Gläubigern standen aus. Dann kurz nach 12 Uhr die erwarteten Anrufe und Faxe.
Mit dem Verkauf der Gesamtanlage, des Grundstückseigentums und des dazugehörigen Bergwerkseigentums geht das laufende Insolvenzverfahren nicht nur einem positiven Ende entgegen, das Wichtigste machte Bloß für einen Verkauf zur Bedingung: Den Erhalt der 103 Arbeitsplätze. Bloß hat dieses Ziel erreicht. Diese Leistung sollte man anerkennen, obwohl vor allem Landespolitiker mal offen, mal verdeckt Front gegen die Strategie von Carsten Bloß machten.
Die Deusa wird an ein Tochterunternehmen der "Siem Industries" verkauft. Der Käufer habe zugesichert, sich langfristig in Bleicherode zu engagieren. Das sei auch das Ergebnis der Untersuchungen von Wirtschaftsprüfern vor Ort in den zurückliegenden Wochen. Bloß verbindet den erfolgreichen Abschluß der Verhandlungen mit der Hoffnung, daß in Bleicherode die Arbeitsplätze nicht nur gehalten, sondern auch ausgebaut werden können. Dazu müssen jetzt umfangreiche Investitionen ausgelöst werden, die in ihrer finanziellen Höhe den Kaufpreis um eine Vielfaches übersteigen werden.
Ausgebootet wurde beim Übernahmenpoker die Possehl Erzkontor GmbH aus Lübeck. Das Unternehmen fand beim Hauptgläubiger, der Deutschen Verkehrsbank, keine Lobby, obwohl die Lübecker nach nnz-Recherchen ein gleichwertiges Angebot abgegeben hatten. Kurzfristig soll jetzt der Kaufvertrag abgeschlossen werden, um die dringend notwendigen Investitionen in Bleicherode durch die Auffanggesellschaft durchführen zu lassen.
Mit dem heutigen Tag geht ein dreimonatiges Hoffen und Bangen in Bleicherode zu Ende. Eine Region wird aufatmen, sie hätte das Wegbrechen des größten Arbeitgebers so schnell nicht verkraften können. Die ehemalige Geschäftsleitung der Deusa hatte am 10. Januar den Antrag auf Insolvenz gestellt.
Autor: nnz

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