Do, 14:28 Uhr
01.04.2004
Schwarzer Freitag
Nordhausen (nnz). Nicht nur Freitag der 13. ist kritisch, sondern jeder Freitag. Da passieren nämlich die meisten Verkehrsunfälle. Günther Lierhammer, Leiter der Polizeidirektion Nordhausen, stellte heute die Verkehrsunfallstatistik vor.
Statistisch gesehen nimmt die Polizei alle 49 Minuten einen Verkehrsunfall auf, also rund 30 Unfälle täglich. Alle vier Stunden verunglückt ein Mensch, jede Woche kommt einer ums Leben.
Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 2.254.613 Verkehrsunfälle, 63.339 davon in Thüringen und 10.612 in der Polizeidirektion Nordhausen polizeilich erfaßt. Das sind 398 oder 3,6 % weniger als im Vorjahr. Davon waren 1.706 Unfälle mit Personenschäden, 15 mehr als 2003. Es gab 45 Unfälle in deren Folge 50 Menschen getötet wurden, immerhin vier weniger. Die Zahl der Schwerverletzen sank um 37 %, während die der Leichtverletzten genau um die selbe Punktzahl stieg, denn die Summe aller betrug 2003 wie 2002 2.262 Personen. Der Grund dafür sei in der besseren Sicherheitsausstattung der Fahrzeuge zu sehen, so Polizeidirektor Günther Lierhammer.
Während die Unfälle mit Personenschaden in Thüringen um 0,8 % sanken, stiegen sie in der PD Nordhausen um 0,9 %. Die Zahl der Toten stieg thüringenweit um 11,3 %, sank in Nordhausen aber erfreulicherweise um 7,4 %.
Die größten Verkehrsrowdies sind nach wie vor die jungen Fahrer von 18-25 Jahren. Ihr Anteil an Unfällen beträgt 32,4 %, an der Gesamtbevölkerung jedoch nur 9 %. Besonders das Fahren unter Einfluß von Drogen hat in dieser Altersgruppe erschreckend zugenommen. Alkoholfahrten und unangepaßte Geschwindigkeit sind weitere Gründe. Neben mangelnder Fahrpraxis zeichnet besonders die jungen Männer eine erhöhte Risikobereitschaft sowie der bestehende Gruppendruck und daraus resultierendes Imponiergehabe aus. Hier versucht die Polizeidirektion auch in diesem Jahr mit vielfältigen Aktionen entgegenzuwirken. An Berufsschulen, Diskotheken und Jugendklubs werden Aktionstage durchgeführt. Die Jugendlichen können dabei unter anderem am Fahrsimulator eine Alkoholfahrt probieren und werden über ihr herabgesetztes Reaktionsvermögen entsetzt sein. Der "Safety-Check" für junge Leute mit alten Autos wird in Zusammenarbeit mit der DEKRA angeboten.
Auf dem Weg zur Schule verunglückten 2003 thüringenweit 104 Kinder unter 16 Jahren. Davon passierten 17 Unfälle mit 18 Verletzten im Bereich der Polizeidirektion Nordhausen. 17 Schüler haben diesen selbst verursacht.
An 2.255 Verkehrsunfällen waren 153 Fahrer von Güterkraftfahrzeugen und 5 Busfahrer beteiligt. Nur 2 Personen verunglückten in den Bussen, 88 in den LKW, darunter ein Toter.
Da Motorradfahren wieder im Trend liegt, nahm auch die Zahl der Verunglückten zu. Drei Motorradfahrer starben, 88 wurden schwer verletzt, 82 leicht. Unter Einbeziehung der verunglückten Mitfahrer wurden 193 (2002: +27) Personen verletzt oder getötet. Eine beliebte Strecke ist die kurvenreiche Abfahrt vom Kyffhäuser. Trotz neuer Hinweisschilder, doppelter Leitplanken und aufgerauhtem Straßenbelag kann den Zweirädern das Fahren mit einer angepaßten Geschwindigkeit nicht abgenommen werden. Informationsveranstaltungen für die Motorradfahrer werden 2004 wieder an solchen Unfallschwerpunkten stattfinden.
Auch die Zweiräder ohne Motor legen in der Unfallstatistik zu, da sich Radfahren immer größerer Beliebtheit erfreut. 269 Menschen wurden verletzt, darunter sind 110 Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren. Davon starben drei Radler.
Unverständlich ist, daß sich bei nahezu jedem sechsten Verkehrsunfall ein Beteiligter vom Unfallort entfernte. Die Zahl ist mit 129 statt 147 im Vorjahr bei Unfällen mit Personenschäden leicht rückläufig. Rund 50 % aller Unfallfluchten werden aufgeklärt. Diese Quote stieg im Vergleich leicht an.
Neben präventiven Maßnahmen gegen das Rasen, die Trunkenheits- und Drogenfahrten, wird gegen Verkehrssünder hart durchgegriffen. Ohne die Durchführung von Kontrollen mit entsprechenden Bußgeldern oder dem Entzug des Führerscheins hätten die besten Vorbeugemaßnahmen wenig Sinn, meint Lierhammer. An Unfallschwerpunkten, vor allem außerhalb der Ortschaften, werden stationäre Geschwindigkeitskontrollen, sogenannte Starenkästen, aufgestellt. Das sei, so der Polizeidirektor, keine Wegelagerei, da die Geräte sichtbar installiert werden und nicht aus einem Versteck heraus blitzen.
Damit schon die Jüngsten das richtige Verhalten im Straßenverkehr lernen, wurden 4.222 Stunden Verkehrsunterricht geleistet.
Auch für Erwachsene finden Kurse an der Volkshochschule statt.
Statistisch betrachtet zuhause bleiben sollte man am Freitag, wo die meisten Unfälle geschehen, mit den meisten Toten (16, im Vergleich zum Montag mit nur 2), sowie täglich im Berufsverkehr von 15.00-18.00 Uhr.
Autor: wf
Statistisch gesehen nimmt die Polizei alle 49 Minuten einen Verkehrsunfall auf, also rund 30 Unfälle täglich. Alle vier Stunden verunglückt ein Mensch, jede Woche kommt einer ums Leben. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 2.254.613 Verkehrsunfälle, 63.339 davon in Thüringen und 10.612 in der Polizeidirektion Nordhausen polizeilich erfaßt. Das sind 398 oder 3,6 % weniger als im Vorjahr. Davon waren 1.706 Unfälle mit Personenschäden, 15 mehr als 2003. Es gab 45 Unfälle in deren Folge 50 Menschen getötet wurden, immerhin vier weniger. Die Zahl der Schwerverletzen sank um 37 %, während die der Leichtverletzten genau um die selbe Punktzahl stieg, denn die Summe aller betrug 2003 wie 2002 2.262 Personen. Der Grund dafür sei in der besseren Sicherheitsausstattung der Fahrzeuge zu sehen, so Polizeidirektor Günther Lierhammer.
Während die Unfälle mit Personenschaden in Thüringen um 0,8 % sanken, stiegen sie in der PD Nordhausen um 0,9 %. Die Zahl der Toten stieg thüringenweit um 11,3 %, sank in Nordhausen aber erfreulicherweise um 7,4 %.
Die größten Verkehrsrowdies sind nach wie vor die jungen Fahrer von 18-25 Jahren. Ihr Anteil an Unfällen beträgt 32,4 %, an der Gesamtbevölkerung jedoch nur 9 %. Besonders das Fahren unter Einfluß von Drogen hat in dieser Altersgruppe erschreckend zugenommen. Alkoholfahrten und unangepaßte Geschwindigkeit sind weitere Gründe. Neben mangelnder Fahrpraxis zeichnet besonders die jungen Männer eine erhöhte Risikobereitschaft sowie der bestehende Gruppendruck und daraus resultierendes Imponiergehabe aus. Hier versucht die Polizeidirektion auch in diesem Jahr mit vielfältigen Aktionen entgegenzuwirken. An Berufsschulen, Diskotheken und Jugendklubs werden Aktionstage durchgeführt. Die Jugendlichen können dabei unter anderem am Fahrsimulator eine Alkoholfahrt probieren und werden über ihr herabgesetztes Reaktionsvermögen entsetzt sein. Der "Safety-Check" für junge Leute mit alten Autos wird in Zusammenarbeit mit der DEKRA angeboten.
Auf dem Weg zur Schule verunglückten 2003 thüringenweit 104 Kinder unter 16 Jahren. Davon passierten 17 Unfälle mit 18 Verletzten im Bereich der Polizeidirektion Nordhausen. 17 Schüler haben diesen selbst verursacht.
An 2.255 Verkehrsunfällen waren 153 Fahrer von Güterkraftfahrzeugen und 5 Busfahrer beteiligt. Nur 2 Personen verunglückten in den Bussen, 88 in den LKW, darunter ein Toter.
Da Motorradfahren wieder im Trend liegt, nahm auch die Zahl der Verunglückten zu. Drei Motorradfahrer starben, 88 wurden schwer verletzt, 82 leicht. Unter Einbeziehung der verunglückten Mitfahrer wurden 193 (2002: +27) Personen verletzt oder getötet. Eine beliebte Strecke ist die kurvenreiche Abfahrt vom Kyffhäuser. Trotz neuer Hinweisschilder, doppelter Leitplanken und aufgerauhtem Straßenbelag kann den Zweirädern das Fahren mit einer angepaßten Geschwindigkeit nicht abgenommen werden. Informationsveranstaltungen für die Motorradfahrer werden 2004 wieder an solchen Unfallschwerpunkten stattfinden.
Auch die Zweiräder ohne Motor legen in der Unfallstatistik zu, da sich Radfahren immer größerer Beliebtheit erfreut. 269 Menschen wurden verletzt, darunter sind 110 Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren. Davon starben drei Radler.
Unverständlich ist, daß sich bei nahezu jedem sechsten Verkehrsunfall ein Beteiligter vom Unfallort entfernte. Die Zahl ist mit 129 statt 147 im Vorjahr bei Unfällen mit Personenschäden leicht rückläufig. Rund 50 % aller Unfallfluchten werden aufgeklärt. Diese Quote stieg im Vergleich leicht an.
Neben präventiven Maßnahmen gegen das Rasen, die Trunkenheits- und Drogenfahrten, wird gegen Verkehrssünder hart durchgegriffen. Ohne die Durchführung von Kontrollen mit entsprechenden Bußgeldern oder dem Entzug des Führerscheins hätten die besten Vorbeugemaßnahmen wenig Sinn, meint Lierhammer. An Unfallschwerpunkten, vor allem außerhalb der Ortschaften, werden stationäre Geschwindigkeitskontrollen, sogenannte Starenkästen, aufgestellt. Das sei, so der Polizeidirektor, keine Wegelagerei, da die Geräte sichtbar installiert werden und nicht aus einem Versteck heraus blitzen. Damit schon die Jüngsten das richtige Verhalten im Straßenverkehr lernen, wurden 4.222 Stunden Verkehrsunterricht geleistet.
Auch für Erwachsene finden Kurse an der Volkshochschule statt.
Statistisch betrachtet zuhause bleiben sollte man am Freitag, wo die meisten Unfälle geschehen, mit den meisten Toten (16, im Vergleich zum Montag mit nur 2), sowie täglich im Berufsverkehr von 15.00-18.00 Uhr.


