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So, 08:41 Uhr
09.06.2013

Chemie-Ass holt Bronze

Wie salzig ist ein Zwieback? Wenn sich Chemie-Olympioniken diese Frage stellen, ist es mit bloßem Abbeißen nicht getan. Vom 4. bis 7. Juni gingen die Finalisten der Chemie-Olympiade „Chemie – die stimmt!“ an der Fachhochschule Merseburg dieser Frage genauer nach. Mit dabei auch Henry Lindner vom Schiller-Gymnasium in Bleicherode...


Henry Lindner (Foto: Sabine Bandemer) Henry Lindner (Foto: Sabine Bandemer) Der Wettbewerb wird vom Förderverein Chemie-Olympiade durchgeführt und finanziell vom Fonds der Chemischen Industrie und den Kultusministerien getragen. Die Schüler der neunten und zehnten Klassen hatten sich in einem mehrstufigen Bewerbungsverfahren für die Teilnahme an der Finalrunde qualifiziert und sich damit gegenüber 1400 weiteren Mitbewerbern aus den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen durchgesetzt.

In Merseburg wurden sowohl die theoretischen als auch die praktischen Fertigkeiten der Chemie-Asse auf die Probe gestellt. Erst grübelten die Schüler in einer 4-stündigen Klausur über kniffligen Aufgaben, zum Beispiel zu neuen Verwendungsmöglichkeiten des Metalls Lithium oder zu verschiedenen Syntheseverfahren medizinischer Wirkstoffe.

Anschließend sollte in einem Laborpraktikum der Kochsalzgehalt in handelsüblichem Zwieback bestimmt werden. Dabei wurde ein als „Rücktitration“ bezeichnetes Verfahren angewendet, bei dem das Kochsalz im Zwieback mit einem Silbersalz quasi aufgewogen wurde. Neue Erkenntnisse über Zwieback brachten diese Versuche natürlich nicht. Die Nachwuchschemiker waren dennoch begeistert dabei.

In kleinen Teams bestehend aus einem Sachsen, einem Sachsen-Anhaltiner und einem Thüringer konnten sie das mühsam erworbene Wissen endlich in die Tat umsetzen. Obwohl viele Schüler erstmals mit komplizierten Laborgeräten arbeiteten, lösten alle Teilnehmer die gestellten Aufgaben mit Bravur. Der Salzgehalt im Zwieback – das sind etwa 65 Milligramm je Stück – wurde von allen Arbeitsgruppen mehr oder weniger exakt bestätigt.

Der Chemie-Wettbewerb soll die Teilnehmer nicht nur auf die Probe stellen. Viel wichtiger ist es, dass die naturwissenschaftlich-interessierten Schüler Kontakt zu Gleichgesinnten finden. Neben den Prüfungen gab es darum auch den gemeinsamen Besuch des Deutschen Chemie-Museums, einen erleuchtenden Vortrag über die „Chemische Elementeküche im Weltall“ im Planetarium Merseburg, sowie ein nervenaufreibendes Volleyball-Turnier.

Für die Organisation eines so umfangreichen Wettbewerbs bedarf es einer großen Zahl motivierter Freiwilliger. Einer der fleißigsten Helfer ist der Schmalkaldener Frank Hermann. Der Lehrer vom Philip-Melanchthon-Gymnasium organisiert die Olympiade „Chemkids“ für Viert- bis Achtklässler, die genauso wie „Chemie – die stimmt!“ vom Förderverein Chemie-Olympiade getragen wird. Im Rahmen einer feierlichen Abschlussveranstaltung wurde Frank Hermann in Merseburg mit dem Preis der Mitteldeutschen Chemie für Verdienste um Schülerwettbewerbe ausgezeichnet, der vom Fonds der Chemischen Industrie gestiftet wird. Zur Erholung von den Mühen wird er eine entspannte Woche an der Ostsee verbringen.

Das Team Thüringen (Foto: Sabine Bandemer) Das Team Thüringen (Foto: Sabine Bandemer)

Der Wettbewerb endete am Freitag mit der heiß ersehnten Siegerehrung. Die Neuntklässler Paul Rathke und Alexander Allin, beide vom Albert-Schweitzer-Gymnasium Erfurt, erzielten die besten Ergebnisse in den Klausuren und belegten damit den 1. und 2. Platz in der Kategorie "Theorie". Einen sehr beachtlichen siebten Platz konnte sich Bleicheroder Henry Lindner sichern. Der Zehntklässler ist in seiner Klassenstufe damit nicht nur Drittbester Thüringer, sondern gesellt sich auch zur Elite Mitteldeutschlands.

Sebastian Reinke, Henry Lindner, Jacob Horak (Foto: Sabine Bandemer) Sebastian Reinke, Henry Lindner, Jacob Horak (Foto: Sabine Bandemer)

Diese Einzelleistung kann gar nicht genug gewürdigt werden, wird doch die Chemie-Olympiad traditionell von den Schülern der Spezialgymnasien dominiert. Dass Henry auch den Umgang mit den Reagengläsern beherrscht, hat er im der Kategorie "Praxis" bewiesen. Hier erzielte er mit dem Gewinn der Bronze-Medaille sogar einen Treppchenplatz. Er und sein Team überzeugten die Jury nicht nur durch besonders genaues Arbeiten im Labor sondern auch mit einer hervorragenden Präsentation ihrer Ergebnisse.

Der Rektor der Fachhochschule Merseburg, Prof. Dr. Kirbs, überreichte den Gewinnern neben den Siegerurkunden wertvolle Preise – selbstverständlich dicke Fachbücher der Chemie! Ob Sieger oder nicht, alle Teilnehmer waren sich einig, dass sie auch im nächsten Jahr wieder am Wettbewerb teilnehmen wollen. Für Henry war es dieses Jahr leider die zweite und letzte Beteiligung. Zumindest den Neuntklässlern kann dieser Wunsch jedoch erfüllt werden! Der Einsendeschluss für die Lösungen der ersten Stufe des Wettbewerbs ist der 30. November 2013. Die Aufgaben sind ab September unter der Adresse www.chemie-die-stimmt.de zu finden.
Autor: red

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