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So, 00:40 Uhr
02.06.2013

Exotisches in Sondershausen

Am gestrigen Samstag erfolgte die Eröffnung der Ausstellung „Wie die Südsee nach Sondershausen kam – 111 Jahre Sammlung Paula David“, die selbst im Ausland Beachtung findet und nicht versäumt werden sollte. Nicht nur die neuen Ausstellungsstücke waren exotisch

Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Christa Hirschler, Museumsleiterin des Schlossmuseums, hatte mit dem Duo Viviana & Mana eine sicher sehr überraschende Performance zur Ausstellungseröffnung parat. Schon der Ruf, bitte die Plätze einzunehmen erfolgte sehr exotisch geblasen auf einer Muschel. Mit einem hawaiianischen Tanz ging es weiter.

111 Jahre nach ihrer Stiftung und mehr als 60 Jahre nach ihrem Abtransport ist die Südsee-Sammlung Paula Davids nach Sondershausen zurückgekehrt. Mit der nun eröffneten Sonderausstellung, die die ethnographischen Sammlungsstücke in ihrem historischen Kontext präsentiert, besinnt sich das Schlossmuseum Sondershausen zugleich auf seine mehr als einhundertjährigen Wurzeln und erinnert an eine bemerkenswerte Frau, die einst die Südsee nach Sondershausen brachte.

Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Und das Thema interessierte. Das Interesse war nicht nur bei der Bevölkerung groß, sondern auch zahlreiche Gäste kamen von außerhalb, so von der Deutsch-pazifischen Gesellschaft. Per E-Mail güßte der Konsul von Samoa. Eine Ausstellung dieser Art öffentlich zählt zu den Besonderheiten, nicht nur in Deutschland.


Die Begrüßung der Gäste erfolgte durch Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU). Er gab einen Abriss der Geschehnisse um Paula David. Als Tochter eines jüdischen Fleischermeisters in Sondershausen geboren und in der überschaubaren Welt der fürstlich-schwarzburgischen Residenzstadt aufgewachsen, wanderte sie schon als junge Frau nach Auckland (Neuseeland) aus, wo sie im Jahre 1887 die Gattin des Kaufmanns Moses David (1828-1906) wurde. An seiner Seite verbrachte sie zehn Jahre auf den Südsee-Inseln Tonga und Samoa, bevor sie sich 1897 mit ihrer Familie in Sydney (Australien) niederließ. Anlässlich eines Besuches im Jahre 1902 übergab sie der Stadt Sondershausen eine mehr als 300 Exponate umfassende ethnographische Sammlung von Waffen, Textilien, Werkzeug und Schmuck verschiedener südpazifischer Inselregionen, die - dem ausdrücklichen Wunsch der Stifterin entsprechend - den erst wenige Monate zuvor gegründeten "Städtischen Sammlungen" einverleibt wurden.

Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Es ware eine spannende Einführung die Dr. Marion Melk-Koch (re.), Kustodin am Grassi Museum für Völkerkunde zu Leipzig, hier mit Bettina Bärninghausen , Mitarbeiterin des Schlossmuseums Sondershausen (wesentlich am Aufbau der Ausstellung beteiligt, gab.

Erst durch Recherchen zur Sondershäuser Museumsgeschichte und zur Biographie Paula Davids, deren in der Mitchell Library in Sydney vor einigen Jahren wieder entdecktes Tagebuchmanuskript die Aufmerksamkeit von Forschern in Deutschland und auf Neuseeland erregte, rückte auch ihre Sammlung ins Blickfeld der Ethnologen. In Zusammenarbeit mit dem Grassi Museum für Völkerkunde zu Leipzig ist es gelungen, den lückenhaft überlieferten und bisher von der Wissenschaft kaum wahrgenommenen historischen Sammlungsbestand zu rekonstruieren und für die Öffentlichkeit neu zu erschließen.

Selbst Experten waren überrascht, in welchem guten Zustand diese Ausstellungsstücke sind und, was fast verwundert, selbst in Ozeanien in dieser Form nicht mal mehr anzutreffen ist.

Unterstützt wurde das Projekt von der Sparkassen-Museumsstiftung für den Kyffhäuserkreis, dessen Geschäftsführer, Heinrich Groß-Klußmann, bei der Ausstellungseröffnung anwesend war.

Die Ausstellung ist zusehen in der Zeit vom 01. 06.2013 bis 22. 09.2013. Und diese Zeit sollte man nutzen, wieder
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr (am 08. 06. und 09. 06. 2013: 10 bis 18 Uhr).


Exotisches in Sondershausen

Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Exotisches in Sondershausen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

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