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Do, 17:11 Uhr
02.05.2013

Forum: Von der Politik mit Füßen getreten?

Der 1. Mai, die Politik und die Gewerkschaften, das sind die Kernthemen, denen sich ein Leser der nnz in einem Beitrag im Forum dieser Zeitung zuwendet...


Bevor ich mich dem 1. Mai als Kampftag zuwende, möchte ich erst einmal folgendes sagen. „ Die Bundesregierung verweigert seit Jahren den Kampf gegen Lohndumping“. Ja es ist wahr, Deutschland verstößt seit Jahren gegen die Sozialcharta. „ Die Regierung will sich dennoch nicht für das Recht auf ein angemessenes Arbeitsentgelt einsetzen.“ Das geht aus einer Stellungnahme des Arbeitsministeriums hervor. Nachzulesen SPIEGEL ONLINE 01. Mai 2013.

Für dieses Verhalten, wurde die Regierung im Jahr 2010 von der EU gerügt. Die Regierung sagt in ihre Antwort nicht, wie sie sich zu dieser Rüge Verhält. Sie verweist darauf hin, dass in Deutschland „Arbeitnehmer, die ihren bzw. den Lebensunterhalt ihrer Familie nicht durch Erwerbseinkommen bestreiten können, ergänzendes ALG II (Hartz-IV) erhalten und damit eine soziale Absicherung garantiert sei“. Was soll man von so einer Antwort halten? Wenn der Bundespräsident Herrn Hoeneß asozial nennt, dann frage ich mich, wie soll man dann unsere Regierung nennen?

Kommen wir nun zu den Gewerkschaften, hier muss ich eins vorweg nehmen Man sollte den DGB nicht mit den Einzelgewerkschaften, oder gar den so genannten „Christlichen“ Gewerkschaften gleichsetzen. Ich bin auch nicht unbedingt ein Freund von DGB-Chef und „SPD-Mitglied“ Herrn Sommer. Hier liegt der Hase im Pfeffer, die Einzelgewerkschaften vertreten nicht immer die Meinung des Dachverbands (DGB) mit seinem Vorsitzenden Herrn Sommer. In meinen Augen könnten wir den Dachverband abschaffen.

Da gibt es so einige Personen, die über die Gewerkschaften herziehen, sind aber in keiner Gewerkschaft organisiert. Im Gegenteil, sie rühmen sich damit, dass sie zum 1. Mai für einen Hungerlohn arbeiten gehen. Wer schon so weit ist, dem kann auch keine Gewerkschaft mehr helfen.

Ich kenne genug Leute die über die Gewerkschaften herziehen. Da heißt es, die wollen nur den Beitrag und machen tut sie nichts. Aber genau diese Leute sparen sich lieber den Beitrag und lassen sich dafür von ihren so genannten Arbeitgebern übers Ohr hauen. Wenn dann das Kind im Brunnen liegt kommen sie zur Gewerkschaft und wollen rückwirkend Mitglied werden, dann ist es meist zu spät.

Den meisten ist überhaupt nicht bewusst, dass die IGBAU seit Jahren für Mindestlohn kämpft und diesen auch durchgesetzt hat. Und hier kommen wieder die Politiker ins Spiel, sie kontrollieren nicht ob der ausgehandelte Lohn auch wirklich gezahlt wird. Dieses ist nicht mehr Sache der Gewerkschaft, nein, das ist Sache der Politik für Lohngerechtigkeit zu sorgen, zuständig dafür ist nun einmal der Zoll. Wie bekannt ist diese Firma völlig unterbesetzt, so dass man nicht in der Lage ist gute Arbeit zu leisten.

Dann sei auch noch erwähnt, dass gerade die so genannte öffentliche Hand viele Verstöße im Punkt gerechter Bezahlung hat. Ein weiteres Manko der Gewerkschaften sind Ihre Mitglieder bzw.ihre Nichtmitglieder. Heute ist es so, dass ein Mitglied bei den so genannten Arbeitgebern schlechte Karten hat. Zum Teil wird er nicht eingestellt, auch wenn er die besten Referenzen hat. Ein Gewerkschaftsmitglied ist ein „Rotes Tuch“ für die Arbeitgeber.

Wenn Gewerkschaftsfunktionäre eine Baustelle besuchen, muss er damit rechnen, dass sämtliche Bauarbeiter von der Baustelle verschwinden. Selbst Mitglieder suchen das Weite, aus Angst ihre Arbeit zu verlieren. Am Stammtisch zieht man dann aber über die Gewerkschaften her, aber zu ihrer Gewerkschaft zu stehen, dazu man zu feige. Das gleich gilt für Nichtmitglieder, sie nehmen zwar die Tariflöhne, die von der Gewerkschaft erkämpft werden in Anspruch, aber dafür etwas zu tun sind sie zu feige. Ich vertrete die Meinung das Tariferhöhungen nur die Mitglieder bekommen.

Der Rest soll sich doch den höheren Lohn von der Politik geben lassen. Das der Tariflohn an alle gezahlt werden muss hat sich die Politik sehr gut ausgedacht, auf diese Art können sie die Gewerkschaften schwächen, dass begreifen aber viele der Arbeitnehmer nicht. Sie gehen lieber für ein Hungerlohn arbeiten, als einer der Einzelgewerkschaften außer der „Christlichen“ beizutreten.

Warum nicht eine „Christliche“, weil bekannt sein müsste, dass sie für Hungerlöhne eintreten.
Christian Brothuhn, Nordhausen
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
G. Meskalowski
02.05.2013, 18:24 Uhr
volle zustimmung
kann ich da nur sagen, insbesonders an die nicht-gewerkschaftler, nach meinem dafürhalten dürften die nur bekommen was der arbeitgeber rausrückt.
diese aussage spielt zwar den arbeitgebern in die hände, aber die andere seite ist schmarotzertum.
ich bezahle beiträge und die nicht-gewerkschaftler streichen die kohle ein.

mfg g.meskalowski
Eckenblitz
02.05.2013, 19:45 Uhr
Tarife
Eins vorweg, dieser Artikel ist sehr gut. Ich vertrete auch den Standpunkt, dass Tariflöhne nur an Gewerkschaftsmitglieder gezahlt werden sollten.

Der andere Teil der Arbeitnehmer soll sich doch um eigene Abschlüsse kümmern. Sie wollen doch sonst auch nichts von der Gewerkschaft wissen, im Gegenteil sie treten sie nur in Dreck.

Also sollen sie auch zusehen, wie sie zu ihrem Geld kommen, die vielen BESSERWISSER.
suedharzer
02.05.2013, 23:56 Uhr
Dass ich das noch erlebe, Brodhun hat Recht
zwar nicht in allen Punkten, aber die Grundaussage ist richtig, da muss ich dem Artikelschreiber (nach langer Zeit) mal Recht geben. Tariflohn nur an Gewerkschaftsmitglieder! Gerade in oganisationsfernen Branchen (Gastronomie, Einzelhandel, Wachschutz usw.)fordern Gewerkschaften aus Ohnmacht (da sie dort keine Mitglieder haben) Lohnerhöhungen, die die Arbeitgeberseite in der Metallindustrie in dieser Niedrigkeit sich nicht mal trauen würden anzubieten.
Die Gewerkschaften sind nur so stark, wie der Anteil der Beschäftigten der Branche auch Mitglieder sind.
RWE
03.05.2013, 09:57 Uhr
Ich arbeite nicht auf dem Bau
"Zum Teil wird er nicht eingestellt, auch wenn er die besten Referenzen hat. Ein Gewerkschaftsmitglied ist ein „Rotes Tuch“ für die Arbeitgeber." Mir ist nicht bekannt, daß die Gewekkschaften ihre Mitglieder an den Arbeitgeber "verraten".

Aber wie gesagt, ich bin kein Bauarbeiter, habe aber schon viele üble Sachen gehört.
Franz Tabak
03.05.2013, 12:21 Uhr
So ist es richtig!
Ich habe gehört, dass bei der Bauunternehmung Bohlen&Doyen wirklich nur Gewerkschaftsmitglieder den Tariflohn erhalten. Dass kann ich als Gewerkschaftsmitglied nur begrüßen, denn ich sehe nicht ein, dass wir Gewerkschafter für höhere Löhne auf die Straße gehen und für jeden höhere Löhne erstreiten!

Es ist an der Zeit dass die nichtgewerkschaftlich organisierten Arbeiter begreifen, das wenn sie etwas wollen sie auch dafür kämpfen müssen und sich nicht faul zu Hause in den Lehnstuhl legen und sagen: "Lass das mal die dummen Mitglieder der Gewerkschaft machen!"
Real Human
03.05.2013, 12:40 Uhr
Alle Macht den freien Hubots!
Herr Brothuhn hat prinzipiell Recht. Hierzu aber ein paar Anmerkungen: Der Bundespräsident ist nicht die Regierung, denn er kann z.B. das Inkrafttreten von Gesetzen nur verzögern.

Die Regierung wird in freien, geheimen und gleichen Wahlen bestimmt, allerdings nur sehr INDIREKT. Wenn jemand sein Kreuzchen bei einer bestimmten Partei macht, heißt das noch lange nicht, dass diese auch nach ihren Wahlkampfslogans handelt. Beispiel: „MERKELSTEUER; DAS WIRD TEUER!“ Das war so ein Geschwätz auf SPD-Wahlplakaten. Dann ging sie mit der CDU in die Große Koalition und legte noch ein Prozent auf die Umsatzsteuer drauf. Alles längst vergessen!

Gewerkschaftsführer und gleichzeitig SPD-Mitglied sein, schließen sich, so gesehen, eigentlich aus. Also wieder nur Geschwätz! Einem Niedriglöhner oder „Leiharbeiter“ bleibt nur übrig, das kleinste Übel zu wählen. Demonstrationen schütteln die (gewählten!) „Eliten“ ab wie „der Hund die Flöhe“!

Eine Schande ist, dass die Gewerkschaftsbonzen die Begriffe „Arbeitnehmer“ und „Arbeitgeber“ völlig verinnerlicht haben! Auch der Artikelschreiber und die bisherigen Kommentatoren merken es scheinbar nicht mehr!

Die Ursache für die Ungerechtigkeiten ist Demokratieversagen (um nicht zu sagen, ganz einfach die Unkenntnis und Blödheit des Demos). Ach, was für eine Katastrophe ist doch das Öffentlichwerden der dunklen Seiten des großen Fußballstars und Idols Uli Hoeneß! Aber keine Angst, das ist auch schnell wieder vergessen.

Es gäbe Alternativen. Z.B. könnte man über eine Neuauflage der ARBEITERSELBSTVERWALTUNG nachdenken. Bloß, wer kennt diesen Begriff eigentlich schon? Er klingt exotisch, und in Jugoslawien ist sie ja wohl gescheitert? Kaum aber jemand weiß, dass vor allem die ständige Einmischung der kommunistischen Staatspartei schuld daran war. (Es gibt sicher noch tieferliegende Gründe, aber das wäre eine lange Debatte!)

Es fragt sich allerdings auch, ob man Leuten, die noch nicht einmal richtig wissen, wie Demokratie in einem Staat funktioniert, volle demokratische Rechte in einem Betrieb verschaffen soll, ohne dass die Firma binnen eines halben Jahres insolvent wird.

Aber können es die „Eliten“ besser? Die weltweite Finanzkrise zeigt, dass es auch ein „Elitenversagen“ gibt. Staatsbankrotte statt Betriebsbankrotte sind das Ergebnis.

Ein kleiner Scherz zum Schluss: Alle Macht den freien Hubots! (Mal „googeln“!)
Eckenblitz
03.05.2013, 18:47 Uhr
@ Jörg B.
Wenn es möglich wäre solch humanoide Roboter (Hubots) herzustellen, dann hätten einfache Leute, das heißt Leute ohne das nötige Kleingeld, keine Chancen mehr.

Sie würden nach und nach ausgerottet. Sie wären ja völlig überflüssig. Sie nehmen den Reichen nur die Luft zum Atmen, wie es immer so schön heißt.
Real Human
05.05.2013, 11:02 Uhr
Die Zukunft der Arbeit
Auch wenn jetzt im „Wonnemonat Mai“ schon wieder ganz andere Festivitäten vor der Tür stehen: Weil ein Kommentator – „Ogni“ – auf die zehnteilige schwedische Sciencefiction-Serie reagiert hat, will ich einmal näher darauf eingehen, denn dort ist die Zukunft der Arbeit eins der zentralen Themen, wenn nicht sogar das wichtigste. Es handelt sich zwar um eine Utopie – Manche würden hierin eher eine Anti-Utopie (oder Dystopie) sehen – aber ich trage sicher nicht zu dick auf, wenn ich behaupte, dass diese MÖGLICHE Zukunft bereits in ihren Anfängen sichtbar ist.

Wir leben seit mindestens 20 Jahren im Zeitalter der Digitalen Revolution. Wie die Industriellen Revolutionen zuvor, hat auch diese einschneidende Auswirkungen auf das Arbeitsleben. Die Weiterentwicklung der Technik war immer mit einer sukzessiven Verdrängung der menschlichen Arbeitskraft aus den Wertschöpfungsprozessen verbunden. Zwar wurden durch neue Technologien auch immer wieder neue Arbeitsplätze geschaffen, aber auch diese wurden ihrerseits durch noch modernere Technologien wieder überflüssig usw..

Der vor Kurzem von arte ausgestrahlte Film „Real Humans – Echte Menschen“ entwirft einen MÖGLICHEN Endzustand in dem humanoide Roboter – abgekürzt „Hubots“ – jeden Menschen ersetzen könnten. „Hubots“ sind allseitig verwendbare Haushalts- und Bürohilfen, gehen Einkaufen, helfen Kindern bei den Hausaufgaben, übernehmen die Altenpflege, arbeiten auf dem Bau, ersetzen sämtliche Postboten und Lagerarbeiter, sind aber selbstverständlich wegen ihres perfekten anthropomorphen Aussehens auch als Prostituierte bzw. Lover (weiblich und männlich) tätig.

Während sie in allen diesen Beispielen eine gewisse fachliche Beschränktheit aufweisen, also noch teilweise als Maschinen betrachtet werden, stattet ein aus Gründen des persönlichen Schicksals besonders ambitionierter Programmierer einige Hubots mit einer Intelligenz aus, die der menschlichen ebenbürtig ist oder diese sogar noch übertrifft. Diese haben keine menschlichen Besitzer mehr und nennen sich selbst „FREIE Hubots“.

Diese utopische Gesellschaft birgt natürlich immenses Konfliktpotenzial in sich. So gründet sich z.B. eine Partei „Echte Menschen“, die diese Entwicklung mehr oder weniger rückgängig machen will.

Das ist eine stark verknappte Zusammenfassung des Mehrteilers, der sich durchaus mit den besten „Tatort“-Filmen und Thrillern messen kann. Ich halte ihn auch sogar für besser als z.B. Steven Spielbergs Film „AI“ der sich ebenfalls mit Künstlicher Intelligenz beschäftigt.

Für Gewerkschaftler, Psychologen, Pädagogen, philosophisch Interessierte und auch für Theologen ist diese Serie ein "absolutes Muss"! Die einzelnen Teile der Serie sind leider nur noch teilweise im Web verfügbar.

Die komplette erste Staffel (weitere Folgen werden gedreht) ist auf 4 DVD's bei einem bekannten Internetversandhandel für 22,99 € ab dem 28. Juni 2013 erhältlich.
Wolfi65
05.05.2013, 12:42 Uhr
Hubots wären ja toll
Ich habe zwar noch nie davon gehört, aber die Idee ist gut.
Jeden seinen persönliche Roboter und ein angemessenes Bürgergeld und schon ist die Welt gerettet.
Ganz besonders gut finde ich die Vorstellung, einen weiblichen Hubot zu haben.
Wenn dieser aber eine Fehlfunktion bei seinen Diensten aufweist, könnte es sehr schmwerzhaft werden.
Darum vielleicht ein echtes weibliches Wesen anschaffen.
Aber die sind immer sehr eigenwillig und machen nie das was sie sollen.
Und die Brieftasche ist auch immer leer.

Aber schnell noch zum Thema.
In die Gewerkschaft eintreten, könnte ich mir auch wieder vorstellen, wenn das von ihr vertreten würde, was z.B. am Markt zum 1.Mai propagiert wurde.
Leider sieht die Realität immer anders aus.
Und noch eines: Die Beträge zur Gewerkschaft sind voll von der Steuerschuld abziehbar.
Also wenn Jemand vergessen hat sein Vermögen in der Schweiz,Liechtenstein oder auf den Cayman-Inseln ordentlich in Deutschland zu versteuern, dann schnell noch in die Gewerkschaft eintreten oder eine endsprechende Summe an einen guten Zweck spenden, dann hat der Staatsanwalt immer ein weiches Herz und ganz viel Mitleid.

PF: Wieso ist die automatische Rechtschreibfunktion mal ein und mal ausgeschaltet?
Will man hier die Spreu vom Weizen trennen, oder die Analphabeten bloßstellen?
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