Do, 11:04 Uhr
02.05.2013
nnz-Betrachtung: Ist Hoeneß sozial schwach?
Da hat er eine Lawine losgetreten, der Uli, da unten in München. Was ist das für ein Mensch, der Herr Hoeneß, Ein begnadeter Manager, ein Macher, ein Spender oder ein Habgieriger, ein Zocker. Dazu eine Betrachtung aus geistlicher Sicht...
Jetzt wissen es alle. Ulli Hoeneß ist sozial schwach. Wie bitte? Der Präsident des wichtigsten und reichsten Fußballclubs in Deutschland soll sozial schwach sein?
Ja, und es kommt noch schlimmer: Ich bin sozial auch nicht sehr stark und Sie vielleicht ebenso. Das ist nämlich keine Frage des Habens, sondern des Gebens. Es ist sozial schwach, nicht an andere und nicht an die Allgemeinheit zu denken, sondern seinen Reichtum möglichst für sich allein zu behalten.
Ulli Hoeneß ist reich und im weltweiten Vergleich sind wir alle mehr oder weniger reich. Leider macht uns der Reichtum nicht automatisch sozial stark. Mancher denkt sogar, je reicher die Menschen sind, umso schwächer sind sie sozial. Vielleicht stimmt das insofern, dass für Reiche auch die Gelegenheiten größer werden, mehr für sich zu behalten, als angemessen und vorgeschrieben. Und bei den ganz Reichen wird es eben auch schneller bekannt. Da findet sich leicht ein Informant, der der Presse ein paar Hinweise gibt.
Damit wir alle sozial stärker werden, sollten wir Regeln vereinbaren. Die sind nicht immer ideal und werden auch nicht immer eingehalten. Es sind eben menschliche Regeln. Dass unsere Steuergesetze viele Schwächen haben, wird niemand ernsthaft bestreiten. Aber sie helfen doch zu einem besseren Miteinander.
In der Bibel gibt es Regeln, die über menschliche Vereinbarungen hinaus gehen. Der barmherzige Samariter, von dem Jesus erzählt, konnte das Leid nicht ganz beseitigen. Aber er hat finanzielle Verantwortung übernommen (Lukas, Kapitel 10). Das war nicht seine Steuerpflicht, sondern seine Glaubensüberzeugung.
Ich bin froh, dass in Deutschland der Reichtum wenigstens ein bisschen ausgeglichen wird. Steuern sollten wir also aus Glaubensüberzeugung zahlen. Und ich will mich bemühen, sozial stärker zu werden, indem ich mehr Verantwortung für Menschen übernehme, denen es materiell viel schlechter geht als mir.
Gregor Heimrich, Pfarrer in Ilfeld
Autor: redJetzt wissen es alle. Ulli Hoeneß ist sozial schwach. Wie bitte? Der Präsident des wichtigsten und reichsten Fußballclubs in Deutschland soll sozial schwach sein?
Ja, und es kommt noch schlimmer: Ich bin sozial auch nicht sehr stark und Sie vielleicht ebenso. Das ist nämlich keine Frage des Habens, sondern des Gebens. Es ist sozial schwach, nicht an andere und nicht an die Allgemeinheit zu denken, sondern seinen Reichtum möglichst für sich allein zu behalten.
Ulli Hoeneß ist reich und im weltweiten Vergleich sind wir alle mehr oder weniger reich. Leider macht uns der Reichtum nicht automatisch sozial stark. Mancher denkt sogar, je reicher die Menschen sind, umso schwächer sind sie sozial. Vielleicht stimmt das insofern, dass für Reiche auch die Gelegenheiten größer werden, mehr für sich zu behalten, als angemessen und vorgeschrieben. Und bei den ganz Reichen wird es eben auch schneller bekannt. Da findet sich leicht ein Informant, der der Presse ein paar Hinweise gibt.
Damit wir alle sozial stärker werden, sollten wir Regeln vereinbaren. Die sind nicht immer ideal und werden auch nicht immer eingehalten. Es sind eben menschliche Regeln. Dass unsere Steuergesetze viele Schwächen haben, wird niemand ernsthaft bestreiten. Aber sie helfen doch zu einem besseren Miteinander.
In der Bibel gibt es Regeln, die über menschliche Vereinbarungen hinaus gehen. Der barmherzige Samariter, von dem Jesus erzählt, konnte das Leid nicht ganz beseitigen. Aber er hat finanzielle Verantwortung übernommen (Lukas, Kapitel 10). Das war nicht seine Steuerpflicht, sondern seine Glaubensüberzeugung.
Ich bin froh, dass in Deutschland der Reichtum wenigstens ein bisschen ausgeglichen wird. Steuern sollten wir also aus Glaubensüberzeugung zahlen. Und ich will mich bemühen, sozial stärker zu werden, indem ich mehr Verantwortung für Menschen übernehme, denen es materiell viel schlechter geht als mir.
Gregor Heimrich, Pfarrer in Ilfeld


