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Di, 10:01 Uhr
23.04.2013

Rückschlüsse auf Wildbestand

Forstexperten des Forstamtes Bleicherode-Südharz sind seit Anfang April in heimischen Wäldern unterwegs. Sie tragen Daten über den Wildbestand zusammen. Wie das "funktioniert", das hat die nnz erfahren...

Verbissaufnahme (Foto: Forstamt Bleicherode-Südharz) Verbissaufnahme (Foto: Forstamt Bleicherode-Südharz)
Verbissaufnahme der Naturverjüngung im Privatwald der Waldinteressentengemeinschaft Obergebra (v. links. n. rechts:Carsten Wiegleb, Markus Leonhardt, Werner Lübbecke und Rainer Schulze.)


Und zwar an Hand der festgestellten Verbiss- und Schälschadensbelastung an der Naturverjüngung sowie jungen Bäumen. Im dreijährigen Turnus wird somit eine umfangreiche Verbissinventur vorgenommen, sie dient als Grundlage zur Ermittlung eines angepassten, naturverträglichen Rot-, Dam-, Muffel- und Rehwildbestand.

Hierzu wurde ein festes 150 ha Raster über die Gesamtfläche Thüringens gelegt, wenn hier Wald betroffen ist, erfolgt die Auswahl einer Probefläche. Es wird ein Aufnahmetrakt in einem repräsentativen natürlich verjüngten Waldbestand gelegt. Der Trakt umfasst 50 Meter Länge und einen Meter Breite.

Hier wird die Waldverjüngung in vorgegeben Abstand 5 mal 1 Quadratmeter genauestens aufgenommen. Die Erfassung der unterschiedlichen Baumarten erfolgt in Höhenstufungen von 20 cm bis zwei Metern. Entscheidendes Kriterium bei der Datenerfassung, ist der Verbiss des Terminaltiebes, denn Rehwild verbeißt die Knospen der jungen Bäume. Parallel zur Aufnahme der Verbissdaten, schauen die Forstleute nach der Schälbelastung der Rinde an jungen Bäumen. Sie geben insbesondere Aufschluss über den Rot- und Muffelwildbestand, da die beiden Wildarten besonders junge Gehölze schälen um ihren Nahrungsbedarf zu decken.

Insgesamt werden in allen zehn Revieren des Forstamtes jeweils zehn Probeflächen in Augenschein genommen. Mit diesem bundesweit anerkannten, aber reinen Thüringer Verfahren, kommt man zu realistischen Ergebnissen, die den aktuellen Zustand unserer Naturverjüngung aufzeigt.

Aufnahme von Schälschäden (Foto: Forstamt Bleicherode-Südharz) Aufnahme von Schälschäden (Foto: Forstamt Bleicherode-Südharz)
Aufnahme der Schälschäden durch Muffelwild in einem Eschenbestand

Carsten Wiegleb, Markus Leonhardt, Werner Lübbecke und Rainer Schulze.


Gern können interessierte Waldbesitzer den aufnehmenden Revierleitern, Carsten Wiegleb und Markus Leonhardt, über die Schulter schauen. Angeregt davon zeigten sich Werner Lübecke und Rainer Schulze von der Waldinteressentengemeinschaft Obergebra die mehr über den aktuellen Verbisszustand in Ihrem Wald erfahren wollten.

Gegenwärtig werden noch die Harzreviere bis zum Monatsende erfasst, um im Mai alle Daten an das Service- und Kompetenzzentrum in Gotha zu übermitteln. Das Forstamt erfasst alle Werte und errechnet mit einem speziellen Computerprogramm das Ergebnis des Schälschadens- und Verbissgutachens. Unteranderem ist es die Grundlage für die Betriebsplanung im Forstamtsbereich.
Michael Böhme
Autor: red

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