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Do, 13:53 Uhr
18.04.2013

Erinnerung in Nordhausen

Von Sommer 1942 bis Februar 1943 schrieben und verteilten die Geschwister Scholl und weitere Mitglieder der Widerstandsbewegung „Weiße Rose“ erste Flugblätter in München. Sie riefen unter lebensbedrohlichen Umständen zum Kampf gegen Nationalsozialismus auf...


In Erinnerung an diese Veröffentlichungen, an die Verhaftungen und Verurteilungen im Frühjahr 1943 / 1944 und die Zerschlagung der Weißen Rose durch die NS-Justiz findet am Dienstag, dem 23.04.2013 um 19 Uhr in der Flohburg ein Zeitzeugengespräch mit Siegmar Faust sowie eine kurze Vorführung eines Dokumentarfilms statt. Die ersten vier Flugblätter wurden von Juni bis Juli 1942 verfasst und anonym mit der Post an Intellektuelle im Münchner Umkreis verschickt.

Nach Aufenthalten an der Ostfront als Sanitäter, kamen die Mitglieder wieder zusammen und verfassten das fünfte Flugblatt „Aufruf an alle Deutsche!“. Bereits dieses wurde mit Kurieren im gesamten süddeutschen Raum publiziert. Die Weiße Rose versuchte „auf die breite Volksmasse“ einzuwirken.

Durch die Erfahrungen an der Front konnten die Mitglieder eine realistische Einschätzung zum Ausgang des Krieges treffen und waren sich schnell einig, dass der Krieg nicht mehr gewonnen werden konnte. Sie riefen dazu auf, sich vom „nationalsozialistischen Untermenschentum“, Imperialismus und preußischen Militarismus „für alle Zeit“ zu trennen. Ihre Zukunftsvision war ein föderalistisches Deutschland in einem vereinten Europa. Der Aufruf der Weißen Rose zu passivem und aktivem Widerstehen blieb ohne Echo bei den Deutschen. Der Widerstand der Weißen Rose war trotzdem nicht vergeblich.

Siegmar Faust selbst hatte eine bewegte Vergangenheit in der DDR. Exmatrikulation aus politischen Gründen bis zur Inhaftierung wegen „staatsfeindlicher Hetze“ stehen in seiner Vita. Auf Intervention von Robert Havemanns bei Honecker wurde er aus der Haft entlassen und reiste in den Westen aus. Seit dem ist er schriftstellerisch tätig und war bis 1999 Landesbeauftragter für die Stasi- Unterlagen in Sachsen. Durch seine Recherchen stellte er den Bezug zwischen der „Weiße Rose Hamburg“ und zum Gefängnis Cottbus her.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.
Autor: red

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