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Do, 09:07 Uhr
18.04.2013

nnz-Betrachtung: Raus aus der HSB?

Der Landkreis Nordhausen will sich aus der Harzer Schmalspurbahnen GmbH verabschieden. Da geraten nicht nur die Herzen der Dampflokfreunde aus dem Takt, auch die politischen Wellen schlagen hoch. Warum eigentlich...


Insider wissen es längst, niemand sagt es: Diese Androhung wird nicht umgesetzt. Einerseits geht es "nur" um 150.000 Euro pro Jahr, andererseits ist ein solcher Ausstieg nicht so einfach zu realisieren, wie sich das juristische Laien vorstellen mögen. Und doch: Landrätin Birgit Keller will ein Zeichen setzen, wie man das in der großen und kleinen Politik nun mal macht.

Sie will ein Zeichen setzen in den Kreistag hinein. Der wird natürlich nach einer intensiven Diskussion in den Fraktionen zu dem Schluss kommen: "Wir bleiben in der GmbH". Insofern kann man den Antrag als Signal sehen, mit dem Sparen endlich mal anzufangen. Klappt aber nicht, denn Politiker trennen sich nun mal nicht gern von ihren Spielzeugen und treffen - ein Jahr vor den Kommunalwahlen - keine unpopulären Entscheidungen. Und so werden sich die Sparvorschläge aus den Fraktionen und Ausschüssen des Kreistages irgendwann wieder in Luft auflösen. Und wie das in Unternehmen ist, die nicht mehr weiter wissen, denen es an Innovationen fehlt, wird vermutlich am Personal gestrichen werden. Das ist einfach und verlangt lediglich einen Rotstift anstatt Überlegungen.

Da gibt es aber auch noch ein Signal nach außen, nach Wernigerode und nach Erfurt. Wer als Mensch in diesem Landkreis Nordhausen in sich geht, wird zur Feststellung kommen: außer dem täglichen Dampfzug zum Brocken ist da nicht viel mit Eisenbahn-Romantik. Fast alle anderen Einsätze der schnaufenden Rösser organisiert das Jahr über die Interessengemeinschaft.

Und nun will man sich in Wernigerode, wo sowieso schon nahezu alles investiert wird, eine gläserne Werkstatt im zweistelligen Millionen-Bereich gönnen. Warum eigentlich? Worin besteht die Notwendigkeit? Schauen Sie sich die Bahnanlagen in Nordhausen vor und hinter der Zeppelinbrücke einmal an: Sieht das wie Schmalspurbahn-Zukunft aus?

Die liegt eindeutig in Wernigerode, in Quedlinburg und auf dem Brocken. Wie mit dem Thüringer Partner in Wernigerode umgegangen wird zeigt auch, dass Birgit Keller im vergangenen Jahr bei der Wahl zur stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden durchgefallen war. Weil sie eine LINKE ist? Weil sie den Landkreis Nordhausen vertritt?

Auch diese Signale müssen wir in Nordhausen verkraften und damit umgehen. Warum also nicht eine klitzekleine Drohkulisse aufbauen? Warum nicht eine wahre Partnerschaft zurückfordern, die in den vergangenen Jahren verloren gegangen ist? Wer es mit der Partnerschaft zwischen zwei Landkreisen und zwei Ländern ernst meint, der sollte sich an einen Tisch setzen und reden. Allen Tourismusfanatikern im Südharz sei ins Stammbuch geschrieben: Der Tourismus war in unserer Region insgesamt noch nie ein ernst zu nehmender Wirtschaftsfaktor (trotz HSB) und wird es auch nicht mehr werden. Denn Wald, Hotels und schlecht ausgeschilderte Wanderwege, die gibt es auch in anderen Regionen dieses Deutschlands.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
Harzer_Wolf
18.04.2013, 09:41 Uhr
Kein Geld für das Nötigste
Die Diskussion ist an sich überflüssig. Der Landkreis hat Schulden und kann kaum das Notwendigste zahlen. Die Befürworter der HSB sollten daher einmal erklären, woher man die aufgerufenen 150000 Euro nehmen will? Wo spart man die ein? Oder gibt es im Landkreis noch ein geheimes Goldlager?
Flitzpiepe
18.04.2013, 09:53 Uhr
Das sehe ich prinzipiell genauso
wie PSG. Frau Keller (bzw. der Landkreis) will nicht aus aus der HSB aussteigen sondern mit dieser Aktion nur einige Unausgewogenheiten zwischen den Teilen der HSB zur Sprache bringen und sie gerade rücken. Das wäre auch richtig. Es besteht nur die Gefahr, dass dies nicht klappt. Und was dann?

Da, wie PSG schreibt, der Landkreis Nordhausen touristisch weitgehend uninteressant ist, weil wir nicht viel zu bieten haben, wäre es fatal wenn auch noch das letzte bisschen HSB im Südharz fehlen würde.

Ich hoffe sehr, dass das nicht passieren wird.
Wolfi65
18.04.2013, 10:04 Uhr
Sag mir wo Du stehst!?
Ja, Frau Keller,
setzen Sie ein Zeichen für Nordhausen und treten Sie zurück, um noch größeren Schaden von den Bürgern der Stadt und des Landkreises fernzuhalten.
Selbst den SED Genossen war die Harz- Bahn "heilig" und gern gesehen.
Aber die Partei der Linken vertritt jetzt andere Ziele, welche nicht so richtig zu verstehen sind.
Eigendlich sind es doch die Kapitalisten(Unternehmer), welche gern zu drastischen Sparmaßnahmen aufrufen.
Wahrscheinlich hat das jetzt auch auf ehemalige Arbeiterparteien abgefärbt.
Sebastian Drechsler
18.04.2013, 11:44 Uhr
HSB-Angebote nutzen...
Fernab von fragwürdigen Kommentaren können die Nordhäuser sowie die Landkreisbewohner für den Standort der HSB in Nordhausen auch was tun. Ohne es belegen zu können, sieht der allmorgendlich in Nordhausen startende Dampfzug doch sehr mager besetzt aus.

Wie wärs mal von politischen Luftschnappaktionen Abstand zu nehmen und eifrigst Ausflugsgelegenheiten mit der HSB zu nutzen? Das würde der HSB-Geschäftsführung bestimmt auch eindeutige Signale senden, dass die HSB für die Nordhäuser wichtig ist.

Und: Wer sind Sie eigentlich @Wolfi65? Eine internette Stimme, die fordert das eine politische Größe zurück tritt oder fragwürdige Kommentare betreffs einer Partei hier verfässt, sollte doch die gleiche Größe haben mit Klarnamen zu schreiben. Oder haben Sie die Größe nicht @Wolfi65? Jedenfalls tragen Sie nichts zur Sache bei.
RWE
18.04.2013, 12:25 Uhr
Ich bin wahrlich kein"Linker"
aber hier stimme ich Frau Keller zu. Herr Greiner hat den Nagel auf den Kopf getroffen, sowohl bezüglich der "klitzenkleinen Drohkulisse", dem Sparwillen im Allgemeinen und der Rolle des Tourismus in Nordhausen.
Wolfi65
18.04.2013, 14:06 Uhr
Das ist immer so...
eine Sache mit den Klarnamen. Man wird angreifbar in allen Richtungen. Ein Politiker, welcher im Rampenlicht steht, muss damit leben.Ich nicht.
Jürgen Wiethoff
18.04.2013, 15:08 Uhr
Träume
Auch dem verbohrtesten Kommunalpolitiker diesseits und jenseits des Harzes dürfte klar sein, dass Wernigerode und dem direkten Umkreis schon zu tiefsten DDR-Zeiten ungeahnte Mittel zur „Eigenpflege“ zur Verfügung standen. Das war kein Verdienst der dortigen Kommunalpolitiker, sondern der von Partei, ihrem „Chefkommentator“ und Regierung geliebten Stadt und ihrer Umgebung.

Dafür wurde mancher „schwarze Kanal“ geöffnet. Nach 1990 war es also ein Leichtes, Gutes weiter zu verbessern. Es wäre ein Gebot der Fairness, wenigstens mal darüber nachzudenken, wie man einem langjährigen Partner nun auch mal etwas zukommen lassen könnte.

Egal, welche kommunalpolitischen Gedankenspiele man auch inzwischen betrieb und weiter betreiben wird (z. B. Kreisgebietsreform), wird ein Miteinander von Nordhausen und Wernigerode mehr Erfolge bringen, als ein Kleinkrieg. An Stelle von Frau Keller hätte ich denen aber auch mal vernehmlich angedroht.

Und wenn dann wirklich mal Zwangsfusionen drohen, wäre mir persönlich HZ lieber, als EIC, UH, KYF und deren Vorgänger. Das müsste man dann nur noch OHA schmackhaft machen. Zum Weiterträumen lege ich mich jetzt wieder hin....
Wolfi65
18.04.2013, 16:35 Uhr
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