eic kyf msh nnz uhz tv nt
Do, 13:01 Uhr
18.04.2013

Alt und jung gleichermaßen

Zirkus ist eine lebendige, Jahrhunderte alte Kunst. Jonglage, Akrobatik und Tierdressur begeistern uns seit Kindertagen. Aber die Welt hat sich geändert. Während im 19.Jahrhundert die Zirkusse in riesigen Manegen exotische Tiere und fremde Kulturen präsentierten und Familie Müller in der Menagerie die Elefanten bestaunte, ist Zirkus von heute vor allem der Körperkunst der Artisten gewidmet. Was das mit Nordhausen zu tun hat, gibt es hier zu lesen ...


Huf- und Raubtiere verschwanden und machten moderner Technik und kühnen Künsten Platz. Große Namen, die jeder kennt sind wohl der Cirque du Soleil oder die Show „Afrika! Afrika!“ von André Heller in Berlin. Dabei entfalten sich gerade neue Varietés, Artistikgruppen und Showkonzepte vor unserer Haustür.

Zirkus Zappelini Nordhausen (Foto: Zirkus Zappelini)
Zirkus Zappelini Nordhausen (Foto: Zirkus Zappelini)
Zirkus Zappelini Nordhausen (Foto: Zirkus Zappelini)
Zirkus Zappelini Nordhausen (Foto: Zirkus Zappelini)
Zirkus Zappelini Nordhausen (Foto: Zirkus Zappelini)
Zirkus Zappelini Nordhausen (Foto: Zirkus Zappelini)

Großartige Produktionen konnte man schon in den letzten zwei Jahren in Thüringen entdecken. So spielte die Companie „Headfeedhands“ ihre preisgekrönte Show „Fischen ohne Helm“ auf der Bühne des Theaters Nordhausen. Oder die Companie „Uusi Maailma“, die vor einigen Monaten in Gotha gastierte und mit Musikern und Schauspielern der Theaterscheune Teutleben ein Gastpiel gab. Ein Schauer lief den Zuschauern über den Rücken, als im zweiten Teil der Show die Artisten ins Rampenlicht traten.

Sie hatten einzelne Körperteile verbunden oder geschient. Einer unter ihnen wurde im Rollstuhl hineingeschoben. Zerbrechlich und verletzt drehten sie das Karussell von neuem an. Obwohl Arme und Beine oder der komplette Korpus an Orthesen oder Rollstühle gebunden waren, erklommen sie das Trapez, balancierten Sie auf dem Seil und trugen die Last der anderen Figuren. Erstaunlich wie viel in diesen Produktionen über das Leben erzählt wurde. Diese neuen Companies zeigen mehr als nur einen perfekten Körper, sie führen das pure Leben auf die Bühne und lassen den Zuschauer Schmerz, Leid und Freude spüren ohne dabei viel Worte zu verlieren.

Der neue Zirkus braucht ein aufmerksames Publikum. Weg von alten Ritualen, erkennt man den Clown nicht mehr an der roten Nase. Selbst hinter der knallenden Komik versteckt sich schon die Qual des Körpers, der Neid der Anderen oder ein Hauch von Leichtigkeit. Überraschend, geheimnisvoll und aufregend sind Merkmale der neuen Kunstform, die auch in Nordhausen Fuß fassen möchte. Die Altendorfer Kirche wurde zur Kulisse medialer und zirzensischer Künste. Gestalten und Formen aus Licht verleihen der kirchlichen Halle eine pulsierende Oberfläche.

Nichts bleibt an diesem Abend was es scheint. Die Stühle strecken sich der Decke entgegen und werden zum Gebirge, auf dem die Artisten ihre Arme zum Flug ausbreiten. Die Medienkünstler ersetzen den Conférencier und begleiten das Publikum mit Licht und Schatten von Augenblick zu Augenblick. Die Artisten des Zirkus Zappelini sind keine Unbekannten. Sie leben in den Straßen dieser Stadt. Man trifft Sie beim Bäcker oder beim Gottesdienst in der Kirche. Bevor sie in die Manege traten, haben sie getanzt, geturnt oder sind in der Stadt mit dem Fahrrad die Mauern hinauf und hinunter gesprungen.

So zeigen in dieser Show Ruth Hagene als Badenixe auf dem Barren und Hannah John mit ihrer Isolation-Nummer ihr tänzerisches Können. Das ergreift, denn im Kino und Theater bewahren wir eine Distanz zum Geschehen, zu den Darstellern und der Geschichte. Aber hier sind die Akteure eine Handbreit entfernt. Der Körper der Artisten besitzt die Magie uns an den besonderen Momenten der Show teilhaben zu lassen.

Unser Herz schlägt schnell wenn Martin Löffler das Vorderrad seines Trials über die Köpfe des Publikums schwenkt oder die schweren Stangen der Akrobaten über die Bühne fliegen lässt. Wir leiden und lachen mit Roman Ulnyrov, wenn er die Last seiner Mitspieler nicht abschütteln kann. Und wir träumen uns mit der zarten Tänzerin über die Dächer der Stadt. Hier schlägt Zappelini – Der Junge Zirkus eine Brücke in die sich rasant entwickelnde Kunstform des Contemporary Circus in den Metropolen Europas.

Zu sehen gibt es diese zeitgenössische Kunstform in Zappelinis neuem interaktivem Zirkusspektakel „atmosphere“ in der Altendorfer Kirche/Jugendkirche.
Karten können an allen bekannten Vorverkaufsstellen des Theaters Nordhausen und an der Abendkasse erworben werden.

Termine:
19.04./20.04./26.04./27.04., jeweils um 20.00 Uhr in der Altendorfer Kirche/Jugendkirche
Autor: vgf

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)