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Mi, 10:39 Uhr
17.04.2013

Blick von der Empore

Auf der hunderte Jahre alten Holzempore leuchten die Bildschirme der Laptops, die Tastaturen nur schwach erleuchtet von ein paar Kerzen. Drumherum sind ungezählte Scheinwerfer eigens für das Stück in der Altendorfer Kirche installiert, durchziehen quer das Kirchenschiff...


Fünf Beamer flimmern gleichzeitig und projizieren eine eigene kleine Welt auf die alten Kirchenmauern - oder besser viele kleine Welten. Eine Qualle taucht durch das Meer, eine Fee schwebt in der Luft, der Mond scheint über der Stadt, Bowlingkegel fliegen krachend auseinander.
Technik in der Kirche (Foto: J. Piper)
Technik in der Kirche (Foto: J. Piper)
Technik in der Kirche (Foto: J. Piper)
Wenn bei "atmosphere" die Lichter an- oder wahlweise auch ausgehen, spielen die Artisten der Show nicht nur vor und hinter den Zuschauern - sondern auch über ihnen.

Denn eine Art Artistik – mit Video, Licht, Musik, Klangfarben und Stimmungen – betreiben auch die sechs Leute oben auf der Empore: Sie sind das „Herz“ oder auch die „Schaltzentrale“ von „atmosphere“. Damit sich die Altendorfer Kirche für die neue Show von studio44 und Zappelini - Der Junge Zirkus in viele Spielwelten verwandelt, stehen und sitzen hier oben Jerome Hagene, der gemeinsam mit Steffi Böttcher und Alexander Jäger von studio44 und weiteren Technikern und Kreativen die Geschichten für „atmosphere“ entwickelt hat. Alle Videos, Projektionen, Animationen und die Musik sind eigens für „atmosphere“ gestaltet und selbst produziert.

„Für einige der Projektionen haben wir zum Beispiel vorher Zeichnungen angefertigt, die wir dann animiert haben“, sagt Jerome Hagene, der mit Zappelini schon bei der letzten Sturmfreien Bude im Theater zusammengearbeitet hat – ein kleiner Test und Vorgeschmack auf „atmosphere“. Damit die Videos und Projektionen so wirken, hat die Technikcrew vorher aufwändig die Beamer eingerichtet – und quasi eine eigene Leinwand digital „gebaut“, denn die Projektionsfläche ist eben nicht nur eine glatte Wand, sondern hat Struktur, Unebenheiten, eine Kanzel, Säulen und die Empore mit den Holzverzierungen.

Dafür wird der Untergrund vorher fotografiert, das Bild im Rechner bearbeitet, so dass am Ende eine passgenaue virtuelle „Leinwand“ entsteht, auf die dann die eigentlichen Szenen projiziert werden. Projection mapping nennen das die Fachleute - eine Methode, Bilder und Formen auf Flächen oder Körpern zu beleben und zu animieren. „Die größte Herausforderung ist, das alles passgenau mit den Spielern kommt“, beschreibt der Diplom-Ingenieur für Medientechnologie. Denn auf der Bühne stehen die Vereinsmitglieder von studio44 und Akrobaten, die für „atmosphere“ dazugestoßen sind – alles Laien, engagiert und mit Herzblut dabei, aber eben keine Profis.

Darauf müssen Licht, Musik, die Bilder und Videos besonders flexibel reagieren. Also volle Konzentration auf der Empore. Wer das bei „atmosphere“ live erleben will, hat dafür noch viermal Gelegenheit. An den nächsten beiden Wochenenden zeigt studio44 „atmosphere“ in der Altendorfer Kirche in Nordhausen.

Am 19., 20., 26. und 27. April, immer um 20 Uhr. Die Karten kosten 10, ermäßigt 5 Euro, zu haben an der Theaterkasse, an allen weiteren Vorverkaufsstellen des Theaters Nordhausen und natürlich an der Abendkasse in der Kirche. Mehr zu „atmosphere“ auch unter www.facebook.com/studio44eV.
Autor: red

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