Sa, 08:07 Uhr
13.03.2004
Bete und arbeite!

Im wahrsten Sinne des Wortes: Kunst mitten in der Fabrik. Auch FHN-Rektor Prof. Juckenack war gestern sichtlich angetan
Nordhausen (nnz). Zu einer ungewöhnlichen Vernissage trafen sich gestern Künstler, Manager und Politiker in einer Fabrikhalle. Auch die nnz war für Sie dabei. Was bei dieser Mischung herausgekommen ist, das hat die nnz für Sie aufgeschrieben.Ora et labora bete und arbeite so nennt sich ein fast drei Meter hohe Bild eines Thüringer Künstlers, dass seit gestern in den Räumen des Kurbelwellenherstellers FEUER Powertrain bestaunt werden kann. Das Kunstwerk ist Teil einer sehr ungewöhnlichen Exposition, die in der Fabrik an der Rothenburgstraße in Nordhausen zu sehen ist. Gestern wurde der ungewöhnliche Versuch einer Landesausstellung feierlich eröffnet.
Die nahezu 60 Kunstwerke vieler Genres repräsentieren einen Ausschnitt der Beschäftigung von Künstlern mit technischen Themen. In diesem Fall war das Thema vorgegeben: Die Kurbelwelle. Und es ist erstaunlich, welche Interpretationsmöglichkeiten ein bearbeitetes Stück Stahl herzugeben in der Lage ist.
Zugegeben, dem künstlerisch unbedarften Menschen mag es manchmal schwer fallen, hinter Pinselstrichen unbedingt eine Kurbelwelle zu entdecken. Aber das allein war und ist nicht Sinn und Zweck der ausstellerischen Angelegenheit. Es machte Sinn, auf diese Art und Weise Wirtschaft, Technologie und Management mit Kunst, Kultur, Fantasie und Ausruckswillen zusammenzubringen. Nahezu 60 Mal wird seit gestern dokumentiert, dass dieser Versuch vielleicht gelungen sein könnte.Dort, wo in den vergangenen Wochen noch viele weiße Wände das Infit des funktionellen Fabrikgebäudes prägten, dort hängen jetzt Bilder, Fotografien oder stehen Skulpturen rum. Einen Tag hatten im vergangenen Jahr die Künstler die Fabrikhalle live erlebt. An diesem Tag sollten sie schnuppern, Atmosphäre aufsaugen, Inspirationen tanken. Das Ergebnis war gestern zu sehen, an den kommenden zwei Donnerstagen ab 16 Uhr wird das noch einmal möglich sein.
Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) hoffte gestern, dass dieser Anlaß keine Eintagsfliege sein möge, dass diese Symbiose zwischen Wirtschaft und Kunst weiter gepflegt werden könnte. Ein Vertreter des Verbandes der bildenden Künstler in Thüringen zeigte sich dankbar in Richtung FEUER Powertrain und Stadtverwaltung für das Machbarmachen dieser Ausstellung. Herr Schönemann fasste gestern kurz und knapp zusammen, was ihn angesichts der kunst-vollen Fabrikhalle noch so bewegte: Etwas Außergewöhnliches ist geschehen, ich bitte um Fortsetzung!.

