Di, 11:12 Uhr
09.04.2013
nnz-Forum: Nebensächliches
Tagtäglich werden die Menschen auch im Landkreis Nordhausen mit Nachrichten aller Art überflutet. Einige Nachrichten, die nnz-Leser Jürgen Wiethoff mal herausgepickt hat, sind durchaus eine Betrachtung wert...
Wenn Schiedsrichter Stark schwach pfeift und er das auch noch in Paris in der Champions-League tut, geht ein Aufschrei nicht nur durch die europäische Fußballwelt. Tagelang wird öffentlich diskutiert, ob er hätte sehen können, dass......, ob er hätte wissen müssen, dass.......usw..
Dabei weiß inzwischen bestimmt auch der dümmste Fußballfunktionär, dass beim heutigen Stand der Technik spielentscheidende Fehlentscheidungen nahezu ausgeschlossen werden könnten. Aber dann spricht man ja weniger über Fußball und hätte mehr Zeit, über weitaus wichtigere Dinge nachzudenken.
Zum Beispiel über die seit 1902 erhobene Sektsteuer. Sie heißt eigentlich Schaumweinsteuer und wurde eingeführt, um die Kriegsflotte Kaiser Wilhelms II. zu finanzieren und hat sich seitdem – im Gegensatz zur kaiserlich-wilhelminischen Flotte - in wechselnder Form erhalten. Sie ist selbstverständlich heute vollkommen sinnlos, spült aber dem Staat jährlich über 450 Mio. Euro in die Taschen. Darüber kann man natürlich auch stundenlang ergebnislos diskutieren, denn die Einnahmen sind nur dem Staat lieb, dem Bürger aber teuer.
Wenn Otto Normalbürger und Lieschen Musterfrau einen Sexzwischenfall haben, interessiert das – wenn überhaupt – bestenfalls ihre beiderseitigen Familien. Selbst wenn es im schlimmsten Fall dem Staatsanwalt gemeldet wird, bekommt die breite Öffentlichkeit davon nichts mit. Wenn Gleiches Jörg Kachelmann passiert, füllt das bundesweit nun schon jahrelang viele Druckseiten und Videospeicher. Wenn Matthias Jendricke in ähnlicher Form betroffen ist, füllt das thüringenweit die Medien. Wollen wir wetten, dass das auch noch längere Zeit so sein wird?
Unschuldsvermutung bis zum Beweis der Tat scheint der Staatsgewalt ein fremder Begriff geworden zu sein. Auch fehlt irgendwie das Verständnis für die Durchsuchung seiner Büroräume im Rathaus. Was wollte man in dem Zusammenhang dort finden? Doch hoffentlich nicht das benutzte Kondom. "Das wird sehr schwer, da bislang Aussage gegen Aussage steht", sagte Dirk Germerodt der nnz. (nnz vom 25.3.2013) Kleiner kostenloser Tipp an die Staatsanwaltschaft: Das war immer so und wird auch zukünftig so sein, wenn 2 Menschen allein dem Liebesleben nachgehen. Und das ist auch gut so. Ganz gut so schien zu sein, dass sich überhaupt niemand mehr für die Querelen innerhalb der Nordhäuser SPD interessierte. Bis ein zum Glück sehr unabhängiger Journalist am 5. April in seinem Kaffeesatz und Insiderinformationen las und mehrfach 1 und 1 zusammenzählte. Allein die Fülle der Diskussionsbeiträge dazu zeigt, dass er wohl öfter mal richtig gerechnet hat.
Dass Hundesteuer zutiefst ungerecht und in vielen Fällen unsozial ist, ist sicher auch dem auf diesem Gebiet unwissendsten Kommunalpolitiker klar. Also schafft man zusätzliche Ungerechtigkeiten durch regional unterschiedliche Hebesätze und lässt darüber diskutieren. Wenn das nicht mehr ausreicht, schafft man eine Hundesteuer-Mehrklassengesellschaft mit abstrusen Rasseeinteilungen. Jeder Welpe ist, wenn er geboren wird, ein Fleisch gewordenes Kuscheltier. Eine Leserin formulierte treffend: Das arme Tier kann nichts dafür, der Schuft hängt immer an der anderen Seite der Hundeleine. Wieso sie allerdings kurz vorher zu der Erkenntnis gelangt Wenn man Tierelend in den Tierheimen zukünftig verhindern will, muss man den Züchtern und Haltern solcher problematischen Rassen an den Geldbeutel gehen. Anders begreifen die leider nicht, dass das keine Schoßhündchen sind und früher oder später von überforderten Haltern am Tierheim angebunden oder im Wald ausgesetzt werden., wird allerdings ihr Geheimnis bleiben. Lassen Sie uns gemeinsam in 20 Jahren – wenn wir es hoffentlich noch erleben – hier über Dackel, Pudel und Co. als Beißmaschinen diskutieren. Denn gerade bei diesen Rassen und auch noch dem Mops ist klar, dass unverantwortliche Züchter (gern auch im Ausland, J.W.) die Welpen für Kohle regelrecht "produzieren". Um die Tiere dann wie eine heute problematische Rasse zu erziehen, werden sich schon genügend zwielichtige Gestalten finden. Denn wenn die heutigen Kampfhund-Halter bis dahin nicht gestorben sind, machen sie mit anderen Rassen weiter wie heute. Alle kursivgedruckten Zitate stammen aus einem Kommentar.
Ganz große Politik erzeugt momentan mit ihren nebensächlichen Nachrichten nur große Freude unter den Nordthüringern. Ein Politiker der 2. Reihe des Bundestages verteidigte Nord-Thüringen in Nord-Korea. Das wurde schon vor drei viertel Jahren so vereinbart und konnte nun nicht mehr abgesagt werden. Der Grund ist ebenso einfach wie einleuchtend: Nord-Korea hatte das Internet gesperrt – auf demokratischen Wunsch breiter Teile der Bevölkerung selbstverständlich.
Ein Politiker der 1. Reihe des Bundestages sorgte schließlich dafür, dass die Generation der heute 65 – 100-jährigen Bürger sich schlagartig wieder jung fühlte. Er wünschte sich getrennten Sportunterricht für Jungen und Mädchen – das kennen und schätzen die Älteren doch. Vor der ganz großen Freude hat er die RentnerInnen mit Rücksicht auf den teilweise angegriffenen Kreislauf in dieser Altersklasse jedoch bewahrt: Er hat (noch!) darauf verzichtet, wieder Mädchen- und Jungen-Schulen zu fordern. Das macht er erst, wenn er Bundeskanzler ist.
Ganz zum Schluss nur noch die Bemerkung: Manche nebensächlichen Nachrichten lassen sich nicht nur satirisch betrachten....es geht einfach nicht.
Jürgen Wiethoff
Autor: redWenn Schiedsrichter Stark schwach pfeift und er das auch noch in Paris in der Champions-League tut, geht ein Aufschrei nicht nur durch die europäische Fußballwelt. Tagelang wird öffentlich diskutiert, ob er hätte sehen können, dass......, ob er hätte wissen müssen, dass.......usw..
Dabei weiß inzwischen bestimmt auch der dümmste Fußballfunktionär, dass beim heutigen Stand der Technik spielentscheidende Fehlentscheidungen nahezu ausgeschlossen werden könnten. Aber dann spricht man ja weniger über Fußball und hätte mehr Zeit, über weitaus wichtigere Dinge nachzudenken.
Zum Beispiel über die seit 1902 erhobene Sektsteuer. Sie heißt eigentlich Schaumweinsteuer und wurde eingeführt, um die Kriegsflotte Kaiser Wilhelms II. zu finanzieren und hat sich seitdem – im Gegensatz zur kaiserlich-wilhelminischen Flotte - in wechselnder Form erhalten. Sie ist selbstverständlich heute vollkommen sinnlos, spült aber dem Staat jährlich über 450 Mio. Euro in die Taschen. Darüber kann man natürlich auch stundenlang ergebnislos diskutieren, denn die Einnahmen sind nur dem Staat lieb, dem Bürger aber teuer.
Wenn Otto Normalbürger und Lieschen Musterfrau einen Sexzwischenfall haben, interessiert das – wenn überhaupt – bestenfalls ihre beiderseitigen Familien. Selbst wenn es im schlimmsten Fall dem Staatsanwalt gemeldet wird, bekommt die breite Öffentlichkeit davon nichts mit. Wenn Gleiches Jörg Kachelmann passiert, füllt das bundesweit nun schon jahrelang viele Druckseiten und Videospeicher. Wenn Matthias Jendricke in ähnlicher Form betroffen ist, füllt das thüringenweit die Medien. Wollen wir wetten, dass das auch noch längere Zeit so sein wird?
Unschuldsvermutung bis zum Beweis der Tat scheint der Staatsgewalt ein fremder Begriff geworden zu sein. Auch fehlt irgendwie das Verständnis für die Durchsuchung seiner Büroräume im Rathaus. Was wollte man in dem Zusammenhang dort finden? Doch hoffentlich nicht das benutzte Kondom. "Das wird sehr schwer, da bislang Aussage gegen Aussage steht", sagte Dirk Germerodt der nnz. (nnz vom 25.3.2013) Kleiner kostenloser Tipp an die Staatsanwaltschaft: Das war immer so und wird auch zukünftig so sein, wenn 2 Menschen allein dem Liebesleben nachgehen. Und das ist auch gut so. Ganz gut so schien zu sein, dass sich überhaupt niemand mehr für die Querelen innerhalb der Nordhäuser SPD interessierte. Bis ein zum Glück sehr unabhängiger Journalist am 5. April in seinem Kaffeesatz und Insiderinformationen las und mehrfach 1 und 1 zusammenzählte. Allein die Fülle der Diskussionsbeiträge dazu zeigt, dass er wohl öfter mal richtig gerechnet hat.
Dass Hundesteuer zutiefst ungerecht und in vielen Fällen unsozial ist, ist sicher auch dem auf diesem Gebiet unwissendsten Kommunalpolitiker klar. Also schafft man zusätzliche Ungerechtigkeiten durch regional unterschiedliche Hebesätze und lässt darüber diskutieren. Wenn das nicht mehr ausreicht, schafft man eine Hundesteuer-Mehrklassengesellschaft mit abstrusen Rasseeinteilungen. Jeder Welpe ist, wenn er geboren wird, ein Fleisch gewordenes Kuscheltier. Eine Leserin formulierte treffend: Das arme Tier kann nichts dafür, der Schuft hängt immer an der anderen Seite der Hundeleine. Wieso sie allerdings kurz vorher zu der Erkenntnis gelangt Wenn man Tierelend in den Tierheimen zukünftig verhindern will, muss man den Züchtern und Haltern solcher problematischen Rassen an den Geldbeutel gehen. Anders begreifen die leider nicht, dass das keine Schoßhündchen sind und früher oder später von überforderten Haltern am Tierheim angebunden oder im Wald ausgesetzt werden., wird allerdings ihr Geheimnis bleiben. Lassen Sie uns gemeinsam in 20 Jahren – wenn wir es hoffentlich noch erleben – hier über Dackel, Pudel und Co. als Beißmaschinen diskutieren. Denn gerade bei diesen Rassen und auch noch dem Mops ist klar, dass unverantwortliche Züchter (gern auch im Ausland, J.W.) die Welpen für Kohle regelrecht "produzieren". Um die Tiere dann wie eine heute problematische Rasse zu erziehen, werden sich schon genügend zwielichtige Gestalten finden. Denn wenn die heutigen Kampfhund-Halter bis dahin nicht gestorben sind, machen sie mit anderen Rassen weiter wie heute. Alle kursivgedruckten Zitate stammen aus einem Kommentar.
Ganz große Politik erzeugt momentan mit ihren nebensächlichen Nachrichten nur große Freude unter den Nordthüringern. Ein Politiker der 2. Reihe des Bundestages verteidigte Nord-Thüringen in Nord-Korea. Das wurde schon vor drei viertel Jahren so vereinbart und konnte nun nicht mehr abgesagt werden. Der Grund ist ebenso einfach wie einleuchtend: Nord-Korea hatte das Internet gesperrt – auf demokratischen Wunsch breiter Teile der Bevölkerung selbstverständlich.
Ein Politiker der 1. Reihe des Bundestages sorgte schließlich dafür, dass die Generation der heute 65 – 100-jährigen Bürger sich schlagartig wieder jung fühlte. Er wünschte sich getrennten Sportunterricht für Jungen und Mädchen – das kennen und schätzen die Älteren doch. Vor der ganz großen Freude hat er die RentnerInnen mit Rücksicht auf den teilweise angegriffenen Kreislauf in dieser Altersklasse jedoch bewahrt: Er hat (noch!) darauf verzichtet, wieder Mädchen- und Jungen-Schulen zu fordern. Das macht er erst, wenn er Bundeskanzler ist.
Ganz zum Schluss nur noch die Bemerkung: Manche nebensächlichen Nachrichten lassen sich nicht nur satirisch betrachten....es geht einfach nicht.
Jürgen Wiethoff
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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