Di, 11:01 Uhr
09.04.2013
Kleiner Pieks mit großer Wirkung
Impfungen sind kein "Kinderkram". Als Schutz gegen Infektionskrankheiten bilden sie eine der effektivsten Maßnahmen des Gesundheitswesens überhaupt – auch noch für Erwachsene und Senioren. Doch gerade die gehen mit dem Thema oft nachlässig um. Dabei lässt sich ein kompletter Impfschutz auch in reiferem Alter mit wenigen Kombinations-Impfungen aufbauen...
Von Röteln über Hepatitis B bis Gebärmutterhalskrebs: "Impfungen schützen den Körper vor ansteckenden Krankheiten, indem sie das Immunsystem quasi auf die Abwehr der Erreger ‚trainieren’", erklärt Apothekerin Andrea Seifert, Pressesprecherin der Region Nordhausen. Dazu verabreicht man per Spritze oder Schluckimpfung abgeschwächte Erreger oder Teile davon. "Der Körper lernt die nun harmlosen Erreger kennen und kann ‚auf Vorrat’ Antikörper für den Ernstfall bilden."
Diese so genannte Aktivimmunisierung ist bei gesunden Kindern und Erwachsenen die Regel. Um die Schutzwirkung zu erhalten, sind regelmäßige Auffrischungen nötig; werden alle Impfungen im Impfpass dokumentiert, behält man den Überblick. Die Passivimmunisierung – der Körper erhält gleich die Abwehrstoffe gegen eine bestimmte Krankheit – wird meist nur bei bereits Erkrankten angewandt.
Am häufigsten gepiekst wird im Babyalter; viele Grundimmunisierungen sollten spätestens vor Eintritt in den Kindergarten abgeschlossen sein. Wann welche Impfung vorgenommen werden sollte, darüber informiert der Impfkalender der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO). Ihre regelmäßig aktualisierten Impfempfehlungen bieten Orientierung auch für Erwachsene und Senioren.
Dank einer konsequenten Impfpolitik sind hierzulande viele Infektionskrankheiten wie Polio oder Diphtherie nahezu ausgerottet. Ihre Gefährlichkeit wird deshalb oft unterschätzt – und der lebenswichtige Impfschutz vernachlässigt. "Gerade bei Erwachsenen ist er oft nur noch lückenhaft oder gar nicht mehr gegeben", weiß Seifert: "Doch nicht nur Tetanus und Hirnhautentzündung, auch die klassischen ‚Kinderkrankheiten’ wie Masern, Mumps oder Röteln bergen für Erwachsene erhebliche Risiken."
Die STIKO hat deshalb ein Schema erarbeitet, wie sich bei Erwachsenen mit wenigen Kombinations-Impfungen wieder ein Schutz gegen die wichtigsten Krankheiten aufbauen lässt. Geimpft wird gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Polio, bei allen nach 1970 Geborenen auch gegen Masern, bei Frauen im gebärfähigen Alter zusätzlich gegen Röteln. Die Kosten hierfür übernehmen in der Regel die Krankenkassen.
Je nach Alter und Lebenssituation können weitere Impfungen sinnvoll sein: relativ neu im Vorsorgeprogramm ist die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs für Mädchen. "Werdende Großeltern sollten sich zudem zugunsten ihrer Enkel unbedingt wieder vor Keuchhusten schützen", rät die Apothekerin: "Individuell und vor allem rechtzeitig beraten und impfen lassen sollte sich auch, wer eine Auslandsreise plant. Je nach Land empfiehlt die STIKO zusätzliche Impfungen – von Tollwut bis Gelbfieber. Der Apotheker informiert hier gerne." Und nicht zuletzt bietet die jährliche Grippeschutzimpfung einen sinnvollen Zusatzschutz für alle.
Vor Nebenwirkungen oder bleibenden Impfschäden braucht man bei den von der STIKO empfohlenen Impfungen übrigens keine Angst zu haben: sie gelten als sehr sicher. Möglich, wenn auch selten, sind aber Impfreaktionen wie Rötungen, Schmerzen, Müdigkeit oder erhöhte Temperatur. Üblicherweise harmlos und vorübergehend, sind sie ein Zeichen dafür, dass der Körper wie gewünscht auf die Impfung reagiert. Bei sehr starken Symptomen sollte man allerdings den Arzt aufsuchen.
Weitere Informationen, den Impfkalender in 15 Sprachen und die jeweils aktuellen Empfehlungen der STIKO finden Sie unter www.rki.de oder unter www.stiko.de.
Autor: redVon Röteln über Hepatitis B bis Gebärmutterhalskrebs: "Impfungen schützen den Körper vor ansteckenden Krankheiten, indem sie das Immunsystem quasi auf die Abwehr der Erreger ‚trainieren’", erklärt Apothekerin Andrea Seifert, Pressesprecherin der Region Nordhausen. Dazu verabreicht man per Spritze oder Schluckimpfung abgeschwächte Erreger oder Teile davon. "Der Körper lernt die nun harmlosen Erreger kennen und kann ‚auf Vorrat’ Antikörper für den Ernstfall bilden."
Diese so genannte Aktivimmunisierung ist bei gesunden Kindern und Erwachsenen die Regel. Um die Schutzwirkung zu erhalten, sind regelmäßige Auffrischungen nötig; werden alle Impfungen im Impfpass dokumentiert, behält man den Überblick. Die Passivimmunisierung – der Körper erhält gleich die Abwehrstoffe gegen eine bestimmte Krankheit – wird meist nur bei bereits Erkrankten angewandt.
Am häufigsten gepiekst wird im Babyalter; viele Grundimmunisierungen sollten spätestens vor Eintritt in den Kindergarten abgeschlossen sein. Wann welche Impfung vorgenommen werden sollte, darüber informiert der Impfkalender der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO). Ihre regelmäßig aktualisierten Impfempfehlungen bieten Orientierung auch für Erwachsene und Senioren.
Dank einer konsequenten Impfpolitik sind hierzulande viele Infektionskrankheiten wie Polio oder Diphtherie nahezu ausgerottet. Ihre Gefährlichkeit wird deshalb oft unterschätzt – und der lebenswichtige Impfschutz vernachlässigt. "Gerade bei Erwachsenen ist er oft nur noch lückenhaft oder gar nicht mehr gegeben", weiß Seifert: "Doch nicht nur Tetanus und Hirnhautentzündung, auch die klassischen ‚Kinderkrankheiten’ wie Masern, Mumps oder Röteln bergen für Erwachsene erhebliche Risiken."
Die STIKO hat deshalb ein Schema erarbeitet, wie sich bei Erwachsenen mit wenigen Kombinations-Impfungen wieder ein Schutz gegen die wichtigsten Krankheiten aufbauen lässt. Geimpft wird gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Polio, bei allen nach 1970 Geborenen auch gegen Masern, bei Frauen im gebärfähigen Alter zusätzlich gegen Röteln. Die Kosten hierfür übernehmen in der Regel die Krankenkassen.
Je nach Alter und Lebenssituation können weitere Impfungen sinnvoll sein: relativ neu im Vorsorgeprogramm ist die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs für Mädchen. "Werdende Großeltern sollten sich zudem zugunsten ihrer Enkel unbedingt wieder vor Keuchhusten schützen", rät die Apothekerin: "Individuell und vor allem rechtzeitig beraten und impfen lassen sollte sich auch, wer eine Auslandsreise plant. Je nach Land empfiehlt die STIKO zusätzliche Impfungen – von Tollwut bis Gelbfieber. Der Apotheker informiert hier gerne." Und nicht zuletzt bietet die jährliche Grippeschutzimpfung einen sinnvollen Zusatzschutz für alle.
Vor Nebenwirkungen oder bleibenden Impfschäden braucht man bei den von der STIKO empfohlenen Impfungen übrigens keine Angst zu haben: sie gelten als sehr sicher. Möglich, wenn auch selten, sind aber Impfreaktionen wie Rötungen, Schmerzen, Müdigkeit oder erhöhte Temperatur. Üblicherweise harmlos und vorübergehend, sind sie ein Zeichen dafür, dass der Körper wie gewünscht auf die Impfung reagiert. Bei sehr starken Symptomen sollte man allerdings den Arzt aufsuchen.
Weitere Informationen, den Impfkalender in 15 Sprachen und die jeweils aktuellen Empfehlungen der STIKO finden Sie unter www.rki.de oder unter www.stiko.de.

