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Mi, 13:07 Uhr
03.04.2013

nnz-doku: Rede von Dr. Klaus Zeh

Anlässlich des Gedenkens zur 68. Wiederkehr der Bombardierung von Nordhausen hielt der Nordhäuser Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh (CDU) eine Rede, die wir innerhalb unserer doku-Reihe veröffentlichen...


Liebe Nordhäuserinnen und Nordhäuser,
liebe Gäste der Stadt Nordhausen,
meine sehr geehrten Damen und Herren,



wir haben uns hier am heutigen 3. April 2013 an der Stele vor dem Rathaus versammelt, um unser traditionelles Gedenken der Wiederkehr des 3./4. April 1945 zu begehen. Wir gedenken dabei der Toten des Bombardements vom 3. und 4. April 1945, wir gedenken der Zerstörung unserer Stadt, wir gedenken der millionenfachen Opfer des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Barbarei und wir wollen der Opfer aller Kriege und Gewaltherrschaft gedenken.

Am 4. April 1945 ab 9.30 Uhr morgens lag Nordhausen, eine der schönsten Städte des Südharzes, in Schutt und Asche. In zwei Angriffswellen hatte die britische Luftwaffe am 3. und 4. April noch eine Woche vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen in Nordhausen, in 2 mal 25 Minuten die 1.000 jährige Stadt Nordhausen zu 74 % dem Erdboden gleich gemacht.

Nordhausen erlitt damit das gleiche Schicksal, das vor ihr u. a. die deutschen Städte Dresden, Köln, Magdeburg, Hamburg, Dessau und Nürnberg erlitten hatten.

Voran gegangen aber waren die Zerstörung vieler nichtdeutscher Dörfer, Städte und Gemeinden durch Deutsche, u. a. Warschau und Belgrad, Coventry und Rotterdam, London und Stalingrad und das spanische Guernica. Auch sie wurden mit Bomben zu großen Teilen oder ganz dem Erdboden gleich gemacht.

Sie wurden von den Deutschen bombardiert. Denn lange bevor am Himmel über Deutschland die Alliierten Flugzeuge auftauchten, hatten deutsche Bomber in diesen Städten Europas gnadenlos mit ihrer todbringenden Fracht im Zweiten Weltkrieg hunderttausendfachen Tod gebracht.

Der Zweite Weltkrieg, den Deutschland entfacht hatte, kam mit den Bombardierungen deutscher Städte nach Deutschland und am 3. und 4. April auch nach Nordhausen zurück.

Das Schicksal, das die Nordhäuser an diesen Tagen erlebten, hatten vor ihnen bereits Hunderttausende in anderen erst nichtdeutschen Städten, später in deutschen Städten erlebt. Die Erzählungen Betroffener aus den anderen Städten sind ebenso erschütternd wie die der Nordhäuser hier:

In einer halben Stunde hatten hunderte von englischen Bombern unter Sirenengeheul den Tod in die Stadt getragen. Er fiel aus Richtung Westen kommend vom Himmel auf die Menschen herab, tausendfach als Brand- und Sprengbomben und als Phosphorbehälter. Sie regnen auf die Frauen, Männer und Kinder hinab. Sie regnen auf die Flüchtlinge, die in die Stadt gekommen waren, um Schutz zu suchen. Sie treffen die Häftlinge des KZs Mittelbau-Dora, die von der SS in der Boelke-Kaserne am Rande der Stadt eingepfercht wurden.

Die Hauptzerstörung traf Wohngebiete in der Innenstadt. Rathaus und Theater wurden bis auf die Umfassungsmauern zerstört. Bürgerliche Fachwerkbauten aus der Zeit der Gotik und der Renaissance, des Barock und des Rokoko und des Klassizismus waren für immer vernichtet.

Die St. Blasii-Kirche, der Dom und die Frauenbergkirche wurden schwer beschädigt, die Marktkirche St. Nikolai, die Neustädter Kirche St. Jakobi und die St. Petrikirche auf dem Petersberg wurden fast vollständig zerstört.

Der Feuersturm fegte die einst so prächtige Altstadt hinweg und er riss die Dächer von den Häusern. Er verwandelte die Rautenstraße, die Töpferstraße, die Straße vor dem Vogel, Neustadtstraße, Lesserstiege, ja die gesamte Innenstadt, in ein einziges grausig-anzusehendes Irgendetwas. Eine Orientierung war ausschließlich durch die übrig gebliebenen Geschäfts- und Straßenschilder möglich.

Die Stadt war kaum noch zu identifizieren, außer durch die Erinnerung der Menschen, die suchend umherirrten, weil sie hier noch Minuten zuvor einmal ihr Zuhause hatten und jetzt ihre Existenz verloren hatten. Viele starben noch in den verschütteten Kellern, weil keine Hilfe möglich war. 8.800 Menschen kamen ums Leben. 20.000 Menschen wurden obdachlos.

Auch wenn viele sichtbare Wunden in der Stadt beseitigt sind: Die Wunden tragen vor allem die älteren unter uns noch in sich. Es sind unsere Eltern und Großeltern, die bis heute traumatisiert sind von dem, was sie vor allem an diesen beiden Tagen im April erleben mussten. Diese Wunden sitzen sehr tief. Und sie brechen immer wieder auf.

Es sagte ausgerechnet ein britischer Bomberpilot so treffend, als er auf die zerstörte Stadt hinabblickte: „Ich sehe etwas unbeschreibliches, es ist wie ‚Dantes Inferno’, eine weite Fläche voller Glut. Sogar das Wasser brennt! Genauso muss die Hölle aussehen.“ Er fügte später hinzu: „An diesem Tage wurde ich Pazifist.“

Bei dem Bombardement wurden keine militärisch- oder kriegswichtigen Ziele getroffen. So bleibt natürlich die Frage nach dem Warum solcher Zerstörung kurz vor Kriegsende?

Der britische Premier Churchill ahnte zumindest, was seine Bomber anrichteten. Beim Betrachten von Luftaufnahmen zerstörter deutscher Städte sagte er: „Wir sind ja Bestien – muss das denn wirklich sein?“

Der englische Bischof Georg Bell erklärte vor dem britischen Parlament in London: „Die Nazi-Mörder in die gleiche Reihe mit dem ganzen deutschen Volk zu stellen, bedeutet, die Barbarei voranzutreiben. Eine ganze Stadt auszulöschen, nur weil sich in einigen Gebieten wichtige Einrichtungen befinden, negiert die Verhältnismäßigkeit“.

Diese Fragen nach dem ‚Warum’ und der Verhältnismäßigkeit sind aus meiner Sicht nur von den Alliierten Mächten zu stellen. Für Deutschland und die Deutschen verbietet sich diese Frage.

Denn: Wir Deutsche haben einen bisher noch nie da gewesenen Vernichtungskrieg begonnen, auch gegen die Zivilbevölkerung der eroberten Gebiete. Wir haben millionenfachen Tod in andere Länder gebracht.

Wir Deutsche haben ein fabrikmäßiges Töten gegen Juden, andere Bevölkerungsgruppen und Menschen mit so genanntem minderwertigen Leben in Konzentrationslagern in Gang gesetzt, das alles bisher Vorstellbare an Grausamkeit, Widerwärtigkeit und Bosheit in den Schatten stellt!

Deshalb haben wir kein Recht auf diese Fragen nach der Sinnhaftigkeit und der Verhältnismäßigkeit der Mittel der Gegenwehr der Verteidiger gegen Nazi-Deutschland.

Wir haben aber die Pflicht, die Fragen nach den Ursachen der Zerstörung unserer Stadt zu beantworten. Wir müssen für Klarheit sorgen von Ursache und Wirkung, von Angriff und Verteidigung im Zweiten Weltkrieg.

Das Schicksal der Deutschen in den letzten Monaten bis zum 8. Mai 1945 war die Rückkehr des Krieges an seinen Ausgangspunkt, an seine Verursacher. Wir Deutsche waren die Verursacher des Zweiten Weltkrieges.

Nur mit dieser Erkenntnis können wir unseren Kindern und Enkel glaubwürdig entgegen treten. So können wir sie davor bewahren, den Radikalen und Weltvereinfachern Raum zu geben und ihnen leichtfertig hinterher zu laufen.

Wir sind diese Aufklärung den tausenden Menschen schuldig, die hier in dieser Stadt Nordhausen vor 68 Jahren umgekommen sind. Wir sind es denen schuldig, die in dem Konzentrationslager Mittelbau-Dora vor den Toren der Stadt Nordhausen versklavt, geschunden und zu Tode gequält worden sind.

Wir sind es den Opfern der so genannten V1- und V2-Wunderwaffen schuldig. Sie mussten im Konzentrationslager von den Häftlingen zwangsweise hergestellt werden. Diese Waffen haben über ganz Europa Verderben gebracht.

Und wir sind es heute und hier unseren Menschen in Nordhausen schuldig, dass von dieser Stadt das Signal ausgehen möge: Nie wieder darf brauner Ungeist diese Stadt erfassen.

Nordhausen ist eine tolerante und weltoffene Stadt, die von der Vielfalt lebt. Demokratie, Freiheit und Menschenwürde darf nicht von denen missbraucht werden, die eigentlich ihre Abschaffung wollen.


Wir stehen heute hier, um an jene Menschen zu erinnern, deren Leben am 3. und 4. April gewaltsam ein Ende fand. Dieses Gedenken gehört uns – den Familienangehörigen der Opfer, ihren Freunden und Bekannten.

Lassen wir uns das Gedenken nicht von denen nehmen, die gerade jetzt unsere Geschichte umdeuten wollen. Die Jahrestage der Zerstörung, die in vielen Städten Deutschlands z. Zt. begangen werden, wollen die Extremisten nutzen, um sich die Geschichte zu recht zu biegen.

Sie wollen mit ihren so genannten „Schnürstiefeln“ und „Bomberjacken“ auf dem Rücken jener marschieren, die ihren Tod im Bombenhagel gefunden haben. Sie wollen die Spielregeln der Demokratie nutzen, um sie abzuschaffen. Ihre Kränze oder Blumen sind eine Verhöhnung der Opfer.

Liebe Nordhäuserinnen und Nordhäuser,

heute gibt es ein Nordhausen voller Leben und Lebendigkeit. Es ist so schön, wie seit Kriegsende nicht mehr. Die Wunden des Krieges sind vernarbt und geheilt, manchmal auch nur überdeckt – aber nicht unsichtbar, weil sie in den Herzen vieler noch zu spüren sind.

Lassen Sie uns danken, dass wir heute hier gemeinsam in Frieden mit unseren Kindern, Eltern und Freunden stehen dürfen. Wir wollen dankbar sein, dass uns in wenigen Tagen ehemalige belgische Häftlinge bei ihrem Besuch hier in Nordhausen die Hände zur Versöhnung ausstrecken werden. Es sind die von den Nazis gezwungenen Häftlinge, die die V2 bauen mussten, mit denen Tage später ihre Heimatstadt Antwerpen teilweise in Schutt und Asche gelegt wurden.

Lassen Sie uns dankbar sein, dass wir mit Städten in Polen, Israel und Frankreich eine enge Partnerschaft leben, dass man dort unserer Friedfertigkeit vertraut.

Ich bitte Sie nun um das Gedenken an alle Opfer der Stadt Nordhausen im Zweiten Weltkrieg, insbesondere der Opfer vom 3. und 4. April. Wir wollen aller unschuldigen Opfer des Zweiten Weltkrieges gedenken und an die Opfer der Nationalsozialistischen Barbarei.

Wir wollen gedenken an alle Opfer von Rassismus, Gewalt und Krieg in der Welt.

Wir wollen an die Opfer denken, die durch ideologische Verblendung durch Hass und Menschenverachtung immer noch zu Tausenden in der Welt sterben.

Und ich möchte heute ausdrücklich auch die unschuldigen Opfer des Syrischen Bürgerkrieges in unser Gedenken einbeziehen.

Ich bitte um Ihr stilles Gedenken.
Autor: red

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Kommentare
Retupmoc
03.04.2013, 13:52 Uhr
Respekt
Eine kluge und sehr gute Rede, Herr Dr. Zeh! Alles richtig gesagt ! Und eines Gedenkens würdig.

Eine Frage stellt sich mir allerdings. Wieso konnten vornehmlich (aber nicht nur dort) die Deutschen, die unter Hitler in andere Länder einfielen und Dienstgrade vom Oberleutnant aufwärts hatten, nach 1945 Teile der bundesdeutschen Regierung bilden? Hatte das (bundesdeutsche) Volk schon alles vergessen?
Hans Dittmar
03.04.2013, 21:48 Uhr
@Retupmoc Nazis unter amerikanischen Banner
Im Westen wurden natürlich auch Prozesse geführt, aber nach einigen Entnazifizierungslehrgängen, wurden viele in das neue System eingefügt. Die Amerikaner nutzten ja die Deutschen und ihre Kenntnisse vom ersten Tag an, und urteilten nur die großen Verbrecher ab.

Im Osten sorgte schon der Russe dafür, dass jeder der irgendwie als Nazi wirkte in den Sonderlagern verschwand. Allein diese Verhaftungswellen sorgten für weitere Fluchten von Verbrechern in den Westen.

Aber auch im Osten fanden ehemalige Offiziere beim Aufbau der kasernierten Volkspolizei und später der NVA einen neuen Wirkungskreis.

Der Gedenktag am 3. April soll kein Aufrechnen von Schuld und Unschuld sein, sondern nur ein Gedenken an die Luftangriffe mit seinen Opfern.
Retupmoc
04.04.2013, 08:47 Uhr
So sollte es sein
Sie haben völlig Recht, Herr Dittmar. Ein Gedenktag sollte zum Gedenken sein. Allerdings - sollte man trotz allem Gedenken nicht vergessen, wie und warum etwas so ist. Die achso demokratischen Parteien schreien immer nach Demokratie und haben oft selbst genug Dreck am Stecken. Das sollte nicht vergessen werden. Nicht allein Hitler hat den Weltkrieg entfesselt, sondern er hatte den Rückhalt der meisten Parteien. Außer der KPD. Das nach dem Krieg diese Gesinnung weiter ging, ist auch den demokratischen Parteien zu verdanken, die Führungskräfte des " 3. Reiches " wie sie sagten gern für Ihre Zwecke entnazifizierten. Vielleicht kommt man ja auch deswegen nicht zu einem NPD - Verbot.
98maschr
04.04.2013, 09:34 Uhr
Die alte Mär
Da sieht man wieder einmal wie gut die Erziehung im Sinne der DDR-Diktatur doch vonstatten ging (das zumindest wurde gut abgeschaut von Hitler). Nazis gabs nach 1945 nur noch im Westen. Wers glaubt wird selig :) Amen.

PS: Als jemand der alles und jeden kommentiert sollte man zumindest zwischen Wehrmacht und SS/Waffen-SS differenzieren können.
Retupmoc
04.04.2013, 10:12 Uhr
Unsinnig
Natürlich gab es auch in der DDR Nazis, die sich hier versteckt haben. Nur eines haben die nicht: Fakt ist: Sie saßen nicht in der Regierung! Ulbricht oder Honecker waren bestimmt keine Kriegsverbrecher. Das ist der Unterschied zum Westen!

Und zum PS: Ich habe hier bewusst keine Differenzierungen vorgenommen. Für mich persönlich ist es egal, ob jemand in der Wehrmacht oder in der SS Menschen auf Befehl Hitlers getötet hat. Und jeder der Adolfs Partei gewählt hat, ist für mich ein Mittäter. Deshalb hat ja der Herr Dr. Zeh Recht mit seiner Äußerung, das dieser Krieg einzig und allein vom deutschen Volk vom Zaum gebrochen wurde.
98maschr
04.04.2013, 10:25 Uhr
Wenn, dann
aber vom damaligen deutschen Volk. Ich habe absolut kein schlechtes Gewissen wegen dem 2. WK. Warum auch, ich hab' da nicht gelebt. Klingt kleinkariert, macht meiner Meinung nach aber 'nen Riesenunterschied. Womit ich aber nichts bagatellisieren möchte - sowas muß man ja immer dazu schreiben sonst wird man verteufelt von linken Gutmenschen und bekommt die Moralkeule der ach so ethisch unantastbaren Journaille.
____________________________________________
Anmerkung der Red.: Die Diskussion ist hiermit beendet
memento mori
04.04.2013, 11:07 Uhr
Haben wir etwas daraus gelernt?!
Meinen Glückwunsch an Herrn Zeh für diese überaus gute Rede. Ich kann ihr in allen Punkten nur zustimmen.

Einzig und allein fehlt mir darin ein Rückschluss, ob wir nach 2 verheerenden Kriegen, von welchen der erste Deutschland ausbluten ließ, der zweite Deutschland vernichtete, etwas für die Zukunft gelernt haben?

Wo bleibt die Stellungnahme von Herrn Dr. Zeh zu den Kriegen und militärischen Konflikten der Gegenwart? Es sind heutzutage nicht riesige Kampfbomberverbände, welche weitsichtlich für alle über die Länder fliegen, und die todbringende Fracht auf die Bevölkerung niederregnen lassen. Es sind kleine Verbände von wenigen schnellen Jets, oder gar ganz und gar für das menschliche Auge nicht mehr sichtbare Drohnen, welche die Vernichtung in die Länder bringen. Doch nur, weil man diese nicht mehr sieht, ist die Wirkung dank moderner Technik nicht weniger tödlich.

Es sind zum Glück bisher keine deutschen Kampfflugzeuge, welche die Ziele in Afghanistan, im Irak, in Mali oder in Libyen bombardierten (die Drohnenangriffe im Jemen, im Iran, in Syrien und fast ganz Afrika noch gar nicht mit einberechnet). Doch ohne die deutsche Unterstützung im Aufklärungsbereich oder in der Logistik (man denke nur an Ramstein Air Base, den Dreh- und Angelpunkt der amerikanischen Luftwaffe in Europa) wären diese Kriege nicht oder nur erschwert möglich.
Ich wünsche mir von den Politikern im Bundeskanzleramt und im Bendlerblock, dass sie endlich das Grundgesetz, welches unter Mitbestimmung der alliierten Siegermächte in Kraft getreten ist, umsetzen. Darin steht:

„Art. 26 Abs. 1 GG: Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.“

Ich wünsche mir von Herrn Zeh, dass er zu dieser Politik seiner Parteikollegen in Bonn und Berlin Stellung bezieht. Einer der schlauesten Köpfe Deutschlands, welcher beide Weltkriege miterlebt hat, Albert Einstein, sagte: „Krieg kann man nicht humanisieren. Er kann nur abgeschafft werden.“

Es gibt keinen Krieg, auch wenn dies gern behauptet wird, in welchem die Zivilbevölkerung nicht zu Schaden kommt, in welchem nur militärische Ziele angegriffen werden. Die Hauptleidtragenden sind immer die Menschen. Deutschland hat sich seit dem zweiten Weltkrieg in vielen Aspekten wieder an die Weltspitze oder in deren Nähe gearbeitet, dabei so rühmliche Punkte wie Exportweltmeister, Vorreiter in der Energiepolitik, ein weltweit anerkanntes Modell der Berufsausbildung, und den Fußballweltmeister wollen wir hier auch nicht vergessen. Doch ebenso haben wir den wenig mit Ruhm bekleckerten Punkt des drittgrößten Waffenexporteurs der Welt.

Mit dieser verantwortungsvollen Position in der Weltgemeinschaft sollte sich Deutschland, und vor allem dessen Souverän, das deutsche Volk, überlegen, in welche Richtung es gehen will. Kämpft man für die Abschaffung der menschen- und menschenrechtsverachtenden Kriege, oder unterstützt man diese weiterhin und verdient weiter mit Waffenverkäufen an beide Konfliktparteien?

Ich habe mich bereits entschieden, und wenn man Umfragen verschiedener Institute betrachtet, so hat sich auch das deutsche Volk bereits entschieden, nämlich gegen diese Kriege. Wann fangen die Politiker an, dies umzusetzen?

Mit freundlichen Grüßen
Ein Nordhäuser Pazifist
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