Di, 12:35 Uhr
09.03.2004
Gemeinsames beraten
Nordhausen/Neustadt (nnz). Das hatte der Landkreis Nordhausen auch noch nicht erlebt: Gleich zwei Landesregierungen geben sich die Ehre und tagen im Südharz. Dabei ging es zwischen den Niedersachsen und Thüringern eher um Gemeinsamkeiten, denn um Trennendes.
Dass zum Beispiel im öffentlichen Dienst in Nordhausen weniger verdient wird, als in Bad Sachsa oder Osterode, das wollten die Regierenden aus Hannover oder Erfurt heute doch nicht wissen. Darüber redet man nicht bei solch hoch offiziellen Treffen. Man redet über die Gemeinsamkeiten, über Erfolge christdemokratischer Landes- und über Fehler sozialdemokratischer Bundespolitik. Man redet über das Positive. Und dass sich dieses Positive auch in Zukunft fortsetzen möge, zum Beispiel nach dem 13. Juni.
Gemeinsames war im Vorfeld der gemeinsamen Regierungssitzung auch in punkto Straßenanbindung auszumachen. Die B 243, die verbindet nun mal Thüringen mit Niedersachsen. Und eigentlich sollte die schon längst vierspurig ausgebaut sein, tatsächlich sind nicht mal die Planungen fertig. Hat daran auch der Bund schuld?
Dann gibt es zwischen beiden Bundesländern ja auch den Harz. Den kann man politisch nicht hin- und herschieben, den haben beide Länder vor der Haustür, und bislang ärgert es die touristischen Basisstationen zwischen Bad Harzburg und Bad Lauterberg immer noch, dass es Tourismus auch im Ost- oder Südharz gibt.
Der Ärger kann zwar nicht sofort behoben werden, wohl aber soll der Harz jetzt einheitlich vermarktet werden, vor allem zum zukünftigen Wohle der südlichen Höhezüge und Täler. Und aus Thüringer Sicht führt man mit stolzer Brust ins Feld, dass der HVV wohl auch nicht mehr das ist, was er mal war – nämlich ein Verkehrsverein für den ganzen Harz. Hier wird in den Südharzer Gefilden schon lange an einer anderen Marketing-Variante gebastelt. Wohl auch sitzt in der Region Nordhausen der Stachel immer noch sehr tief, dass das touristische Highlight – die Harz-Börse 2003 – den Nordhäuser nicht zugeschlagen worden war.
Aber an diesem so bedeutsamen Tag für die thüringische und niedersächsische Landespolitik sollen nicht nur die Ressorts zu Wort kommen, die sich um Verkehr und Tourismus kümmern, es soll auch – so steht es in der Einladung der Staatskanzlei – über die Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung sowie über die polizeiliche Zusammenarbeit geredet werden.
Nun reicht ein Blick auf die Deutschlandkarte um zu erahnen, welche Mühe eine solche gemeinsame Sitzung der Landesregierungen im Vorfeld gemacht und welche gesamtpolitische und damit praktische Bedeutung sie hat. Schließlich hat Niedersachsen nicht unbedingt den Bärenanteil an der Thüringer Landesgrenze. Doch genau an diesem Stückchen wohnen aus Thüringer Sicht eben zwei Minister und der Ministerpräsident. Und so ist das heutige Treffen zwischen Christian Wulff und Dieter Althaus samt ministeriellem Anhang gut für den Thüringer Norden.
Autor: nnz
Dass zum Beispiel im öffentlichen Dienst in Nordhausen weniger verdient wird, als in Bad Sachsa oder Osterode, das wollten die Regierenden aus Hannover oder Erfurt heute doch nicht wissen. Darüber redet man nicht bei solch hoch offiziellen Treffen. Man redet über die Gemeinsamkeiten, über Erfolge christdemokratischer Landes- und über Fehler sozialdemokratischer Bundespolitik. Man redet über das Positive. Und dass sich dieses Positive auch in Zukunft fortsetzen möge, zum Beispiel nach dem 13. Juni.
Gemeinsames war im Vorfeld der gemeinsamen Regierungssitzung auch in punkto Straßenanbindung auszumachen. Die B 243, die verbindet nun mal Thüringen mit Niedersachsen. Und eigentlich sollte die schon längst vierspurig ausgebaut sein, tatsächlich sind nicht mal die Planungen fertig. Hat daran auch der Bund schuld?
Dann gibt es zwischen beiden Bundesländern ja auch den Harz. Den kann man politisch nicht hin- und herschieben, den haben beide Länder vor der Haustür, und bislang ärgert es die touristischen Basisstationen zwischen Bad Harzburg und Bad Lauterberg immer noch, dass es Tourismus auch im Ost- oder Südharz gibt.
Der Ärger kann zwar nicht sofort behoben werden, wohl aber soll der Harz jetzt einheitlich vermarktet werden, vor allem zum zukünftigen Wohle der südlichen Höhezüge und Täler. Und aus Thüringer Sicht führt man mit stolzer Brust ins Feld, dass der HVV wohl auch nicht mehr das ist, was er mal war – nämlich ein Verkehrsverein für den ganzen Harz. Hier wird in den Südharzer Gefilden schon lange an einer anderen Marketing-Variante gebastelt. Wohl auch sitzt in der Region Nordhausen der Stachel immer noch sehr tief, dass das touristische Highlight – die Harz-Börse 2003 – den Nordhäuser nicht zugeschlagen worden war.
Aber an diesem so bedeutsamen Tag für die thüringische und niedersächsische Landespolitik sollen nicht nur die Ressorts zu Wort kommen, die sich um Verkehr und Tourismus kümmern, es soll auch – so steht es in der Einladung der Staatskanzlei – über die Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung sowie über die polizeiliche Zusammenarbeit geredet werden.
Nun reicht ein Blick auf die Deutschlandkarte um zu erahnen, welche Mühe eine solche gemeinsame Sitzung der Landesregierungen im Vorfeld gemacht und welche gesamtpolitische und damit praktische Bedeutung sie hat. Schließlich hat Niedersachsen nicht unbedingt den Bärenanteil an der Thüringer Landesgrenze. Doch genau an diesem Stückchen wohnen aus Thüringer Sicht eben zwei Minister und der Ministerpräsident. Und so ist das heutige Treffen zwischen Christian Wulff und Dieter Althaus samt ministeriellem Anhang gut für den Thüringer Norden.


