Do, 09:14 Uhr
28.03.2013
Stockhausens Platt (5)
nnz-Leser Hans-Dieter Stockhausen schreibt für sein Leben gern Gedichte. Am liebsten in Nordhäuser Platt. In seinen heutigen Versen widmet er sich einem Mann, der eigentlich schon Geschichte sein sollte...
Autor: redDr Schneemann
Dicker Schnee laeht wiet un briet
jetz aes dofer de beste Ziet,
mie bruchen nich me länger worten,
mie boun aen Schneemann in daen Gorten.
Su saht dr Vater fer de Kinger
un reiwet sich vergniecht de Finger.
He wälzt nen Schneeball unbeerrt,
bis he ne gruße Kugel werd.
Ne zweite Kugel kämmet nun
uff dr erschten Kugel zun ruhn.
Ganz owene uff dissen Kopp
kämmet noch aen ohler Topp
Bewundernd schtehen do de Kinger,
Vater reiwet de kolten Finger.
Fer de Auen nahmp me frieher Kohlen,
die kunnte me ussen Keller holen,
bie Gasheizungk haet me do kin Glick,
do greift me uff Matteral zerick,
welches sich dr brave Mann
mühelus besorjen kann.
Deshalb holte sich jetzt flink
aen poor Fläschchen Kümmerling.
Die uusjetrunken un verbauen,
gitt Vater un Schneemann leuchtende Auen.
He haet kinne Kohlen, us dissen Grund
nimmt he zwei Fläschen au fer ´n Mund.
In de Mitte kämmt ne große
rote Meehre als dicke Nose.
Dos met die Flaschen aes bequeme,
die kamme au als Knöppe nehme.
Erklärend gugte de Kinger aan:
Sun Schneemann muss veele Kneppe ha´n
deshalb macht he, dos fällt nich schwer
noch etliche klinne Fläschchen leer.
He schteht etwas scheip, dr Schneemann schteht grade,
dos aes fer ehn awer au kinn Schade,
denn trotz Orwiet mett daen veelen Schnee
haet he kinne kolten Fingersch me.
De Kinger sin von Vater begeistert,
wie der dn Bau von Schneemann jemeistert.
Met Blick uff dn Vater saht dr Kleine:
Nimmp fer de Auen doch liwer Schteine
Dr Schneemann kann dis Johr inn Goorten
uffen Osterhasen woorten!
Horst-Dieter Stockhausen
Nordhausen, 28.März 2013
Dicker Schnee laeht wiet un briet
jetz aes dofer de beste Ziet,
mie bruchen nich me länger worten,
mie boun aen Schneemann in daen Gorten.
Su saht dr Vater fer de Kinger
un reiwet sich vergniecht de Finger.
He wälzt nen Schneeball unbeerrt,
bis he ne gruße Kugel werd.
Ne zweite Kugel kämmet nun
uff dr erschten Kugel zun ruhn.
Ganz owene uff dissen Kopp
kämmet noch aen ohler Topp
Bewundernd schtehen do de Kinger,
Vater reiwet de kolten Finger.
Fer de Auen nahmp me frieher Kohlen,
die kunnte me ussen Keller holen,
bie Gasheizungk haet me do kin Glick,
do greift me uff Matteral zerick,
welches sich dr brave Mann
mühelus besorjen kann.
Deshalb holte sich jetzt flink
aen poor Fläschchen Kümmerling.
Die uusjetrunken un verbauen,
gitt Vater un Schneemann leuchtende Auen.
He haet kinne Kohlen, us dissen Grund
nimmt he zwei Fläschen au fer ´n Mund.
In de Mitte kämmt ne große
rote Meehre als dicke Nose.
Dos met die Flaschen aes bequeme,
die kamme au als Knöppe nehme.
Erklärend gugte de Kinger aan:
Sun Schneemann muss veele Kneppe ha´n
deshalb macht he, dos fällt nich schwer
noch etliche klinne Fläschchen leer.
He schteht etwas scheip, dr Schneemann schteht grade,
dos aes fer ehn awer au kinn Schade,
denn trotz Orwiet mett daen veelen Schnee
haet he kinne kolten Fingersch me.
De Kinger sin von Vater begeistert,
wie der dn Bau von Schneemann jemeistert.
Met Blick uff dn Vater saht dr Kleine:
Nimmp fer de Auen doch liwer Schteine
Dr Schneemann kann dis Johr inn Goorten
uffen Osterhasen woorten!
Horst-Dieter Stockhausen
Nordhausen, 28.März 2013

