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Fr, 11:47 Uhr
15.03.2013

Alles nur Fassade?

Die Stadtverwaltung soll sich dafür einsetzen, dass zumindest die Fassade des Gebäudes Altendorf 30 und der benachbarte Torbogen erhalten bleiben. Das haben gestern Nachmittag Mitglieder des Denkmalbeirates bei einem Treffen mit Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh und Dezernentin Hannelore Haase gefordert.

Gespräch im Rathaus (Foto: P. Grabe|Stadtverwaltung Nordhausen) Gespräch im Rathaus (Foto: P. Grabe|Stadtverwaltung Nordhausen)
Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh und Dezernentin Hannelore Haase (linsk) trafen im Rathaus Vertreter des Nordhäuser Denkmalbeirats.

Das Gebäude Altendorf 30 - eine Villa im Palazzo Stil - gehört zu einem Areal in der Nordhäuser Altstadt, das ein Unternehmer für den Wohnungsbau entwickeln möchte. Das Haus steht unter Denkmalschutz.

Es sei klar, dass das Gebäude aufgrund seines desolaten Zustands nicht insgesamt erhalten oder saniert werden könne. „Das ist keinem Investor finanziell zumutbar“, so Denkmalbeirats-Mitglied Hans-Jürgen Gerboth. Aber aufgrund der Einmaligkeit des Hauses und seiner identitätsstiftenden Rolle für die Altstadt sollte der Erhalt der Fassaden möglich sein.

Dr. Zeh verwies darauf, dass das Haus auf der Denkmalliste des Freistaates stehe, und bot sich für Vermittlungsgespräche mit dem Investor an. „Man sollte es sich bei solchen reizvollen und historischen Gebäuden tatsächlich sehr schwer machen, sich von ihnen zu trennen. Andererseits wäre es tragisch, wenn daran die Umsetzung des guten Gesamtkonzepts des Investors scheitern würde, der ja mit sehr viel Herzblut seinen Teil zur Entwicklung der Altstadt leisten will“, so der Oberbürgermeister.

„Vielleicht ist ein Teilerhalt ein Kompromiss.“ Leider sei es der Stadt insbesondere aufgrund gekürzter Landesmittel nicht möglich, Fördermittel für den Gesamterhalt des Gebäudes zur Verfügung zu stellen.
Autor: red

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Kommentare
Luftikus
15.03.2013, 18:29 Uhr
Nur Fassade? Wer will den so eine Investitionsbremse?
Seit mehr als 20 Jahre dämmert das Objekt in der Altstadt dahin. Selbst als es noch bewohnt war, waren die Mängel bekannt und keiner hat investiert. Natürlich ist es schade, wenn solche Häuser verschwinden, aber welcher Investor will hier noch investieren wenn er so eine Auflage bekommen sollte. Da gab es viel interessantere Gebäude in der Stadt wo sich auch keiner gekümmert hat. Erst wenn einer kommt, der etwas bewegen will, ist man in Nordhausen bereit mit anzupacken, aber nur an den Steinen die man in den Weg legen kann. Hier geht es nicht nur um ein Objekt, sondern um die Bebauung eines ganzen Areals. Und als Einwohner dieser Stadt ist mir mehr daran gelegen, wenn die Altstadt neues Leben erfährt, als irgendeine alte morsche Fassade in ein neues Objekt zu integrieren.

Schaut Euch den Lindenhof an, alles nur noch Ruine, aber da könnte man verlangen die Außenwende stehen zulassen.

Ich persönlich hoffe das hier neues Leben entsteht. Und wenn der Investor abspringt nur wegen der Fassade, dann fällt genau die in den nächsten 10 Jahren auf die Straße.

Gerd L.
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