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Di, 15:05 Uhr
12.03.2013

Bücher brannten auf Scheiterhaufen

Die Besucher der Bleicheröder Stadtbibliothek erwartet in den kommenden Wochen ein ungewöhnlicher Anblick: Die Nachbildung eines Scheiterhaufens ruft die "Bücherverbrennung" im Mai 1933 in Erinnerung: Am 10. Mai vor 80 Jahren...

Scheiterhaufen in der BibO (Foto: S. Spehr) Scheiterhaufen in der BibO (Foto: S. Spehr)

Aus Anlass des 80. Jahrestages der Bücherverbrennung am 10. Mai bietet der Heimat- und Fremdenverkehrsverband (HFVV) in der Stadtbibliothek Bleicherode für Literaturliebhaber etwas ganz besonderes an: Bibliotheksleiterin Monika Thiesler hat ihren Bestand durchgesehen und zahlreiche Werke „entarteter Autoren“ gefunden.

Diese präsentiert sie in der Bibliothek an exponierter Stelle. Die Nachbildung eines Scheiterhaufens, installiert von Peter Weinert, wird in der Stadtbibliothek von zahllosen Namen und einer augenscheinlich irrwitzigen Auswahl von Buchtiteln gesäumt.

Und jeder, der sich angesichts der langen Liste der auszumerzenden Bücher verwundert die Augen reibt, ist nun gern eingeladen, in Erinnerung an diesen Frevel mal wieder in eines der Werke hineinzulesen. Verbrannt wurden unter vielen anderen auch Bücher der weltbekannten Autoren Lion Feuchtwanger, Anna Seghers, Kurt Tucholski oder Arthur Schnitzler. Selbst „Pünktchen und Anton“ von Erich Kästner und andere Kinderbuchklassiker gingen in jener Frühlingsnacht in zahlreichen deutschen Universitätsstädten in Flammen auf!

Alle, die gern im Andenken an die Autoren und ihre bis heute geliebten und viel gelesenen Klassiker eines der Bücher lesen möchten, können sich gern in der Bleicheröder Stadtbibliothek melden. Wer möchte, kann nach der Lektüre eine kleine Buchbesprechung oder aber eigene schöne Erlebnisse mit einem der besonderen Bücher bei Monika Thiesler einreichen, die dann auch veröffentlicht werden.

Mit dieser Aktion setzt der HFVV ein Zeichen für die Vernunft, die dem Unrecht die Stirn bietet!
Autor: red

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