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Mi, 19:59 Uhr
06.03.2013

Geld zum Auskommen

Was in der großen Politik der Mindestlohn für arbeitende Menschen ist, das sind in der kleinen Politik auskömmlichen Finanzen für die Kommunen. Das haben jetzt die Bürgermeister des Landkreises Nordhausen gefordert...

Beratung mit den kommunalen "Chefs" (Foto: J. Piper) Beratung mit den kommunalen "Chefs" (Foto: J. Piper)

Über den Regionalplan Nordthüringen haben sich heute in einer Beratung mit der Landkreisverwaltung die Bürgermeister informiert. Ein wichtiges Thema ist darin zum Beispiel den ländlichen Raum zu stärken. Dazu will der Landkreis gemeinsam mit dem LEADER-Management weiter im Gespräch mit den Gemeinden bleiben.

In die Regionalplanung spielt auch die derzeitige Diskussion um die Gebietsreform und damit den Expertenbericht der Landesregierung hinein, auf den auch die Debatte der Bürgermeister kam. Einhellig äußerten viele Gemeindechefs die Kritik, dass das Land bei der Erarbeitung dieses Berichts zu wenig die Basis, die Kommunen vor Ort, befragt habe.

Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war der Haushalt des Kreises für 2013/14. Der derzeitige Entwurf sieht denselben Kreisumlagesatz wie im Vorjahr, nämlich 37,27% vor. Die Personalkosten sollen bei rund 21,5 Millionen stabil bleiben. Die sozialen Leistungen liegen bei gut 28 Millionen jährlich. Hinzu kommen rund 15,6 Millionen für die Kosten der Unterkunft im SGB II. Dem gegenüber stehen in diesem Etatposten 5,5 Millionen Einnahmen vom Bund, etwa eine halbe Million weniger als 2012.

Im Vermögenshaushalt ist geplant, die laufenden Sanierungs­maßnahmen in der Spendekirchhofhalle und der Grundschule Werther zu beenden sowie verschiedene Investitionen in den Brandschutz der Schulen. "Wir versprechen uns vom Doppelhaushalt eine größere Planungssicherheit für Sie in den Kommunen, für die sozialen Träger und für die Investitionen, die wir planen", sagte die Beigeordnete Jutta Krauth. "Wir haben eine Botschaft, eine Schwerpunktsetzung mit diesem Haushalt", sagte Birgit Keller. "Die Gemeinden sind immer am Ende der Fahnenstange, was die Ausfinanzierung angeht. Wir wollen das als Kreis nicht weiterhin so an die Gemeinden weiterreichen."

Die Aufgabenerbringung könne nicht permanent zu Lasten der Kommunen gehen, so Keller weiter. Sie bekräftige erneut ihre Forderung an das Land, endlich ausreichend Mittel für die kommunale Ebene bereitzustellen. Derzeit seien die Mittel nicht auskömmlich, die das Land für die Aufgaben überweist, die der Kreis für den Freistaat erledigt. Aktuell fehlen mehr als eine Million Euro in diesem übertragenen Wirkungskreis, die über die Kreisumlage finanziert werden müssen.

Ellrichs Bürgermeister Matthias Ehrhold dankte als Vorsitzender des Gemeinde- und Städtebundes für den Ansatz der Kreisverwaltung, den Satz für die Kreisumlage für die nächsten beiden Jahre auf dem Niveau von 2012 einzufrieren. Einige Bürgermeister forderten auch die Landkreisverwaltung auf, Ermessensspielräume zugunsten der Gemeinden auszunutzen. Kritik ging auch in Richtung Land. Werthers Bürgermeister Hans-Jürgen Weidt nannte es eine "Verhöhnung der Kommunen", wie das Land den Kommunalen Finanzausgleich gestaltet habe.

Werther stehe nach den Änderungen des Finanzausgleichs noch schlechter da als im ersten Entwurf. Die Steuereinnahmen, die das Land für seine Gemeinde prognostiziere, könne er nicht nachvollziehen. Joachim Leßner aus Wipperdorf forderte seine Bürgermeisterkollegen auf, sich aktiv beim Land dafür einzusetzen, ausreichend Geld für die Städte und Gemeinden zur Verfügung zu stellen und jede sich dafür bietende Gelegenheit zu nutzen.

Stephan Klante, Bürgermeister von Harztor, schlug vor, dass die Gemeinden eine Petition an den Finanzminister verfassen, die Birgit Keller zu einem baldigen Treffen mit Minister Voß mitnehmen könne. Der Kreistag wird sich Anfang April mit dem Etatentwurf für 2013/14 auseinandersetzen, die Beschlussfassung ist für den Mai geplant. Bis dahin will die Landkreisverwaltung gemeinsam mit den Kreistagsmitgliedern Ansätze suchen, das noch bestehende Defizit in der Haushaltsplanung auszugleichen.
Autor: red

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Kommentare
I.H.
06.03.2013, 21:13 Uhr
Haben die da im Kreistag keinen Kalender?
Im Jahr 2019 läuft die Gießkannenförderung der West-Länder für die Ost-Länder komplett aus! Und was haben die hiesigen Ostler Kreisvertreter bis dato dagegen gemacht, außer nach mehr Geld vom Land zu schreien? Nichts!

Eine Region, die sich 23 Jahre nach deutscher Einheit wirtschaftlich nicht selbst tragen kann, hat irgend etwas falsch gemacht. Darüber sollte diskutiert werden und nicht darüber, was die anderen Bundesländer (West) hier noch über das Land zahlen sollen!
lumpi22
07.03.2013, 10:11 Uhr
Richtig Statler Waldorf!
Genau so sehe ich das auch! Aber diese Politik in unserem Kreis und auch Stadt steht nur nach weiteren finanziellen Forderungen und das oft nicht zum Wohle der Bürger, sondern mehr für die eigene Tasche (siehe die 2.Abgeordneten, die man nicht gebracuht hätte!) und zur weiteren Erhöhung der Schulden (siehe die beiden Prunkbauten in der Stadt mit riesigen finanziellen Deckungslücken)...
Harzer_Wolf
07.03.2013, 11:02 Uhr
Mauer
Vielleicht sollten wir die Mauer wieder hochziehen, @ Statler Waldorf? Dann würde es uns allen wieder besser gehen.

Sarkasmus aus!

Fakt ist, das die Region nicht viel falsch gemacht hat, denn Sie wurde seit 1990 konsequent abgewickelt. Arbeitsplätze und Industrie gingen in Massen verloren ( IFA, Hochbau, Nobas, nur um ein paar Beispiele zu nennen, denn die komplette Liste wäre sehr sehr lang ). Statt der Tierproduktion übernahm eine holländische Firma die Schweinemast, um uns mit ihrem Gestank zu beglücken. Statt Arbeitsplätzen schoss ein Autohaus nach dem anderen in die Höhe usw. usw. usw.. Und unsere Lebensmittelindustrie wurde zugunsten der genversuchten Westprodukte gecancelt. Was wäre also zu tun gewesen ? Und wieso Statler Waldorf kriegen selbst die Westkommunen die Haushalte nicht gebacken ( Duisburg, Essen usw. ) Hatten die auch 40 Jahre den Russen im Haus? oder etwa die Kommunisten an der Regierung? Oder liegt das ganze Drama am Ende nur daran, das wir seit Jahrzehnten unfähige Politiker haben und das in Ost und West ? Politiker die nur ihren Eigennutz im Kopf haben und nicht die Bevölkerung? Politiker die statt den Kommunen Geld für Bildung, Kinder, Nahverkehr oder Sanierungen lieber das Geld der Russen-Mafia auf Zypern zustecken oder mit der neuesten Bombe in Afganistan oder Syrien vor Ort sind. Die Landkreise und Städte sind schon lange nur noch Spielball dieser Situation. Aber solange man auf den Kreispolitikern, die meistens ( nicht immer ) gar nichts dafür können,rumhackt, solange dürfen die Leyen weiter rummerkeln. Wacht doch endlich mal auf.
I.H.
07.03.2013, 17:08 Uhr
Gleich hat er's
Sie stehen unmittelbar kurz vor dem Durchbruch Harzer-Wolf. Mit Duisburg, Essen und Co sind Sie schon kurz davor, die sowjetische Besatzungszone zu verlassen. Duisburg, Essen,...- Kohle, Stahl,...! Na, machts klick? Was fehlt denen da wohl?

Und ob Sie es glauben oder nicht, in der Demokratie fängt die Politik im Gemeinderat an. Bundestag kommt ganz zum Schluß. Aber ich weiß, früher war das alles anders und viel schöner.

Apropos 40 Jahre Russen. Was sind schon 40 Jahre Russen haben gegen 23 Jahre Zone haben? hahahahaha
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