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Mi, 13:29 Uhr
06.03.2013

Langer Weg zur Arbeit

Die Menschen im Landkreis Nordhausen sind mobil, wenn es um die Berufstätigkeit geht: Rund 9.800 Menschen pendeln zur Arbeit in einen anderen Kreis oder ein anderes Bundesland. Das sind rund 32 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die im Kreis wohnen...


Fast jeder Fünfte überschreitet sogar die Thüringer Landesgrenzen. "Volle Züge und verstopfte Autobahnen kosten Pendlern jedoch nicht nur Zeit, sondern gehen offensichtlich auch an der Psyche nicht spurlos vorbei", erklärt Teresa Urban, Sprecherin der Techniker Krankenkasse (TK) in Nordhausen.

TK-Auswertungen zeigen, Mobilität ist ein Risikofaktor für psychisch bedingte Fehlzeiten. Dr. Thomas Grobe vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung in Hannover (ISEG): "Wir haben erstmals Daten zur Entfernung von Wohn- und Arbeitsort der Beschäftigten herangezogen. Es zeigt sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Distanz zum Arbeitsort und einer psychischen Belastung. Auch Wohnort- oder Arbeitsplatzwechsel erhöhen das Risiko für psychische Erkrankungen." Berufspendler seien mit 2,2 Fehltagen pro Kopf häufiger und langwieriger von psychischen Diagnosen betroffen als andere Beschäftigte (1,9 Tage).

Im Flächenland Thüringen trifft dies offenbar besonders zu. Im Vergleich zur Referenzregion Nordrhein-Westfalen liegt das Risiko für eine psychische Erkrankung bei mobilen Erwerbspersonen im Freistaat um etwa sechs Prozent höher.

Insgesamt pendeln in Thüringen knapp 40 Prozent der Beschäftigten in einen anderen Kreis oder ein anderes Bundesland. Jeder Sechste verlässt den Freistaat. Die Thüringer zieht es dabei vor allem nach Bayern, Hessen und Sachsen. Zwei Drittel der Pendler sind männlich, knapp ein Viertel ist im verarbeitenden Gewerbe beschäftigt, 15 Prozent im Handel, elf in der Baubranche.

"Betriebliche Gesundheitsförderung muss sich verstärkt auch den Anforderungen einer immer mobileren und flexibleren Arbeitswelt widmen. Es geht darum, Strategien für ein gesünderes Arbeiten zu entwickeln, beispielsweise variable Arbeitszeitmodelle, Home-Office oder Telefon- und Videokonferenzen anzubieten", so Teresa Urban.
Autor: red

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Kommentare
ehemalige
08.03.2013, 13:23 Uhr
Keine andere Möglichkeit
Wenn man im Landkreis Nordhausen einer Beschäftigung nachgehen will hat man keine anderen Möglichkeiten als größere Fahrstrecken auf sich zu nehmen. Freie Stellen gibt es nicht und wenn werden sie entweder an Zeitarbeiter oder aber Bekannte/Verwandte der Beschäftigten vergeben.
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