Do, 21:32 Uhr
26.02.2004
Der Phönix-Donnerstag
Nordhausen (nnz). Drei Thüringer Minister in Nordhausen, davon zwei aus Nordhausen – wann hat es das schon mal gegeben? Heute erlebte diese Konstellation ihre Premiere. Inszeniert und vorbereitet hatte sie der Verband der Wirtschaft Nordhausen. Was am Abend im BIC geredet wurde, das erfahren Sie mit einem Klick auf MEHR.
Hans-Joachim Junker, der Verbandschef, stellte zum Beginn der Veranstaltung deren Motto Zukunftschancen für Nordthüringen ins Verhältnis zu einen Widerspruch. Da gebe es auf der einen Seite ein sich ständig verschönerndes Wohn- und Erlebensumfeld für die Bürger und eine bessere Wohn-Infrastruktur, auf der anderen Seite jedoch eine nicht ausreichende Wirtschaftskraft der Region. In diesem Spannungsfeld sollten die folgenden Stunden stehen, schloß sich der Moderator des Abends, Fachhochschulrektor Prof. Juckenack an.
Was dann folgte, das war allerdings kein Spannungsbogen, das waren zehn Statements zu zehn Themen, die zum größten Teil auch dem ministeriellen Dreigestirn bekanntes auflisteten. Der Sachverständigenrat widmete sich der A 38, ihrer Wichtigkeit, ihrer Bedeutung und ihren bekannten Problemen. Dass diese Trasse wichtig für diese Region ist, das musste in dieser Runde kaum noch einmal zum Gegenstand der Rede werden.
Weitere Statements zum Landesentwicklungsplan, zu Förderprogrammen des Landes, des Bundes und der EU, zur bislang sechsjährigen Geschichte der Planungen zum Industriegebiet in der Goldenen Aue, zum Regionalmanagement folgten. Da hatte der große Zeiger auf der Uhr schon fast zwei volle Runden gedreht. Es ging weiter. Tobias Jung von den Südharzer Gipswerken machte auf die Notwendigkeit des künftigen Rohstoffabbaus aufmerksam, vor allem im Südharz. Als touristischen Ausgleich bot er Werksbesuche für Südharz-Gäste an. Wo anders würde das ja schließlich auch funktionieren.
Es vergingen noch weitere 30 Minuten, ehe Thüringens Sozialminister Dr. Klaus Zeh ans Rednerpult kam. Zeh ging auf die weichen Standortfaktoren einer Region ein, und machte das soziale Engagement des Freistaates für die Nordthüringer Region an vielen Zahlen deutlich (siehe auch nnz von heute). Dem einzigen Nicht-Nordthüringer im ministeriellen Dreigestirn, Andreas Trauvetter, war es vorbehalten, über den nunmehr zweiten Entwurf des LEP zu philosophieren. Es sei eigentlich der Stand erreicht, den es für die Zentreneinteilung vor dem Gnauckschen Zwischenspiel gegeben hätte. Fünf Sprossen gebe es für die Kommunen. Die wichtigste Nachricht: Nordhausen wird Mittelzentrum mit Teilfunktion Oberzentrum bleiben. In punkto Bodenschätze stellte sich der Innenminister aus Südthüringen hinter die Meinung von Jung. Tourismus und Rohstoffabbau müssten sich nicht ausschließen, so Trautvetter, der sicher schon einige Besuche im Erlebnisbergwerk Merkers absolviert hat. Ob Touristen allerdings in Neustadt frische Südharzluft atmen wollen, wenn Reichweite der Lungen ein Anhydrittagebau arbeitet, das sei mal vorsichtig dahingestellt.
Den cleversten Part der drei Minister lieferte gestern Jürgen Reinholz ab. Der unterhielt das Auditorium mit einer Mischung aus Optimismus und Hieben auf die Bundesregierung. Eindringlich warnte Reinholz davor, das Industriegebiet in der Goldenen Aue zerreden zu lassen. Es darf keine zwei kleine Flächen geben, mahnte er an und verwies auf seine Erfahrungen als LEG-Chef. Kurz und knapp referierte Reinholz zu Fördermöglichkeiten des Landes für Klein- und mittelständische Unternehmen. Und irgendwie hatten selbst Förderlaien plötzlich das Gefühl: Wir haben verstanden.
Dann sollten Fragen gestellt werden. Eine gab es zum LEP, dann musste Prof. Juckenack fast flehen, ehe Otto Brand betonte, dass die A 38 und A 71 die nordthüringer Region insgesamt aufwerten würde. Nach den Schlussworten des Moderators und des Verbandsvorsitzenden gab es dann Gelegenheit, mit den Ministern ins Gespräch zu kommen. Davon wurde natürlich auch rege Gebrauch gemacht. Wann wird es diese Konstellation schon wieder mal geben? Sie sollte jedoch, so die Wünsche von Hans-Joachim Junker, zur jährlichen Tradition werden. Nach dem Aschermittwoch ein Phönix-Donnerstag in Nordhausen.
Autor: psg
Hans-Joachim Junker, der Verbandschef, stellte zum Beginn der Veranstaltung deren Motto Zukunftschancen für Nordthüringen ins Verhältnis zu einen Widerspruch. Da gebe es auf der einen Seite ein sich ständig verschönerndes Wohn- und Erlebensumfeld für die Bürger und eine bessere Wohn-Infrastruktur, auf der anderen Seite jedoch eine nicht ausreichende Wirtschaftskraft der Region. In diesem Spannungsfeld sollten die folgenden Stunden stehen, schloß sich der Moderator des Abends, Fachhochschulrektor Prof. Juckenack an.Was dann folgte, das war allerdings kein Spannungsbogen, das waren zehn Statements zu zehn Themen, die zum größten Teil auch dem ministeriellen Dreigestirn bekanntes auflisteten. Der Sachverständigenrat widmete sich der A 38, ihrer Wichtigkeit, ihrer Bedeutung und ihren bekannten Problemen. Dass diese Trasse wichtig für diese Region ist, das musste in dieser Runde kaum noch einmal zum Gegenstand der Rede werden.
Weitere Statements zum Landesentwicklungsplan, zu Förderprogrammen des Landes, des Bundes und der EU, zur bislang sechsjährigen Geschichte der Planungen zum Industriegebiet in der Goldenen Aue, zum Regionalmanagement folgten. Da hatte der große Zeiger auf der Uhr schon fast zwei volle Runden gedreht. Es ging weiter. Tobias Jung von den Südharzer Gipswerken machte auf die Notwendigkeit des künftigen Rohstoffabbaus aufmerksam, vor allem im Südharz. Als touristischen Ausgleich bot er Werksbesuche für Südharz-Gäste an. Wo anders würde das ja schließlich auch funktionieren.
Es vergingen noch weitere 30 Minuten, ehe Thüringens Sozialminister Dr. Klaus Zeh ans Rednerpult kam. Zeh ging auf die weichen Standortfaktoren einer Region ein, und machte das soziale Engagement des Freistaates für die Nordthüringer Region an vielen Zahlen deutlich (siehe auch nnz von heute). Dem einzigen Nicht-Nordthüringer im ministeriellen Dreigestirn, Andreas Trauvetter, war es vorbehalten, über den nunmehr zweiten Entwurf des LEP zu philosophieren. Es sei eigentlich der Stand erreicht, den es für die Zentreneinteilung vor dem Gnauckschen Zwischenspiel gegeben hätte. Fünf Sprossen gebe es für die Kommunen. Die wichtigste Nachricht: Nordhausen wird Mittelzentrum mit Teilfunktion Oberzentrum bleiben. In punkto Bodenschätze stellte sich der Innenminister aus Südthüringen hinter die Meinung von Jung. Tourismus und Rohstoffabbau müssten sich nicht ausschließen, so Trautvetter, der sicher schon einige Besuche im Erlebnisbergwerk Merkers absolviert hat. Ob Touristen allerdings in Neustadt frische Südharzluft atmen wollen, wenn Reichweite der Lungen ein Anhydrittagebau arbeitet, das sei mal vorsichtig dahingestellt.
Den cleversten Part der drei Minister lieferte gestern Jürgen Reinholz ab. Der unterhielt das Auditorium mit einer Mischung aus Optimismus und Hieben auf die Bundesregierung. Eindringlich warnte Reinholz davor, das Industriegebiet in der Goldenen Aue zerreden zu lassen. Es darf keine zwei kleine Flächen geben, mahnte er an und verwies auf seine Erfahrungen als LEG-Chef. Kurz und knapp referierte Reinholz zu Fördermöglichkeiten des Landes für Klein- und mittelständische Unternehmen. Und irgendwie hatten selbst Förderlaien plötzlich das Gefühl: Wir haben verstanden.
Dann sollten Fragen gestellt werden. Eine gab es zum LEP, dann musste Prof. Juckenack fast flehen, ehe Otto Brand betonte, dass die A 38 und A 71 die nordthüringer Region insgesamt aufwerten würde. Nach den Schlussworten des Moderators und des Verbandsvorsitzenden gab es dann Gelegenheit, mit den Ministern ins Gespräch zu kommen. Davon wurde natürlich auch rege Gebrauch gemacht. Wann wird es diese Konstellation schon wieder mal geben? Sie sollte jedoch, so die Wünsche von Hans-Joachim Junker, zur jährlichen Tradition werden. Nach dem Aschermittwoch ein Phönix-Donnerstag in Nordhausen.

