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Mi, 14:31 Uhr
25.02.2004

Die Zeit wird knapp für Nordhausen

Nordhausen (nnz). In Nordhausen redet und diskutiert man nun schon seit Jahren über die Erschließung des Industriegebietes Goldene Aue, ohne dass ein Ende abzusehen ist. Dazu eine Betrachtung von nnz-Autorin Monique Schlegel.


Zwar ließ Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke vor einigen Tagen verlauten, dass im Frühjahr das Baurecht geschaffen werden kann, auf das man schon im vergangenen Herbst hoffte. Die neuerliche Reaktion der Bürgerinitiative "Rettung der Goldenen Aue" lässt demgegenüber ein Ende der Debatten noch nicht erkennen. Nun lässt ein kürzlich in der nnz erschienener Bericht zum Bau der A 38 die Befürchtung aufkommen, dass sich durch die Kündigung des Vertrages mit Toll Collect und deren finanzielle Folgen auch die Fertigstellung der A38 verzögern könnte, während vom Bau der A71 bei Sömmerda von derartigen Befürchtungen noch nichts bekannt ist.

Das wiederum könnte Auswirkungen haben auf das vom Kyffhäuserkreis angestrebte Industriegebiet bei Artern/Ringleben. Aus einem kürzlich in Sondershausen stattgefundenen Wirtschaftsforum mit Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) und Vertretern der LEG weiß man um die Bedeutung, die der Kyffhäuserkreis diesem Industriegebiet beimisst, um seine eigene regionale wirtschaftliche Entwicklung schnellstmöglich voran zu bringen. Das Projekt könne Realität werden, wenn sich Freistaat und LEG gemeinsam für die Realisierung engagieren und die Bemühungen des Kyffhäuserkreises unterstützten. Landrat Peter Hengstermann (CDU) appellierte in jenem Forum an Land und LEG, dem Projekt Priorität einzuräumen. Dass das Werben um Investoren dann leicht zu einer Konkurrenzsituation zwischen Nordhausen und dem Kyffhäuserkreis führen kann, ist leicht abzusehen.

Interessant ist nun die Kunde, dass man in Ostthüringen, nämlich im Raum Ronneburg, ein Industriegroßgebiet zu erschließen versucht, zu dem sich vier Kommunen zusammengefunden haben um das Projekt gemeinsam voran zu bringen. Für die Gemeinschaftsplanung hat der Freistaat Thüringen bereits seine Förderung zugesichert. Die vier Kommunen sind derzeit dabei, ihren jeweiligen Eigenanteil an den Planungskosten aufbringen. Man ist so optimistisch das Projekt im Flächennutzungsplan einzubringen, dass man jetzt schon beginnt, Investoren zu gewinnen. Der gemeinsame Flächennutzungsplan geht zurück auf einen Beschluss, den die Arbeitsgemeinschaft (Arge) zum Industriegroßstandort im September 2003 gefasst hatte.

Es könnte bei dieser Entwicklung also leicht sein, dass man in Nordthüringen, ob in der Goldenen Aue oder in Ringleben, das Nachsehen bekommen könnte, falls weitere Verzögerungen eintreten. Die Anreize in Ostthüringen wie die längst vorhandene Autobahn und die Nähe zu Gera böten zumindest die gleichen Vorteile wie sie etwa Nordhausen aufzuweisen hat. Und das macht Ostthüringen für Investoren immer interessant. Schließlich aber ergibt sich angesichts dieser Bestrebungen die Frage, wo eigentlich alle Investoren herkommen sollen, die man sich hier und ganz allgemein in den neuen Bundesländern erhofft!?

Man wird sich also in Nordhausen keine weiteren Verzögerungen mehr leisten können, will man den Anschluss nicht ganz zu verlieren. Wie zu erfahren war, wird es morgen im BIC in Nordhausen eine offenbar hoch angesiedelte Wirtschaftsveranstaltung mit mehreren Thüringer Ministern geben, in der diese Thematik möglicherweise zur Sprache kommen wird.
Autor: nnz

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