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Mi, 07:04 Uhr
25.02.2004

nnz-doku: Bleicheröder Appell

Nordhausen (nnz). Die Menschen in und um Bleicherode protestieren seit Wochen gegen die Abschiebung einer vietnamesischen Familie. Bei der gestrigen Mahnwache in Bleicherode wurde ein Appell verlesen. Die nnz veröffentlicht ihn in ihrer doku-Reihe.


Tritt für deinen Nachbarn ein
"Lade deinen Nachbarn ein" - so wurde eine seit Jahren bestehende Initiative benannt, die darum bemüht ist, die Situation zugewanderter Menschen aus der Perspektive des nachbarschaftlichen Engagements zu verbessern. Integration sollte kein Fremdwort und die "Fremden" (Zugewanderte, Spätaussiedler, Flüchtlinge ...) keine "Fremdlinge" bleiben.

Seit Jahren gibt es Menschen in Deutschland, die sich unter großen Schwierigkeiten integriert haben. Ihre Kinder besuchen die Schulen, sie haben Freunde und Nachbarn gefunden, sie sind manchmal sogar in der Lage, ihre Familien selbständig zu ernähren. Dabei leben sie mit der ständigen Befürchtung, der Folgeantrag (im Asylverfahren), das Verwaltungsgerichtsverfahren.... - alle aufenthaltsverlängernden Möglichkeiten sind ausgeschöpft, werden letztgültig abgelehnt und führen zur Ausreisepflicht. Wird diese verdrängt, abgelehnt, verweigert, so kommt es zur Abschiebung.

Wir wollen nicht hinnehmen, dass insbesondere Kinder das Deutschland, das ihre Heimat wurde, verlassen müssen. Ihr Weg nahm hier einen gedeihlichen Anfang. Integration ist für viele von ihnen kein Fremdwort, sondern eine Tatsache.

Wir lassen uns nicht von Situationen entmutigen, die kompliziert und voller Klärungsbedarf sind.
Wir wollen aber, dass es für die vielen Familien einen Wechsel der amtlichen und gesetzlichen Perspektive gibt. Sie sollen und müssen ein Angebot für die Klärung des Bleiberechts erhalten. Sie müssen ein auf staatsbürgerliche Integration gerichtetes Verfahrensangebot erleben, das jetzt anwendbar ist und das später Bestandteil eines Zuwanderungsgesetzes sein kann bzw. durch dieses nicht aufgehoben wird.

Die humanistischen Grundwerte unserer Demokratie verpflichten uns, nachbarschaftlich für diese Menschen einzutreten. Wir wollen keine "Nacht-und-Nebel-Abschiebeaktionen", insbesondere für die Kinder, hinnehmen. Wir wollen, dass die Durchsetzung der Rechtstaatlichkeit nicht humanistische Werte, Aussagen des Grundgesetzes, mit Füßen tritt.

Wir treten für die Nachbarinnen und Nachbarn ein, für ihre Kinder allzumal, und fordern die Regierung und die Opposition auf, hier eine menschenwürdige Bleiberechtsregelung auf den Weg zu bringen. Die Menschen brauchen ein gesichertes und keine geduldetes Integrationsangebot. Sie dürfen keine "Verhandlungsmasse", keine Zielscheibe populistischen Stimmenfangs in Wahlkämpfen werden.
Autor: nnz

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