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Sa, 14:54 Uhr
21.02.2004

nnz-Forum: Zugegeben

Nordhausen (nnz). Lange Zeit war es ruhig um die Bürgerinitiative „Rettung der Goldenen Aue“. Nach den jüngsten Äußerungen von Vertretern des Planungsverbandes melden sich die Macher der BI wieder zu Wort.


Ankündigungen, daß nun das Planverfahren kurz vor dem Abschluss stehe und nun bald Baurecht erreicht sei, wurden in der Vergangenheit seitens des Planungsverbandes und auch bei diversen Neujahrsansprachen der OB schon oft gemacht, erreicht wurde es bis heute nicht. Beeindruckt ist die Bürgerinitiative allerdings, daß nun von Seiten der Stadtverwaltung zugegeben wurde, daß man in ein sehr sensibles Gebiet der Goldene Aue eingreifen werde und damit ein intaktes Öko-System zerstört wird. Bis jetzt wurde die Fläche von Seiten des Planungsverbandes als „überdüngter Acker“ dargestellt, der mit Natur nichts zu tun hätte. Der auf der roten Listen der aussterbenden Tierarten geführte Feldhamster ist laut Fachliteratur aber ein wichtiger „Indikator“ für ein intaktes Ökosystem. Doch hier geht es nicht um den Schutz einer Tierart, die sicherlich umgesiedelt werden kann, hier geht es um weit größere Problematiken, die bis heute nicht geklärt sind. Auf diese Problematiken hatte die Bürgerinitiative den Planungsverband immer wieder hingewiesen.

Die Bürger der Goldenen Aue werden sich aber nicht mit der Argumentation der Stadt Nordhausen einverstanden erklären, daß, wenn die Kulturlandschaft in der Goldene Aue zerstört wird, mit den dafür nötigen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen Schandflecke und Naturfrevel innerhalb der Stadt Nordhausen zu beseitigen. Das die Stadt Heringen „endlich“ ihre nicht belegte Gewerbefläche dem Planungsverband als Ausgleich zur Verfügung stellen konnte, da sich diese als Fehlplanung erwies, wird an dieser Tatsache nichts ändern. Als dies von der BI schon vor einigen Jahren gemutmaßt wurde, hat man von Seiten der Stadt dies als völlig abwegig bezeichnet. Auch hier hatte die BI wohl wieder den „richtigen „ Riecher!

Abzuwarten bleibt, wie oft nun die Stadt Nordhausen ablehnende Bescheide von Seiten der verschiedensten Fachbehörden so lange an diese zurückschickt, bis das für sie gewünschte Ergebnis erreicht ist. Mit dieser „Salamitaktik“ wird allerdings das Gebiet für Investoren nicht interessanter. Sachlich sollte der Planungsverband jetzt dringend die den Bürgern versprochene Aufklärung leisten. Von der für Januar angekündigte öffentlichen Veranstaltung spricht niemand mehr. Sie wird aber von der Bürgerinitiative weiterhin gefordert und nicht nur in Nordhausen sondern vor allem die Einwohner der Goldenen Aue sollten direkt vor Ort über den Planungsstand und die Vorhaben informiert werden.

So bleibt abzuwarten, was das Landesverwaltungsamt zu einer derartigen Planung sagt. Sollte der Planungsverband weiterhin auf die Verrohrung des Krummbaches bestehen, für die es keinerlei öffentliches Interesse gibt, steht die Genehmigung des B-Planes auf wackeligen Füßen. Weiterhin sollte der Planungsverband ehrlich den weiteren Weg aufzeigen. Denn mit dem Erlangen des Baurechts ist der Weg für die notwendigen Investoren und den damit verbundenen Arbeitsplätzen für unsere Region bei weitem noch nicht frei. Erst einmal müssen die über 100 Grundstücke den Besitzern abgekauft werden, bevor man überhaupt mit der Primärerschließung beginnen kann. Und dieser Weg ist sicherlich noch recht beschwerlich und wird, wenn auch nur wenige Grundbesitzer ihr Land nicht verkaufen vor den Gerichten enden.

So sieht die Bürgerinitiative hier den eigentlichen Schaden für unsere Region. Die von Anfang an mangelhaften Planungen und vor allem die scheinbar fehlenden Absprachen zwischen Planungsverband, Stadt Nordhausen und Wirtschaftsministerium, die dazu führen, daß der Planungsverband einerseits das Gebiet ausschließlich für „Großinvestoren“ plant, die über 50 ha Flächen benötigen, (warum sollte sonst der Krummbach unbedingt verrohrt werden?), andererseits erklärt man in der Presse, das ein Lebensmittelunternehmen das ca. 5 ha Fläche benötigt nicht angesiedelt werden kann, da in der Goldenen Aue noch keine Baurecht besteht.

Das ist das eigentliche Drama unserer regionalen Konzeptionslosigkeit und mangelhafte Fachkenntnis. Investoren die heute nachfragen, auch wenn Sie nur 5 ha Fläche benötigen, darf und braucht keine Absage erteilt zu werden, sondern es müssen die vielen freien Industrie- und Gewerbeflächen „schmackhaft“ gemacht werden. Doch diese Kunst des „Marketing“ beherrscht scheinbar von den vielen gute bezahlten „Wirtschaftsförderern“ niemand. Da von Seiten des Planungsverbandes kein Kompromisssignal ausgeht, wird die Bürgerinitiative, die sich in der letzten Zeit auf die Sacharbeit konzentriert hat, wieder öffentlich aktiv werden.
Bürgerinitiative „Rettung der Goldenen Aue

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

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