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Sa, 20:09 Uhr
09.02.2013

Prozess ohne Erfolg

Seit Ende der 90iger Jahre klagt die Gemeinde Niedersachswerfen gegen das Thüringer Landesbergamt und damit gegen den Gipsabbau in Woffleben und Appenrode. Als Rechtsnachfolger muss sich Bürgermeister Stephan Klante der Gemeinde Harztor mit dem Verfahren auseinandersetzten. Die nnz hat einmal nachgefragt…


Das Klageverfahren hat uns bereits rund 50.000 Euro gekostet, sagt Stephan Klante im Gespräch. Ein Ende ist nicht in Sicht. Im Moment ruht das Verfahren am Verwaltungsgericht in Weimar in Hinblick auf Vergleichsverhandlungen, denn am Mittwoch sind Vertreter der Gipsindustrie aus Ellrich und Walkenried zur Sitzung des Gemeinderates eingeladen. "Wir wollen uns anhören, welche Planungen und Ziele im Abbaugebiet Himmelsberg und Rüsselsee verfolgt werden und damit Gesprächsbereitschaft signalisieren", erklärt Klante gegenüber der nnz.

Die Gemeinde hatte für die Gipsabbaugebiete einen rechtswirksamen Bebauungsplan aufgestellt, die Unternehmen sicherten sich die Bergbaurechte und begannen mit dem Abbau. Welche Interessen überwiegen, sollte das Verwaltungsgericht klären. Eine Gemeinde darf nicht einen Flächennutzungsplan als Mittel nutzen, um durch planerische Steuerung den Gipsabbau zu verhindern, entschied die 7. Kammer des Verwaltungsgerichtes in Weimar bereits 2008. Daran dürfte sich auch fünf Jahre später nichts ändern. Doch kann sich eine Bergbaubehörde über die Festsetzungen eines Bebauungsplanes hinwegsetzen?

"Das Ergebnis des Rechtsstreites wäre ein Präzedenzfall für viele Gemeinden, doch woher sollen wir das Geld nehmen. Die Kosten trägt die Gemeinde allein, denn der Versuch eine Klagegemeinschaft mit den umliegenden Ortschaften zu bilden, ist gescheitert", berichtet Stephan Klante im Gespräch mit nnz-online. Für ihn stellt sich die Frage, was man erreichen möchte, denn der Gipsabbau ist fast beendet. Der Gemeinde Harztor könnte das Recht zugesprochen werden, mehr nicht.

Am Mittwoch können sich die Gemeinderatsmitglieder und Ortschaftsbürgermeister informieren. Ein Beschluss, wie weiter mit der Klage gegen das Thüringer Landesbergamt verfahren werden soll, ist für den 17. April geplant.
Sandra Witzel
Autor: red

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Kommentare
Hans Dittmar
10.02.2013, 11:04 Uhr
Gipsabbau müssen Grenzen gesetzt werden
Klar benötigen wir alle Gips, doch müssen wir auch an unsere Natur und unsere Kinder denken. Die damaligen Abbaugebiete wurde großzügig freigegeben, ohne an unsere Umwelt und das Bild darin zu denken. Es ist nicht nur die Aufgabe von Niedersachswerfen für klare Verhältnisse zu sorgen, sondern unser aller Aufgabe. Nordhausen hat sich immer stark gemacht gegen Abbaugebiete bei Rüdigsdorf und sollte vielleicht Harztor ein wenig unter die Arme greifen, denn früher oder später sind es eh Nordhäuser Aufgaben.
I.H.
10.02.2013, 13:48 Uhr
Dann mal los Hans Dittmar.
Am besten fangen Sie mit Ihren Großnordhäuser Träumen zur Verhinderung des Gipsabbaues bei Knauf im Stempedaischen und Urbacherischen an. Wie Klante schon sagt, in Harztor geht der Gipsabbau zu Ende. Die brauchen dort keine Großnordhäuser Hilfe mehr!

Fangen Sie doch mal an vor der eigenen Haustür gegen Gipsabbau zu kämpfen Hans Dittmar.
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