Mo, 09:40 Uhr
16.02.2004
Krise in der Bildungslandschaft
Nordhausen (nnz). Jahrelang waren sie am zweiten Arbeitsmarkt unverzichtbar – die Bildungsträger im Landkreis Nordhausen. Sie schulten um, bildeten aus, sie trainierten. Jetzt kämpfen sie um das eigene Überleben. Eine Zustandsbeschreibung.
Als die Agentur für Arbeit noch Arbeitsamt hieß und als es locker Millionen Euro pro Arbeitsamt zu verteilen gab, da waren die Bildungsträger gern gesehene Partner des Arbeitsamtes. Zehntausende Frauen und Männer sollten für den ersten Arbeitsmarkt fit gemacht werden. Für viele war aber auch nur eine Verlängerung der Arbeitslosenzeit, für manche ein Hinüberretten in einst großzügig gestaltete Vorruhestands- und Altersteilzeitregelungen. Waren zum Beispiel im April 1995 noch 5.161 Frauen und Männer in Weiterbildungsmaßnahmen registriert, so waren es im April 2003 noch 1.020. Für dieses Jahr plant die Nordhäuser Agentur für Arbeit mit knapp über 300 Bildungsgutscheinen.
Sicher, die Bildungsträger hatten sich inzwischen andere Betätigungsfelder und Partner gesucht, doch das Arbeitsamt war ihr wichtigster Partner. Die Agentur für Arbeit wird es nicht mehr sein. Insider sprechen gar von einem Sterben der Bildungsträger. So schlimm sieht es Thomas Bähring noch nicht, doch die Zeiten seien alles andere als rosig, meint er gegenüber der nnz. Bähring ist nicht nur Chef von CSC, sondern auch Ansprechpartner des Nordthüringer Bildungsverbundes.
Es sei die Abkehr der Agentur für Arbeit von der Bildung, dadurch gerate vor allem die berufliche Weiterbildung ins Hintertreffen. Große Sorgen bereitet Bähring und seinen Kollegen die Neuordnung der Vergabepolitik in Nürnberg. Da seien in der Ausschreibung für Trainingsmaßnahmen Lose gebildet worden, die kleine und mittlere Bildungsträger nicht besetzen könnten. Die Giganten am Bildungsmarkt wie obz oder ibis-acam hätten Preise geboten, die teilweise unter der Hälfte der hiesigen Anbieter lagen.
All das in der Summe hat Auswirkungen auf das Personal der Bildungsträger. CSC hat bereits reagiert, hier wurde knapp die Hälfte der Mitarbeiter abgebaut. Beim VHS-Bildungswerk in Nordhausen waren im vergangenen Jahr noch 24 Mitarbeiter fest beschäftigt, jetzt sind es 18.
Autor: nnzAls die Agentur für Arbeit noch Arbeitsamt hieß und als es locker Millionen Euro pro Arbeitsamt zu verteilen gab, da waren die Bildungsträger gern gesehene Partner des Arbeitsamtes. Zehntausende Frauen und Männer sollten für den ersten Arbeitsmarkt fit gemacht werden. Für viele war aber auch nur eine Verlängerung der Arbeitslosenzeit, für manche ein Hinüberretten in einst großzügig gestaltete Vorruhestands- und Altersteilzeitregelungen. Waren zum Beispiel im April 1995 noch 5.161 Frauen und Männer in Weiterbildungsmaßnahmen registriert, so waren es im April 2003 noch 1.020. Für dieses Jahr plant die Nordhäuser Agentur für Arbeit mit knapp über 300 Bildungsgutscheinen.
Sicher, die Bildungsträger hatten sich inzwischen andere Betätigungsfelder und Partner gesucht, doch das Arbeitsamt war ihr wichtigster Partner. Die Agentur für Arbeit wird es nicht mehr sein. Insider sprechen gar von einem Sterben der Bildungsträger. So schlimm sieht es Thomas Bähring noch nicht, doch die Zeiten seien alles andere als rosig, meint er gegenüber der nnz. Bähring ist nicht nur Chef von CSC, sondern auch Ansprechpartner des Nordthüringer Bildungsverbundes.
Es sei die Abkehr der Agentur für Arbeit von der Bildung, dadurch gerate vor allem die berufliche Weiterbildung ins Hintertreffen. Große Sorgen bereitet Bähring und seinen Kollegen die Neuordnung der Vergabepolitik in Nürnberg. Da seien in der Ausschreibung für Trainingsmaßnahmen Lose gebildet worden, die kleine und mittlere Bildungsträger nicht besetzen könnten. Die Giganten am Bildungsmarkt wie obz oder ibis-acam hätten Preise geboten, die teilweise unter der Hälfte der hiesigen Anbieter lagen.
All das in der Summe hat Auswirkungen auf das Personal der Bildungsträger. CSC hat bereits reagiert, hier wurde knapp die Hälfte der Mitarbeiter abgebaut. Beim VHS-Bildungswerk in Nordhausen waren im vergangenen Jahr noch 24 Mitarbeiter fest beschäftigt, jetzt sind es 18.


