Do, 13:10 Uhr
10.01.2013
Was machen die eigentlich?
Man stelle sich vor: Es treffen sich konspirativ die "höchsten" Politiker dieser Region. Niemand darf etwas erfahren. Mehrere Stunden wird geredet und das Ergebnis: Null - Verzeihung: fast Null: Arbeitsgruppen sollen gegründet werden...
Ich will nicht wieder die uralten Sprichwörter bemühen, aber es fällt mir kein besseres ein: Wer nicht mehr weiter weiß, der gründet einen Arbeitskreis. Und so funktioniert das. "Im Rahmen der vereinbarten regelmäßigen Treffen zwischen Landkreis und Stadt fand gestern das erste Gespräch zwischen der Landrätin Birgit Keller (LINKE) und dem Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh (CDU) statt." Im Nordhäuser Landratsamt saßen sich darüber hinaus mehrere Beigeordnete und Dezernenten sowie Leiter von Büros gegenüber.
Hier sollen, so wurde der nnz auf Anfrage mitgeteilt, mögliche Kooperationen diskutiert worden sein. Zum Beispiel über den Öffentlichen Personennahverkehr. Die Stadt Nordhausen - so war zu hören - will den ÖPNV in die Hände desjenigen legen, der per Gesetz dafür verantwortlich ist: der Landkreis. Noch vor Tagen soll Birgit Keller gesagt haben: "Können die machen, dann wird als Erstes die Straßenbahn stillgelegt." Über die Folgen einer solchen Handlung - mit Verlaub - sollte man sich vorher auseinandersetzen, ehe man sie kund tut. Es zeigt aber auch deutlich, dass der einst so friedfertige Ton zwischen den Spitzen von Landkreis und Stadt rauer wird. Und das nicht nur hinter der sogenannten vorgehaltenen Hand. Die Zeit der Nettigkeiten wird von den finanziellen Sorgen auf der einen und den finanziellen Wunschgedanken auf der anderen Seite förmlich aufgefressen.
"Ein weiteres Thema war die Förderung der Jugendarbeit", ließen beide Verwaltungen der nnz mitteilen. Schon das Wort Förderung verdient den Beinamen der Lächerlichkeit. Hier muss gekürzt werden, nur will niemand dafür die politische Verantwortung übernehmen. Und so wird das Notwendige in einem Arbeitskreis delegiert. Entschieden wird nicht, vermutlich auch dann nicht, wenn eine Explosion kurz bevorsteht. Oder eine Implosion?
Also, wie immer, es soll Arbeitsgruppen geben. Nicht gleich, sondern jetzt wird erst einmal beraten, wie und mit wem die besetzt werden. Ratsam wäre auf jeden Fall, das neue Zukunftsamt der Stadtverwaltung hinzu zu ziehen. Das verfügt zwar noch über keinen Amtsleiter und vielleicht nicht einmal über eine Zukunft, hoffentlich aber schon über eine Glaskugel in der künftigen Inventarliste.
Und weil die Zeit ja innerhalb von Politik und Verwaltung nichts kostet, lässt man sich mit der Arbeit der Arbeitsgruppen richtig schön Zeit, denn erste Ergebnisse sollen "bereits bis zum Ende des ersten Quartals 2013 erwartet" werden. Und für dieses Ergebnis hatte man mehreren Stunden zusammen gesessen...
Peter-Stefan Greiner
Autor: psgIch will nicht wieder die uralten Sprichwörter bemühen, aber es fällt mir kein besseres ein: Wer nicht mehr weiter weiß, der gründet einen Arbeitskreis. Und so funktioniert das. "Im Rahmen der vereinbarten regelmäßigen Treffen zwischen Landkreis und Stadt fand gestern das erste Gespräch zwischen der Landrätin Birgit Keller (LINKE) und dem Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh (CDU) statt." Im Nordhäuser Landratsamt saßen sich darüber hinaus mehrere Beigeordnete und Dezernenten sowie Leiter von Büros gegenüber.
Hier sollen, so wurde der nnz auf Anfrage mitgeteilt, mögliche Kooperationen diskutiert worden sein. Zum Beispiel über den Öffentlichen Personennahverkehr. Die Stadt Nordhausen - so war zu hören - will den ÖPNV in die Hände desjenigen legen, der per Gesetz dafür verantwortlich ist: der Landkreis. Noch vor Tagen soll Birgit Keller gesagt haben: "Können die machen, dann wird als Erstes die Straßenbahn stillgelegt." Über die Folgen einer solchen Handlung - mit Verlaub - sollte man sich vorher auseinandersetzen, ehe man sie kund tut. Es zeigt aber auch deutlich, dass der einst so friedfertige Ton zwischen den Spitzen von Landkreis und Stadt rauer wird. Und das nicht nur hinter der sogenannten vorgehaltenen Hand. Die Zeit der Nettigkeiten wird von den finanziellen Sorgen auf der einen und den finanziellen Wunschgedanken auf der anderen Seite förmlich aufgefressen.
"Ein weiteres Thema war die Förderung der Jugendarbeit", ließen beide Verwaltungen der nnz mitteilen. Schon das Wort Förderung verdient den Beinamen der Lächerlichkeit. Hier muss gekürzt werden, nur will niemand dafür die politische Verantwortung übernehmen. Und so wird das Notwendige in einem Arbeitskreis delegiert. Entschieden wird nicht, vermutlich auch dann nicht, wenn eine Explosion kurz bevorsteht. Oder eine Implosion?
Also, wie immer, es soll Arbeitsgruppen geben. Nicht gleich, sondern jetzt wird erst einmal beraten, wie und mit wem die besetzt werden. Ratsam wäre auf jeden Fall, das neue Zukunftsamt der Stadtverwaltung hinzu zu ziehen. Das verfügt zwar noch über keinen Amtsleiter und vielleicht nicht einmal über eine Zukunft, hoffentlich aber schon über eine Glaskugel in der künftigen Inventarliste.
Und weil die Zeit ja innerhalb von Politik und Verwaltung nichts kostet, lässt man sich mit der Arbeit der Arbeitsgruppen richtig schön Zeit, denn erste Ergebnisse sollen "bereits bis zum Ende des ersten Quartals 2013 erwartet" werden. Und für dieses Ergebnis hatte man mehreren Stunden zusammen gesessen...
Peter-Stefan Greiner

