Di, 07:54 Uhr
08.01.2013
nnz-Forum: Ruhe um Biomethan?
Verdächtig ruhig ist es um die Nordhäuser Biomethananlage geworden. Daher ist sich ein Leser der nnz nicht sicher, dass hinter den Rathaustüren bereits Nägel mit Köpfen gemacht werden...
Einfach ist das, wo sich doch sogar die Grünen für ein solches, globalökologisch betrachtet ungeeignetes, unsere Landschaft zudem weiter versiegelndes Instrument ausgesprochen haben. Ich fordere alle Gegner der Anlage auf, sich nicht in Untätigkeit zu üben, sondern ihren Argumentationen immer wieder die Tatsachen aus dem Leopoldina-Gutachten zugrunde zu legen (Wortlaut siehe nnz-Archiv).
Die in meinen Augen seriöseste deutsche Regenwaldschutzorganisation "Rettet den Regenwald e.V." ist neben der deutschen Nationalakademie Leopoldina aus Halle eine weitere Institution, die die Bioenergie immer wieder aufs Korn nimmt. Sie gehört zu den ganz wenigen, die sich anschickt, provinzielle Scheuklappen durch einen Blick auf das Globale zumindest anzuheben:
Weil ja der deutsche Mais z.B. für die Nordhäuser Biomethananlage in die kommunale Energiegewinnung gehen soll, müssen diese Tiernahrungsmittel logischerweise woanders angebaut werden. Die Folge: Forcierte Abholzung der letzten Urwälder, Vertreibung Indigener, Vernichtung von CO2-Senken. Biogasanlagen aber gibt es mittlerweile hunderte in Deutschland.
Und da soll doch nun jemand etwas dagegen sagen, dass die soziale Marktwirtschaft und Menschlichkeit global betrachtet ein Inseldasein führen und Menschenrechte Augenwischerei sind. Ich selbst aber durfte mir in der nnz schon mehrfach anhören, der Mensch mit seinen Bedürfnissen wäre mir egal!
Ich kann also alle Gegner und Befürworter der Biomethananlage nur auffordern, sich dem globalen Blick nicht zu verschließen, wenn es um Pro & Contra geht und vor allem nicht davon auszugehen, dass das "Verfahren" ruht. Wir Gesegneten in den superreichen Ländern haben nicht das Recht, durch unüberlegtes und egoistisches Handeln weltweiten und menschlich sehr fragwürdigen Schaden anzurichten, während zu Weihnachts- und Neujahrsansprsachen sowie von unseren Kanzeln allsonntäglich Mitmenschlicheit gepredigt wird.
Es gibt andere Möglichkeiten, als Bioenergie, um das Klimaproblem eventuell doch noch in den Griff zu bekommen. Weitere Informationen unter www.regenwald.org
Bodo Schwarzberg
Autor: redEinfach ist das, wo sich doch sogar die Grünen für ein solches, globalökologisch betrachtet ungeeignetes, unsere Landschaft zudem weiter versiegelndes Instrument ausgesprochen haben. Ich fordere alle Gegner der Anlage auf, sich nicht in Untätigkeit zu üben, sondern ihren Argumentationen immer wieder die Tatsachen aus dem Leopoldina-Gutachten zugrunde zu legen (Wortlaut siehe nnz-Archiv).
Die in meinen Augen seriöseste deutsche Regenwaldschutzorganisation "Rettet den Regenwald e.V." ist neben der deutschen Nationalakademie Leopoldina aus Halle eine weitere Institution, die die Bioenergie immer wieder aufs Korn nimmt. Sie gehört zu den ganz wenigen, die sich anschickt, provinzielle Scheuklappen durch einen Blick auf das Globale zumindest anzuheben:
Regenwaldabholzung in Himmelgarten
In ihrer Ausgabe 3/2012 thematisierte auch Rettet den Regenwald e.V. das Leopoldina-Gutachten und erregte mit dem Satz "Europa wäscht sich auf Kosten der Regenwald-Länder grün" Aufmerksamkeit. Mehr Biomasse für den Strom von Flachbildschirmen und Kaffeemaschinen bei uns bedeutet weniger Fläche für Nahrungspflanzen mit der Folge verstärkter Regenwaldabholzung zur Flächengewinnung in den armen Länder, was obendrein noch durch die forcierten Importe von Sojaschrot für die Mägen der Millionen europäischen Mastbullen und Mastsauen und die ständig steigenden deutschen Fleischexporte (!) angeheizt wird.Weil ja der deutsche Mais z.B. für die Nordhäuser Biomethananlage in die kommunale Energiegewinnung gehen soll, müssen diese Tiernahrungsmittel logischerweise woanders angebaut werden. Die Folge: Forcierte Abholzung der letzten Urwälder, Vertreibung Indigener, Vernichtung von CO2-Senken. Biogasanlagen aber gibt es mittlerweile hunderte in Deutschland.
UN: 25.000 Hungertote täglich
Rettet den Regenwald benennt weitere Folgen: "Weil die Lebensmittelpreise explodieren, warnt die UNO. Ernährungsexperten und Menschenrechtler vor einer weltweiten Hungerkatastrophe." Laut UN sterben täglich 25.000 Menschen an den Folgen der Unterernährung, was nun noch durch den Einsatz der Bioenergie in den reichen, verwöhnten Staaten forciert wird, in denen sich die Bürger z.B. über Warteschlangen auf einem Postamt aufregen (siehe nnz von gestern!).Und da soll doch nun jemand etwas dagegen sagen, dass die soziale Marktwirtschaft und Menschlichkeit global betrachtet ein Inseldasein führen und Menschenrechte Augenwischerei sind. Ich selbst aber durfte mir in der nnz schon mehrfach anhören, der Mensch mit seinen Bedürfnissen wäre mir egal!
Gift und Blut für Energiehunger
Was sagt Rettet den Regenwald in Ausgabe 3/2012 noch? "Unser Konsum von Fleisch und Biodiesel trägt mit dazu bei, dass in Südamerika ganze Landstriche und die dort lebenden Menschen vergiftet werden." - Und ich erinnere: Das ist auch so, weil wir unsere eigenen Futtermittel in Deutschland immer mehr verheizen, z.B. wie von einigen gewünscht, in Himmelgarten, statt sie in die Nahrungsmittelproduktion zu stecken. Die angesprochene Vergiftung der Menschen in den Soja-Anbaugebieten geschieht durch Pestizide, die besonders heftig wirken, weil 90 Prozent der Sojapflanzen genmanipuliert sind (Name: "Roundup"). Weitere Überschriften, im selben Kontext, in der Ausgabe heißen: "Palmölplantagen zerstören Regenwälder" und "Blutiger Landraub für Zuckerrohr". In letzterem Beitrag ging es um Mord und Entführung von Ureinwohnern im Zuge der Regenwaldzerstörung für den Anbau von Ölpalmen in Brasilien - letzteres im Auftrag eines Mineralölkonzerns.Ich kann also alle Gegner und Befürworter der Biomethananlage nur auffordern, sich dem globalen Blick nicht zu verschließen, wenn es um Pro & Contra geht und vor allem nicht davon auszugehen, dass das "Verfahren" ruht. Wir Gesegneten in den superreichen Ländern haben nicht das Recht, durch unüberlegtes und egoistisches Handeln weltweiten und menschlich sehr fragwürdigen Schaden anzurichten, während zu Weihnachts- und Neujahrsansprsachen sowie von unseren Kanzeln allsonntäglich Mitmenschlicheit gepredigt wird.
Es gibt andere Möglichkeiten, als Bioenergie, um das Klimaproblem eventuell doch noch in den Griff zu bekommen. Weitere Informationen unter www.regenwald.org
Bodo Schwarzberg
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.

