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Fr, 07:08 Uhr
06.02.2004

nnz-Forum: Alle sind eingeladen

Nordhausen (nnz). Nach den jüngsten Nachrichten über das Industriegebiet in der Goldenen Aue meldet sich (nach langer Abstinenz) die dortige Bürgerinitiative zu Wort. Ihr Statement veröffentlichen wir in unserem Forum.


„Wenn Fakten und Gesetze nicht „mitspielen“ wird der „Rufmord“ scheinbar das neue Instrument der Auseinandersetzung. Gerüchte werden in die Welt gesetzt um Druck auszuüben. Druck auf Menschen, die nicht nur ihrem Gewissen sondern vor allem den Gesetzen verpflichtet sind. Da werden Behauptungen aufgestellt, die jeglicher Grundlage entbehren. Da wird behauptet, daß die SPD auf Mitgliederfang bei der BI ist-lächerlich. Da wird versucht, eine Bürgerinitiative für die eigenen Unfähigkeiten und Versäumnisse verantwortlich zu machen. Da werden „Seilschaften“ angezapft, um der Öffentlichkeit eine „heile“ Planungswelt vorzugaukeln. Plötzlich melden sich Personen zu Wort und meinen als „Fachleute“ und „Interessenvertreter“ sich hinter dieses Projekt stellen zu müssen, weil es ja „oportun“ ist, sich für die Schaffung von Arbeitsplätzen einzusetzen ohne sich eingehend mit den vorhandenen Problemen zu beschäftigen. Schließlich sind ja viele dieser „Volksvertreter“ abhängig davon, daß sie gewählt werden. Und da ja nun einmal wieder „Wahlen“ anstehen, ist es natürlich, das man „für“ das Industriegebiet ist, weil man ja „für“ die Schaffung von Arbeitsplätzen ist. Das kommt doch gut beim „Wahlvolk“ an und schafft beim Ministerpräsidenten oder bei der Oberbürgermeisterin wieder Punkte. Was tut man nicht alles für einen Posten oder „Pöstchen“. Scheinbar ist in unserer Region vieles, wenn nicht gar alles möglich. Da gibt es Verwaltungsbeamte, die meinen schon als Person das „Recht“ in sich zu vereinen und mit niemandem über seine Meinung diskutieren – weil diese ja sowieso die richtige ist. Da werden......“

So oder so ähnlich könnte ein Leserbrief, geschrieben von Gegnern des Industriegebietes in der Goldenen Aue, als Antwort auf Äußerungen verschiedener Personen der letzten Tage aussehen - könnte. Dieser Stil der Auseinandersetzung ist für unsere Region mehr als negativ, schafft keinerlei Lösungen und Antworten und schafft ein Klima der gegenseitigen Ausgrenzung. Die Bürgerinitiative ist seit langem bemüht, die Diskussion auf eine sachliche Ebene zu stellen ohne allerdings von ihrem Ziel, die Kulturlandschaft der Goldenen Aue zu erhalten, abzuweichen. Nachdem der Planungsverband keinerlei Änderungen und Anregungen seitens der Bürger aufgenommen hat, liegt es nun an den Genehmigungsbehörden dieser, für unsere Begriffe mangelhaften Planung zuzustimmen oder diese abzulehnen.

Der Planungsverband ist nun allerdings in der Pflicht, umgehend seine Versprechungen, die er auf der letzten Sitzung des PV im Dezember gemacht hat, umzusetzen. Die Bürgerinitiative verlangt vom Planungsverband, das er umgehend die Öffentlichkeit informiert. Und zwar nicht nur im Rahmen eines „Nordhäuser Stadtgespräches“, sondern auch auf einer Veranstaltung in der Goldenen Aue. Denn die Bürger der Goldenen Aue sind diejenigen, die mit den Auswirkungen dieses Planung leben müssen.

Sollte er sich aus seiner selbstauferlegten Verpflichtung davonstehlen wollen, wird die BI dieses umgehend in aller Öffentlichkeit ansprechen. Die Glaubwürdigkeit des Planungsverbandes leidet schon darunter, das die Terminversprechungen seitens Herrn Beyses oder der Oberbürgermeisterin bis zum heutigen Tage nicht eingehalten worden.

Da ja seitens der nnz-online der Versuch unternommen wurde, aufzuklären, ob denn „Verstrickungen“ zwischen der Stadt und Kreisverwaltung und der BI vorhanden sind, oder inwieweit die gestreuten Gerüchte der Wahrheit entsprechen, informiert die BI die Öffentlichkeit dahingehend, daß niemand, der auf Seiten der Verwaltung mit der Planung bzw. mit der Genehmigung dieses Vorhabens beauftragt ist, auch Mitglied der Bürgerinitiative ist. Das es Sympathisanten gibt, können und wollen wir nicht ausschließen, aber die gibt es in der Stadtverwaltung Nordhausen genauso wie innerhalb der Kreisverswaltung oder der CDU. Inoffizielle Informationen haben wir weder aus der Stadtverwaltung noch aus der Kreisverwaltung erhalten.

Als Person ist allerdings niemand von den Mitgliedern der BI autorisiert worden, sogenannte Mitgliederlisten der Presse zu übergeben. Wen es interessiert, wie in der BI gearbeitet wird, ist seit langem eingeladen, auch die Vertreter der Presse, an den regelmäßigen Treffen der BI teilzunehmen und damit die Mitglieder kennen zu lernen.

Wir erwarten daher, das diejenigen (einige Namen sind der BI bekannt), die diese ungeheuerlichen Behauptungen „unters Volk“ bringen, sich mäßigen und zu einem demokratischen und rechtsstaatlichem Handeln zurückfinden. Hier erwarten wir auch, das sich der Landrat hinter seine Beamten stellt und damit diesen ungeheuerlichen Behauptungen ein Ende macht.
Bürgerinitiative „Rettung der Goldenen Aue“

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

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