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Di, 10:14 Uhr
11.12.2012

An den Verhandlungstisch

Dei Stadt Nordhausen könnte sich im kommenden Jahr vom Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verabschieden. So jedenfalls ist der Inhalt einer noch nicht öffentlichen Beschlussvorlage zu interpretieren...


Die Stadt Nordhausen will sich vorbehalten, die Finanzierung des ÖPNV an den Landkreis abzugeben. Damit könnte dieser Sonderfall in Thüringen dann auch der Geschichte angehören. Nordhausen ist aktuell die einzige große kreisangehörige Stadt im gesamten Freistaat, die den ÖPNV selbst "regelt".

Natürlich will sich niemand im Nordhäuser Rathaus auch wirklich davon trennen, wohl aber soll der Landkreis an den Verhandlungstisch geholt werden. Der bekommt vom Land Thüringen rund 390.000 Euro für die Schülerbeförderung, an die Stadt Nordhausen gibt er ein Zehntel davon, also 39.000 Euro ab. "Das ist für mich ein Unding, hier muss nachgebessert werden. In ernsthaften Verhandlungen", sagt Bürgermeister Matthias Jendricke im nnz-Gespräch. Und der Mann legt weitere Zahlen vor: Die Stadt Nordhausen leistet sich Busse und Bahn für rund drei Millionen Euro im Jahr als freiwillige Ausgabe, der Landkreis hingegen zahle für seine Buslinien lediglich die Hälfte. Davon noch einmal die Hälfte zahlt die Stadt Nordhausen in Form der Kreisumlage. Jetzt soll also verhandelt werden.

Die Straßenbahn, die wird, abseits aller Verhandlungen, auch weiterhin in Nordhausen rollen. Selbst wenn nicht, dann kostet das eine Stange Geld. So müssten zum Beispiel Fördermittel in Millionenhöhe an die Geldgeber zurückgegeben werden und selbstredend bliebe auch die Konzession dafür bestehen, die vom Land vergeben werde.

Apropos Kreisumlage - dieses Thema wird vermutlich am Nachmittag noch einmal diskutiert werden. Dann soll der Kreistag Nordhausen den Haushalt der Verwaltung für das kommende Jahr beschließen. War die Höhe der Kreisumlage schon immer ein "heißes Eisen", so könnte sich diesmal die Debatte darum zuspitzen. Die Höhe der Umlage, die die Kreisverwaltung den Kommunen "abknöpft" ist im Norden Thüringen mit rund 50 Prozent aller Steuereinnahmen der Kommunen schon recht hoch. "Von jedem eingenommenen Euro mussten wir bisher 50 Cent an das Landratsamt abgeben, im kommenden Jahr sollen es gar 55 Cent sein", sagt Jendricke, der die Modellrechnung der Kreisverwaltung nicht akzeptiert, sondern als Schönrechnerei bezeichnet.

Die Hitliste der Kreisumlagenhöhe wird - der Landkreistag hatte das veröffentlicht - vom Landkreis Nordhausen in diesem und im eventuell auch im kommenden Jahr angeführt. Im nächsten Jahr rangiert der Kyffhäuserkreis auf Platz 2 und der Landkreis Eichsfeld knöpft ganze 16 Prozentpunkte weniger seinen Kommunen ab.

Man kann also durchaus gespannt sein, ob am Nachmittag überhaupt ein Kreishaushalt beschlossen wird oder ob sich die Mehrheit der Kreistagsmitglieder der Verwaltungsvorgabe anschließt und damit unangenehme Kürzungen in anderen Bereichen vermeidet.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
h3631
11.12.2012, 11:55 Uhr
Schon gemerkt?
Zitat von Herrn Jentricke:Das ist für mich ein Unding,hier muss nachgebessert werden.In ernsthaften Verhandlungen.Wieviele Jahre hat man da geschlafen? Gute Nacht Nordhausen.
I.H.
11.12.2012, 12:38 Uhr
Politdeutsch
Interessanter Satz: "Die Straßenbahn, die wird, abseits aller Verhandlungen, auch weiterhin in Nordhausen rollen. Selbst wenn nicht, dann kostet das eine Stange Geld."

Häää? Was denn nun? Rollt sie nun weiter oder nicht? Da bereitet wohl einer den Absprung vor.
Flitzpiepe
11.12.2012, 12:58 Uhr
Was ist daran unklar?
Die Straßenbahn kann nicht eingestellt werden, da sonst alle möglichen Fördergelder zurückbezahlt werden müssen. Man würde also nichts einsparen.
Und das ist auch gut so, denn Nordhausen ohne Straßenbahn wäre für mich der Anfang vom Ende dieser Stadt. Viele weitere Dominosteine würden dann ebenfalls fallen...
altmeister
11.12.2012, 13:13 Uhr
Ja, ist schon klar...
dass der LK geringere Kosten für Bus und Co. haben soll. Kann das aber auch daran liegen, daß der LK die Leistung ÖPNV ausgeschrieben hat und daher in einem anderen Finanztopf die Kosten enthalten sind?

Das wäre doch interessant, dieses mal geklärt zu wissen. Sonst verschiebt man doch nur die Kosten von der Stadt zum LK und bezahlt dann die Rechnung über die Kreisumlage. Würde ich als LK jedenfalls so machen, noch dazu, wenn die Stadt sich die freiwillige Ausgabe Straßenbahn weiterhin leisten will.

Bevor solche Polemik gemacht wird, sollte doch bis zum Schluss gedacht werden. Was hat ein Jendricke denn, wenn das so wie er es vorgeschlagen hat richtig sein sollte, in den Zeiten der Frau Rinke gemacht? Hätte das dann nicht viel früher passieren müssen, wenn die Stadt sparen könnte? Aber, ich glaub eher, daß hier nur wieder ein neuer Streit mit dem LK gesucht wird.
I.H.
11.12.2012, 15:22 Uhr
Oh ja, ich vergaß die Fördergelder.
Da ja Fördergelder geflossen sind wird die Straßenbahn natürlich noch 1000 Jahre defizitär weiterfahren. Außerdem kann man sich Nordhausen ohne Straßenbahn gar nicht vorstellen. Danke für den Hinweis Flitzpiepe, daran hatte ich gar nicht gedacht.

Ansonsten werde ich aber trotzdem ein Hühnerauge darauf werfen, was unser Finanzgenie gerade wieder anstellt und erzählt. Kann ja nicht schaden.
H.Buntfuß
11.12.2012, 17:35 Uhr
Erinnerungen
Erinnern wir uns an den letzten Wahlkampf, der eine Kandidat wollte das Straßenbahnnetz bis zum ASK verlängern. Eine andere Kandidatin sprach davon, sie könne sich eine Verlängerung des Netzes bis Bielen viel eher vorstellen.

So wie ich das einschätze müssen wir froh sein, wenn wir in FÜNF Jahren noch eine Straßenbahn haben,oder?
W.Roßmell
11.12.2012, 21:35 Uhr
Ja Herr Buntfuss,
daran kann ich mich auch erinnern und es gab schon Zeichnungen in der Presse, wie alles zu meistern wäre..., zum Tot lachen heute! Genauso aber sehe ich das Problem auch bei der geplanten Biogasanlage, über 11 Mio.€ werden zunächste benötigt (wenn man sich nicht wieder schon verrechnet hat...) und dann fehlt die geplante Schlempe, weil Nordbrand nur noch die Hälfte an Schnaps herstellt... Ich weiß nicht, Planung ist das nicht mehr und wir werden alle noch unsere "blaues Wunder" bei diesen Politikern in dieser Stadt erleben. Das Licht brennt nicht mehr lange...
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