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Mi, 12:59 Uhr
28.11.2012

Liberale Sorgen

Nachdem auf der letzten Stadtratssitzung für die Kulturbibliothek zusätzliche, nicht eingeplante Beträge von mehr als einer Million Euro gegen die Stimmen der FDP Fraktion dem klammen städtischen Kassen entzogen wurden, bangen die Nordhäuser Liberalen verstärkt um den Bestand der im städtischen Besitz befindlichen historischen Gebäude der Stadt...


"Die finanzielle Lage der Stadt wird immer schlechter und die für Prestigeobjekte ausgegeben Mittel fehlen an allen Stellen im Haushalt", stellt FDP Fraktionschef Martin Höfer klar. Die Folgekosten für die Bibliothek werden den finanziellen Spielraum noch weiter einengen. Leider habe auf Druck der bisherigen Stadtspitze sich in der Vergangenheit der Stadtrat für ein sehr kostenintensives "Denkmal" und nicht für viele kleinere Investitionen in den Erhalt und die Sicherung von historischen Gebäuden oder zum Beispiel Ortserneuerungsmaßnahmen in den Ortsteilen entschieden, verkündet die städtische FDP durchaus auch selbstkritisch.
Der Lindenhof verfällt (Foto: FDP)
Der Lindenhof verfällt (Foto: FDP)
Der Lindenhof verfällt (Foto: FDP)
"Für die Liberalen sei es außerdem bitter, wenn nun wegen der Folgekosten des Großprojekts sowohl Jugendarbeit, als auch Kultur- und Sozialprojekte "bluten" müssten“, ergänzt FDP-Stadtrat Sylvia Klingebiel.

Damit nicht der Verfall der kommunalen Gebäude und der Abriss folgten, wäre es besser, wenn nicht benötigte Gebäude in städtischem Eigentum veräußert würden um nicht - wie zum Beispiel der Lindenhof - von Einsturz und Abriss bedroht zu werden. Angeblich habe die Stadt zweimal Anfragen eines möglichen Investors nicht beantwortet wegen eigener Verwendungspläne für dieses Gebäude. "Uns ist es lieber, wenn ein Privater Bausubstanz erhält als wenn sie im städtischen Eigentum zerfällt" erläutert FDP-Stadtratsmitglied Claus Peter Roßberg eine Anfrage der Liberalen zu diesem Themenkomplex an das Rathaus.
Autor: red

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Kommentare
Wolfi65
28.11.2012, 14:48 Uhr
Wahrlich Liberale Sorgen
Die Zeit der Burgen,Villen und Schlösser für einige Wenige, ist lange Vorbei. Sozialer Wohnungsbau für viele ist in. Das mueßte sich auch in den Reihen der Besserverdienenden(FDP), herumgesprochen haben. Erhaltung von Kulturgut ja, aber von privaten Denkmälern einiger gut betuchter Fabrikanten und anderen Millionären aus der Gründerzeit(Frühkapitalismus), Nein!
Diese Protzbauten sind auf dem Rücken des kleinen Mannes entstanden und haben jetzt auch das Recht, zu verfallen.
altmeister
28.11.2012, 16:01 Uhr
Vernünftiger Denkansatz!
Dieser Vorschlag der FDP ist nicht von der Hand zu weisen. Es ist in unserer Stadt schon so einiges im Argen, ohne die zu erwartenden und noch nicht überschaubaren Kosten für unsere neuesten "Errungenschaften".

Etwas arg schmerzen da solche Ansichten von Wolfi65, da das total daneben ist. Wir können froh sein noch etwas von der historischen Substanz aus vergangenen Zeiten im Stadtbild sehen zu können. Wie langweilig wäre es, nur noch die Zweckbauten der Moderne sehen zu können oder aber Bauten, wo sich die Meinungen stark unterscheiden.

Selbst eine DDR hat z.Bsp. den Lindenhof oder die Villa im Park Hohenrode nicht verfallen lassen, diese Gebäude wurden für das Institut für Lehrerbildung genutzt und erhalten. Soll Geschichte, und auch alte Architektur gehört dazu, nur noch im Museum, auf Bildern zu sehen sein?

Die SWG kann auch nur eine gewisse Menge an Investitionen übernehmen, diese müssen finanziert werden und das wiederum geht nur über Mieteinnahmen. Ich glaub, keiner wird gern mehr Miete zahlen, nur um da etwas querzufinanzieren. Bleibt nur die Alternative, dass der zu erhaltende Gebäudebestand verringert wird.
Alex Gösel
28.11.2012, 17:29 Uhr
@altmeister
Da ich mich schon längere Zeit mit der Geschichte unserer Stadt beschäftige, ist mir einiges über die Denkmäler und (historischen) Gebäude bekannt.

Richtig ist, dass die DDR Villa Kneiff / Hohenrode und das ehem. Museum Lindenhof für das Insitut für Lehrerbildung genutzt hat. Von einem Erhalt kann ich jedoch nicht sprechen, denn diese Gebäude wurden doch nur auf Verschleiß "gefahren", oder?

Beispielsweise war der Park Hohenrode doch schon zu DDR-Zeiten verwildert. Wo kann dann jetzt hier von Erhaltung während der DDR geredet werden?
Wolfi65
28.11.2012, 20:35 Uhr
Die Villa Kneiff
war nach langen Überlegen doch einmal ein Kindergarten zu DDR Zeiten. Später einer für Kinder mit Sprachbehinderungen.

Der damalige Staat hat es schon richtig gemacht. Die Protzbauten dem Volke gewidmet. Aber heute greift der versteckte Adel nach "seinem" Eigentum. Selbstverständlich mit Hilfe der Politik, denn es muss ja was historisches erhalten bleiben. Es kann ja nicht alles gleich aussehen. Und wer sich so etwas nicht leisten kann, zieht eben unter die Brücke.

Für den Rest ist ja im Staate der Süppchen und Sozialämter gesorgt. Kindergartenplätze und Schulessen jedes Jahr teuerer machen, aber für so eine "Schei..." ist immer Geld da. Ich sage nur ein bisschen Diesel und ein bisschen Amoniumnitrat und schon hat die Stadt keine Probleme mehr. Ich würde mich sogar freiwillig melden.
altmeister
28.11.2012, 22:23 Uhr
Wenn man es nicht richtig weiß...
sollte man sich mit Kommentaren zurückhalten.
Natürlich, Herr Brothuhn, ist es so, dass die Gebäude nicht entsprechend der heutigen Vorstellungen instand gehalten wurden.

Ich weiß aber, und viele Nordhäuser und ehemalige Mitarbeiter oder Absolventen des IFL, können dies aus ihren eigenen Erfahrungen bestätigen, dass für DDR-Verhältnisse dennoch ein annehmbarer Bauzustand gehalten wurde. Dass der Park Hohenrode nicht im besten Zustand war ist auch bekannt, hatte aber den Vorteil, dass die erhaltenswerten Bäume zum Glück nicht der Säge zum Opfer gefallen waren.

Die Entwicklung nach dem Ende des IFL ist auch jedem bekannt und ist nur bedauerlich. Wenn schon private Investoren oder Vereine bereit sind für diese oder andere Gebäude der historischen Bausubstanz unserer Stadt Geld auszugeben, dann sollte hier nicht blockiert werden, noch dazu, wenn die Kassen leer sind.
Alex Gösel
29.11.2012, 13:20 Uhr
@altmeister2
Das in Hohenrode gesägt wurde, ist hinlänglich bekannt! Leider war dies direkt nach dem Krieg notwendig, da die Menschen Feuerholz benötigten! Illegal war dies auch, wie auch die Verwendung der Villa zu DDR-Zeiten, da man, soweit mir bekannt, vergessen hatten, die Kneiffs / Kneiff-Erben zu enteignen. (Ob widerechtlich oder nicht, überlasse ich jetzt jedem selbst!)

Zu DDR-Zeiten bis zum Kauf der Villa durch den Verein / die Stadt waren also im Grunde die Erben für den gesamten Park in die Pflicht zu nehmen, oder?
Wolfi65
29.11.2012, 15:14 Uhr
Glück gehabt
Die "Enteigneten" können sich bis zum heutigen Tage glücklich schätzen, noch rechtzeitig in die Westzone "ausgereist" zu sein, denn die Rote Armee hat mit einer gewissen Klientel kein Federlesen gemacht. Und jetzt geht alles wieder von Neuem los. Bedauerlich, äußerst bedauerlich!
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