Di, 18:18 Uhr
27.11.2012
Kein Mitarbeiter steht schlechter da
Täglich arbeiten im JugendSozialwerk Nordhausen über 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer der über 80 sozialen Einrichtungen des Vereins. Mit Ihrer Erfahrung und Ihrer Kompetenz sorgen Sie jeden Tag auf’s neue dafür, dass Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren bei ihnen in guten Händen sind. Aber bekommen sie das auch entsprechend entlohnt...
Doch für die Kolleginnen und Kollegen, die sich täglich in einem der vielfältigen sozialen Berufe engagieren, nehmen die Arbeitsbelastungen kontinuierlich zu, während sich ihre Gehälter deutlich weniger fortentwickeln als es die anderer Berufsgruppen tun. Die Finanzierung sozialer Einrichtungen wird für die Träger ebenfalls zunehmend schwieriger. Während es für einige Einrichtungen klare Finanzierungsregelungen gibt, sind gerade in Schulen und dem Bereich der Familien- und Jugendarbeit Zuwendungen in den vergangenen Jahren stetig gesunken.
Auch das JugendSozialwerk Nordhausen muss sich diesen Herausforderungen nahezu täglich stellen und das vor dem Hintergrund einer soliden Finanzierung der Dienstleistungen der Verantwortung gegenüber den betreuten Menschen. Verantwortung muss der Verein jedoch auch gegenüber seinen Beschäftigten wahrnehmen.
Viele dieser Mitarbeiter hatten lange Zeit einen Stillstand in Ihrer Gehaltsentwicklung zu verzeichnen. Nachdem im Jahr 2000 der damalige Haustarifvertrag durch den Verein gekündigt wurde und in den darauffolgenden Jahren kein Verhandlungsergebnis für einen neuen Tarifvertrag erzielt werden konnte, hat die zuständige Gewerkschaft im Jahr 2005 die Verhandlungen endgültig als gescheitert erklärt.
Für die Beschäftigten, die ein Arbeitsverhältnis nach Haustarifvertrag haben, wirkt dieser zwar weiter, eine Tariferhöhung ist jedoch somit nicht mehr gegeben. Auch konnte nach Vereinsangaben dieser Tarif für Neueinstellungen nicht mehr angewendet werden. Im Jahr 2009 hat der Verein dann als Maßnahme gegen den drohenden Fachkraftmangel eigene arbeitsvertragliche Grundlagen beschlossen, die jedoch "mangels" einer mitwirkenden Gewerkschaft keinerlei Tarifstatus besitzen.
Dieser tariflose Zustand ist nun beendet. Im Juli 2012 hat der Vorstand des Vereins den Beitritt zur Paritätischen Tarifgemeinschaft Thüringen (PATT) beschlossen, womit deren Rahmen und Vergütungstarifvertrag Thüringen ab dem 1. Januar kommenden Jahres für alle Neueinstellungen automatisch Anwendung findet. In der Arbeitgebergemeinschaft des Paritätischen fühlen wir uns gut aufgehoben. Viele Mitgliedsunternehmen sehen den gleichen Sorgen um Fachkräfte und mangelnde Finanzierung unserer Arbeit entgegen wie wir es tun erläutert Andreas Weigel, Geschäftsführer des Vereins, im Gespräch mit der nnz und schiebt nach: In diesem Arbeitgeberverband gelingt es uns hoffentlich, den Beschäftigten im Sozialwesen eine Perspektive für die Zukunft zu bieten.
Die Einführung des neuen Tarifvertrages stellt bereits mit sofortiger Wirkung zu Beginn des neuen Jahres 70 Prozent aller Beschäftigten im JugendSozialwerk finanziell besser. Leider ist es uns finanziell nicht möglich gewesen, ein Tarifwerk einzuführen, welches sofort allen Mitarbeitern eine finanzielle Besserstellung bietet. Aber durch zukünftige Tarifsteigerungen werden nach und nach auch alle anderen Kolleginnen und Kollegen eine Besserstellung erfahren können, führt Andres Weigel aus. Jeder Beschäftigte erhält derzeit eine persönliche Gegenüberstellung der finanziellen Konditionen nach derzeitigen Vertragsbedingungen und neuem Tarifvertrag.
Der Verein führt dabei den neuen Tarifvertrag auf der Basis der Freiwilligkeit ein. Grundsätzlich obliegt es jedem Mitarbeiter, über die Annahme des Angebotes zu entscheiden. Dabei ist jedoch auch wichtig zu erwähnen, dass es in keinem Fall eine Schlechterstellung geben kann. Sämtliche Besitzstände wie höherer Urlaubsanspruch oder auch eine momentan noch höhere Vergütung werden einzelvertraglich weiterhin unbefristet zugesichert, ergänzt Holger Richter, Verantwortlicher für Personalentwicklung im Verein.
Die Einführung des Tarifvertrags bedeutet für viele unserer Kolleginnen und Kollegen eine gute Entwicklung, zumal in den letzten Wochen auch Tarifverhandlungen liefen und mit einer 3,5 prozentigen Steigerung abgeschlossen wurden. Dabei ist der Tarifvertrag nur einer von vielen Schritten zur weiteren Personalentwicklung. Wir werden in den kommenden Jahr noch viele Entwicklungen vor allem in Richtung Altersteilzeit vorantreiben, schließt Holger Richter ergänzend ab.
Autor: nnzDoch für die Kolleginnen und Kollegen, die sich täglich in einem der vielfältigen sozialen Berufe engagieren, nehmen die Arbeitsbelastungen kontinuierlich zu, während sich ihre Gehälter deutlich weniger fortentwickeln als es die anderer Berufsgruppen tun. Die Finanzierung sozialer Einrichtungen wird für die Träger ebenfalls zunehmend schwieriger. Während es für einige Einrichtungen klare Finanzierungsregelungen gibt, sind gerade in Schulen und dem Bereich der Familien- und Jugendarbeit Zuwendungen in den vergangenen Jahren stetig gesunken.
Auch das JugendSozialwerk Nordhausen muss sich diesen Herausforderungen nahezu täglich stellen und das vor dem Hintergrund einer soliden Finanzierung der Dienstleistungen der Verantwortung gegenüber den betreuten Menschen. Verantwortung muss der Verein jedoch auch gegenüber seinen Beschäftigten wahrnehmen.
Viele dieser Mitarbeiter hatten lange Zeit einen Stillstand in Ihrer Gehaltsentwicklung zu verzeichnen. Nachdem im Jahr 2000 der damalige Haustarifvertrag durch den Verein gekündigt wurde und in den darauffolgenden Jahren kein Verhandlungsergebnis für einen neuen Tarifvertrag erzielt werden konnte, hat die zuständige Gewerkschaft im Jahr 2005 die Verhandlungen endgültig als gescheitert erklärt.
Für die Beschäftigten, die ein Arbeitsverhältnis nach Haustarifvertrag haben, wirkt dieser zwar weiter, eine Tariferhöhung ist jedoch somit nicht mehr gegeben. Auch konnte nach Vereinsangaben dieser Tarif für Neueinstellungen nicht mehr angewendet werden. Im Jahr 2009 hat der Verein dann als Maßnahme gegen den drohenden Fachkraftmangel eigene arbeitsvertragliche Grundlagen beschlossen, die jedoch "mangels" einer mitwirkenden Gewerkschaft keinerlei Tarifstatus besitzen.
Dieser tariflose Zustand ist nun beendet. Im Juli 2012 hat der Vorstand des Vereins den Beitritt zur Paritätischen Tarifgemeinschaft Thüringen (PATT) beschlossen, womit deren Rahmen und Vergütungstarifvertrag Thüringen ab dem 1. Januar kommenden Jahres für alle Neueinstellungen automatisch Anwendung findet. In der Arbeitgebergemeinschaft des Paritätischen fühlen wir uns gut aufgehoben. Viele Mitgliedsunternehmen sehen den gleichen Sorgen um Fachkräfte und mangelnde Finanzierung unserer Arbeit entgegen wie wir es tun erläutert Andreas Weigel, Geschäftsführer des Vereins, im Gespräch mit der nnz und schiebt nach: In diesem Arbeitgeberverband gelingt es uns hoffentlich, den Beschäftigten im Sozialwesen eine Perspektive für die Zukunft zu bieten.
Die Einführung des neuen Tarifvertrages stellt bereits mit sofortiger Wirkung zu Beginn des neuen Jahres 70 Prozent aller Beschäftigten im JugendSozialwerk finanziell besser. Leider ist es uns finanziell nicht möglich gewesen, ein Tarifwerk einzuführen, welches sofort allen Mitarbeitern eine finanzielle Besserstellung bietet. Aber durch zukünftige Tarifsteigerungen werden nach und nach auch alle anderen Kolleginnen und Kollegen eine Besserstellung erfahren können, führt Andres Weigel aus. Jeder Beschäftigte erhält derzeit eine persönliche Gegenüberstellung der finanziellen Konditionen nach derzeitigen Vertragsbedingungen und neuem Tarifvertrag.
Der Verein führt dabei den neuen Tarifvertrag auf der Basis der Freiwilligkeit ein. Grundsätzlich obliegt es jedem Mitarbeiter, über die Annahme des Angebotes zu entscheiden. Dabei ist jedoch auch wichtig zu erwähnen, dass es in keinem Fall eine Schlechterstellung geben kann. Sämtliche Besitzstände wie höherer Urlaubsanspruch oder auch eine momentan noch höhere Vergütung werden einzelvertraglich weiterhin unbefristet zugesichert, ergänzt Holger Richter, Verantwortlicher für Personalentwicklung im Verein.
Die Einführung des Tarifvertrags bedeutet für viele unserer Kolleginnen und Kollegen eine gute Entwicklung, zumal in den letzten Wochen auch Tarifverhandlungen liefen und mit einer 3,5 prozentigen Steigerung abgeschlossen wurden. Dabei ist der Tarifvertrag nur einer von vielen Schritten zur weiteren Personalentwicklung. Wir werden in den kommenden Jahr noch viele Entwicklungen vor allem in Richtung Altersteilzeit vorantreiben, schließt Holger Richter ergänzend ab.

