Gegen Flächenverbrauch was tun
Der naturschutzfachliche Ausgleich für Infrastruktur- und Siedlungsbauten darf nicht so erfolgen, dass dafür noch einmal zusätzlich wertvolle Landwirtschaftsflächen herangezogen werden. Das hat heute in Erfurt der agrarpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Egon Primas, zum Entwurf einer Kompensationsverordnung erklärt, den das Bundeslandwirtschaftsministerium vorgelegt hat...
Primas warb dafür, häufiger auf die Zahlung von Ersatzgeld zurückzugreifen und damit nicht mehr benötigte Brachflächen zu entsiegeln und zu renaturieren. Diese Möglichkeit der Kompensation wird bislang jedoch viel zu selten genutzt, sagte Primas.
Unser Ziel muss sein, beim naturschutzfachlichen Ausgleich stärker auf Maßnahmen zur qualitativen Verbesserung bestehender Naturschutzflächen sowie auf den produktionsintegrierten Naturschutz in der Landwirtschaft zu setzen. Wir brauchen deshalb eine praxisnahe Umsetzung des Bundesnaturschutzgesetzes, so der Agrar- und Umweltfachmann. Durch die derzeitige Praxis, Eingriffe meist über Flächen auszugleichen, würden der Land- und Forstwirtschaft oft gleich doppelt Land entzogen.
Die Bundesländer haben nach dem Naturschutzrecht schon heute die Möglichkeit, bei bestimmten Eingriffen in die Natur das Ersatzgeld an Stelle anderer Kompensationsmaßnahmen vorzusehen. Dies ist laut Primas sinnvoll, soweit sich ein naturschutzfachlicher Mehrwert ergibt. Gewünschte Umweltwirkungen lassen sich auch und oft besser durch Ersatzgeld erzielen, ohne landwirtschaftliche Nutzflächen in Anspruch zu nehmen, so Primas wörtlich. Die Entsiegelung von nicht genutzten Brachflächen steht für den Agrarexperten dabei ganz oben auf der Prioritätenliste.
Autor: red
Kommentare
I.H.
27.11.2012, 12:35 Uhr
Lieber Herr Bauernlobbyist Primas,
die Realkompensation als Ausgleich ist kein "Flächenverbrauch"! Im Gegenteil, sie ist die geeignete und einzig richtige Maßnahme gegen den Flächenverbrauch durch Versiegelung und die durch intensive Landwirtschaft naturschutzfachlich wertlos gemachten Anbauflächen.
Das sollte man als "Agrarexperte" wissen Herr Primas, auch wenn das dem gemeinen Bäuerlein nicht gefällt.
andreas66
27.11.2012, 17:07 Uhr
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wirflöha
29.11.2012, 23:56 Uhr
Wer braucht noch Acker?
Warum Immer Rufen,
also lieber Wilddieb und Volksheld C. S. , bitte verraten sie dem Meister von Beton und Mörtel, ich weiß, waren schwere Zeiten im Hochbaukombinat, doch bitte nicht zu viel. Denn nachher wird er, vielleicht bei der nächsten Wahl, ganz demokratisch, noch von dieser Einen Bäuerlein - Stimme, ein weiteres Mal zum rum sitzen, wieder in den Landtag gewählt!
Viel wichtiger wäre es, ob durch das Bäuerlein, die Grünen ,den BUND, also die Roten im neuen Vorstand , oder einfach durch das Volk -- dieser Wahnsinn an der Natur und unseren Nachkommen in der angeblich Goldenen Aue , zwischen Urbach und Bielen, zwischen Windehausen und Leimbach gestoppt ,,,
Kann oder will denn das hier Keiner!
Damit gleich ein Paradebeispiel für´s angeblich NEUE Gesetz, geschaffen wird !
Sundhausen ist Geschichte, Biogas, wie das klingt bei Himmelgarten, besser gesagt mitten drin, oder bei Bielen wird es Dank des Bürger Willens bald sein. Aber dieser Wahnsinn, auch die Vertreibung von alten Leuten (ich weiß sie haben ganz freiwillig ihr Häuschen geräumt, hatten sicher schon darauf gewartet es verkaufen zu können, steht dann in der Chronik), wegen Profit, usw. will keiner mehr…!
Hat Antworten, die Alternativen im Stadtgebiet wurden aufgezeigt, aber es soll nicht Sein, denn Steuerverschwendung wird in diesem Fall Groß geschrieben, oder?
Wirflöha
W.Roßmell
30.11.2012, 10:35 Uhr
Agrarpolitischer Sprecher der CDU Landestagsfraktion...
Egon Primas scheint genau das zu machen und zu wollen, was gegen die Lebensqualität der Bürger in unserem Land "machbar" ist, nämlich wertvolles Ackerland zu versiegeln und wertlos zu machen und durch sinnlose Politik von Oben (EEG Gesetz!) die Lebensqualtität der Bürger entscheidend einzuschneiden. Manchmal hat man den Eindruck, dass er als "Agrarexperte"keine Ahnung hat, was da beschlossen wird, wofür er eintritt und mit welchen unsäglichen Argumenten den Menschen die ach so tolle Agrarpolitik als notwendig und wichtig dargestellt wird. Er scheint bei seinen Fahrten mit dem PKW mit Brille andere "blühende Landschaften" zu sehen, als wir es seit kurzer Zeit sehen... Maisfeld an Maisfeld, brachliegende Acker, versiegelte Felder und "buddelnde Ärchiologen", die jahrzehntelang wertvollen Ackerboden blockieren und für eine reiche Ernte vorenthalten... Sorry, ein Agrarexperte ist und wird Herr Primas in meinen Augen niemals mehr werden und zum Glück wurde er nicht zum Landrat gewählt! Wer solch ein umstrittenes Gesetz wie das EnergieEinspeiseGesetz befürwortet und trotz vieler inzwischen offen auftretenden Politiker, die dieses Gesetz kippen wollen, nichts unternimmt, der ist fehl am Platz und gehört nicht mehr in die Politik! Wer als "Agrarexperte" zusieht, wie immer mehr Mais nur noch dafür angebaut wird, um Biogasanlagen damit zu befüllen um Agrogas zu erzeugen, weil der Staat diese aus dem Ruder laufende Förderung "unterstützt" und nichts dagegen unternimmt, den interessiert kein Flächenverbrauch in der Landwirtschaft, den interessiert nur, dass die Betreiber solcher Anlagen sämtliche Förderungen maximal ausschöpfen, die letztendlich der kleine Bürger wieder zahlen muss! Jeder Bürger hat dies mit dem neuen Bescheid bei den Stromkosten zu spüren bekommen und es ist noch lange nicht das Ende zu sehen! Ich kann den Vorschreibern deshalb nur Recht geben und ihre Meinungen unterstützen und bestätigen. Das wird Herrn Primas allerdings glaube nicht oder gar nicht interessieren und er wird sich aufgrund der Stimmen der "Schwarzkittel" in seinem Land wieder in diesen Sessel wählen lassen...
Eckenblitz
30.11.2012, 12:36 Uhr
Egon
Der Kommentar von wirflöha ist wie immer sehr verwirrend, man kann seinen Gedanken nicht so ganz nachvollziehen. Dem Kommentar von wiros59 kann ich bedenkenlos zustimmen.
Leider ist es in Deutschland so, dass jemand der ZWEIMAL über ein Feld oder Wiese gelaufen ist, gleich eine Qualifizierung zum Experten abgelegt hat.
Eins muss man sagen Herr Primas ist mehr als weit weg von einem Expertenstatus. Seine Äußerungen zeichnen ihn eher als Lobbyisten aus, oder nicht?
Franz Tabak
30.11.2012, 17:02 Uhr
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