Sa, 17:44 Uhr
10.11.2012
nnz-Forum: Grüne, Macht und Werte
Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin sollen die Bündnisgrünen in den Wahlkampf führen. Dazu Anmerkungen eines nnz-Lesers...
Auch ich beglückwünsche insbesondere Frau Göring-Eckart zur Wahl. Zugleich aber wünsche ich mir eine Rückbesinnung der Grünen auf jene Werte, die sie in den 80er Jahren nicht nur verkündet, sondern auch mit Nachdruck vertreten haben. Ohne sie wäre Deutschland heute wohl kein Vorreiter auf den Gebieten Atomausstieg, Klimaschutz und alternative Energien. Alllerdings gibt es wohl kaum eine andere Partei, in der der Opportunismus so große Blüten treibt, wie bei den Grünen.
Jeder weiß, das Macht korrumpiert, weswegen ich persönlich niemals in eine Partei eintreten würde. Aus meiner Sicht hätten die Grünen besser daran getan, für immer außerparlamentarische Opposition zu üben, um manche ihrer Werte im alltäglichen Kampf um die Sicherung gut dotierter politischer Posten nicht auszuhölen.
Nie wäre ein Herr Kretschmann im Ländle Ministerpräsident geworden, wenn er tatsächlich urgrüne Werte und Thesen vertreten hätte. Dafür sind die Schwaben als geborene Kaufleute doch nun wirklich zu konservativ. Soweit ich weiß, haben die Grünen in Hamburg sogar ein Kohlekraftwerk mitgetragen und wenn ich dem Thüringer Landtagsabgeordneten Adams in Nordhausen so zuhöre, dann ist dieser auch nicht mehr weit von CDU-Positionen entfernt. Statt übergreifende und weitsichtige Fundamentalkritik zu üben, die die Grünen einst von den anderen Etablierten unterschied, kommt von ihm nur noch heiße Luft, und selbst davon nur noch ganz, ganz wenig. Weitsicht haben die Grünen leider nur noch, wenn es um die Sicherungen ihrer Mandate in den Parlamenten geht.
In Nordhausen sprechen sie sich für die Biomethananlage aus und verraten damit ebenso frühere ökologische Grundwerte, wie einst mit der sinngemäßen Äußerung von Herrn Dauert, ein Wasserkraftwerk im Steinmühlental wäre doch gar nicht so schlecht.
Da ich grünen Werten sehr offen gegenüber stehe, bin ich ein sehr großer Kritiker dieser neuen Machtpartei, deren oben genannter Opportunismus ja auch noch darin sichtbar wird, dass ihre Wähler zu den wohlhabendsten überhaupt zählen; ganz nach dem Motto: Wenn ich ein dickes Auto fahre oder auch zwei und wenn ich dreimal jährlich über den großen Teich jetten kann, dann kann ich mir auch den Luxus leisten, ökologisch zu DENKEN! Die Grünen sollten mal eine Umfrage unter ihren Wählern machen, wie es um die Konsequenzen des Denkens bestellt sind: Würden sie ihre SUVs und Geländewagen zugunsten niedrigerer Emissionen gegen einen Kleinwagen, ja/nein? - Na, was meinen Sie liebe nnz-Leserinnen und -leser?
Genauso wie ihre ökologisch DENKENDEN Wähler verhält sich heute die Gesamtpartei. Ich fordere sie auf, sich wieder rein an naturwissenschaftlichen Fakten, als an der Sonntagsfrage zu orientieren, wenn sie sich nicht ganz und gar unglaubwürdig machen wollen.
Hier in Nordhausen müssten sie
a) ständig die Umsetzung des Koalitionsvertrages der jetzigen Landesregierung fordern, ein Biosphärenreservat im Südharz "zu prüfen",
b) die ungebrochene Zubetonierung und gewerbliche Zersiedelung unserer Landschaft zu kritisieren,
c) sich das Ziel setzen, die Zerstörung unserer weltweit einmaligen Gipskarstlandschaft ein für allemal zu beenden und
d) eine Energiewirtschaft zu forderm deren Ökobilanz tatsächlich naturschonend ist. Warum nagelt Herr Adams Frau Lieberknecht nicht fest mit ihrem Ausspruch 2011 in Neustadt "Wir wollen keinen Gipsabbau"? Die Grünen müssen die zum ökologischen Kollaps führende Wachstumspolitik generell hinterfragen! Sie hätten es doch so leicht damit, andere Parteien damit und mit tausenden Fakten in Bedrängnis zu bringen! Denn selbst wirtschaftsorientierte Organisationen wie die OECD werden nicht müde, die Industrienationen vor einem "Immer weiter so" zu warnen. Die Grünen schweigen.
Ich werde dieser Partei hier aus der unbedeutenden Provinz auch weiterhin genau auf die Finger sehen und nicht müde werden, bei ihnen eine Einheit von Wort und Tat, mehr Selbstkritik sowie Rückbesinnung einzufordern. Ihre Schläfrigkeit und Machtverliebtheit macht mich jedenfalls munter.
Unserer Erde geht es viel zu schlecht und die unsere Lebensgrundlagen zerstörenden Prozesse laufen viel zu schnell und werden viel zu stark verdrängt, als dass wir eine Machtpartei mit einem dünnen grünem Farbrest in ihrer jetzigen Form hinnehmen sollten.
Bodo Schwarzberg
Autor: nnzAuch ich beglückwünsche insbesondere Frau Göring-Eckart zur Wahl. Zugleich aber wünsche ich mir eine Rückbesinnung der Grünen auf jene Werte, die sie in den 80er Jahren nicht nur verkündet, sondern auch mit Nachdruck vertreten haben. Ohne sie wäre Deutschland heute wohl kein Vorreiter auf den Gebieten Atomausstieg, Klimaschutz und alternative Energien. Alllerdings gibt es wohl kaum eine andere Partei, in der der Opportunismus so große Blüten treibt, wie bei den Grünen.
Jeder weiß, das Macht korrumpiert, weswegen ich persönlich niemals in eine Partei eintreten würde. Aus meiner Sicht hätten die Grünen besser daran getan, für immer außerparlamentarische Opposition zu üben, um manche ihrer Werte im alltäglichen Kampf um die Sicherung gut dotierter politischer Posten nicht auszuhölen.
Nie wäre ein Herr Kretschmann im Ländle Ministerpräsident geworden, wenn er tatsächlich urgrüne Werte und Thesen vertreten hätte. Dafür sind die Schwaben als geborene Kaufleute doch nun wirklich zu konservativ. Soweit ich weiß, haben die Grünen in Hamburg sogar ein Kohlekraftwerk mitgetragen und wenn ich dem Thüringer Landtagsabgeordneten Adams in Nordhausen so zuhöre, dann ist dieser auch nicht mehr weit von CDU-Positionen entfernt. Statt übergreifende und weitsichtige Fundamentalkritik zu üben, die die Grünen einst von den anderen Etablierten unterschied, kommt von ihm nur noch heiße Luft, und selbst davon nur noch ganz, ganz wenig. Weitsicht haben die Grünen leider nur noch, wenn es um die Sicherungen ihrer Mandate in den Parlamenten geht.
In Nordhausen sprechen sie sich für die Biomethananlage aus und verraten damit ebenso frühere ökologische Grundwerte, wie einst mit der sinngemäßen Äußerung von Herrn Dauert, ein Wasserkraftwerk im Steinmühlental wäre doch gar nicht so schlecht.
Da ich grünen Werten sehr offen gegenüber stehe, bin ich ein sehr großer Kritiker dieser neuen Machtpartei, deren oben genannter Opportunismus ja auch noch darin sichtbar wird, dass ihre Wähler zu den wohlhabendsten überhaupt zählen; ganz nach dem Motto: Wenn ich ein dickes Auto fahre oder auch zwei und wenn ich dreimal jährlich über den großen Teich jetten kann, dann kann ich mir auch den Luxus leisten, ökologisch zu DENKEN! Die Grünen sollten mal eine Umfrage unter ihren Wählern machen, wie es um die Konsequenzen des Denkens bestellt sind: Würden sie ihre SUVs und Geländewagen zugunsten niedrigerer Emissionen gegen einen Kleinwagen, ja/nein? - Na, was meinen Sie liebe nnz-Leserinnen und -leser?
Genauso wie ihre ökologisch DENKENDEN Wähler verhält sich heute die Gesamtpartei. Ich fordere sie auf, sich wieder rein an naturwissenschaftlichen Fakten, als an der Sonntagsfrage zu orientieren, wenn sie sich nicht ganz und gar unglaubwürdig machen wollen.
Hier in Nordhausen müssten sie
a) ständig die Umsetzung des Koalitionsvertrages der jetzigen Landesregierung fordern, ein Biosphärenreservat im Südharz "zu prüfen",
b) die ungebrochene Zubetonierung und gewerbliche Zersiedelung unserer Landschaft zu kritisieren,
c) sich das Ziel setzen, die Zerstörung unserer weltweit einmaligen Gipskarstlandschaft ein für allemal zu beenden und
d) eine Energiewirtschaft zu forderm deren Ökobilanz tatsächlich naturschonend ist. Warum nagelt Herr Adams Frau Lieberknecht nicht fest mit ihrem Ausspruch 2011 in Neustadt "Wir wollen keinen Gipsabbau"? Die Grünen müssen die zum ökologischen Kollaps führende Wachstumspolitik generell hinterfragen! Sie hätten es doch so leicht damit, andere Parteien damit und mit tausenden Fakten in Bedrängnis zu bringen! Denn selbst wirtschaftsorientierte Organisationen wie die OECD werden nicht müde, die Industrienationen vor einem "Immer weiter so" zu warnen. Die Grünen schweigen.
Ich werde dieser Partei hier aus der unbedeutenden Provinz auch weiterhin genau auf die Finger sehen und nicht müde werden, bei ihnen eine Einheit von Wort und Tat, mehr Selbstkritik sowie Rückbesinnung einzufordern. Ihre Schläfrigkeit und Machtverliebtheit macht mich jedenfalls munter.
Unserer Erde geht es viel zu schlecht und die unsere Lebensgrundlagen zerstörenden Prozesse laufen viel zu schnell und werden viel zu stark verdrängt, als dass wir eine Machtpartei mit einem dünnen grünem Farbrest in ihrer jetzigen Form hinnehmen sollten.
Bodo Schwarzberg
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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