Mo, 15:54 Uhr
05.11.2012
Begleitheft wird präsentiert
Die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora präsentiert das Begleitheft zur Sonderausstellung Von Auschwitz in den Harz. Sinti und Roma im KZ Mittelbau-Dora. Eine öffentliche Vorstellung ist heute in einer Woche geplant...
In ihrer jüngsten Sonderausstellung widmete sich die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora einem in der deutschen
Gesellschaft lange vernachlässigten Thema: der Verfolgung, Deportation und Ermordung Tausender Sinti und Roma im nationalsozialistischen Deutschland und ihrer fortdauernden Diskriminierung nach 1945 bis heute.
Nachdem zahlreiche Besucher die Ausstellung vom 16. April bis zum 28. Oktober in der Gedenkstätte besichtigt haben, ist sie ab November als Wanderausstellung an mehreren Schulen und kulturellen Einrichtungen in Thüringen und anderen Bundesländern zu sehen.
Franz Rosenbach mit seiner Mutter Cäcilie, 1938. (Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma Heidelberg)
Begleitend zur Ausstellung erscheint nun eine 32-seitige Broschüre, die das Schicksal der Sinti und Roma in Bildern und Texten veranschaulicht. Sie enthält neben biographischen Erinnerungszeugnissen ehemaliger Häftlinge amtliche Dokumente, Zeitungsberichte und Fotos, die die organisierte Verfolgung und Verschleppung von Sinti und Roma durch die regionalen Behörden in den 1930er und 1940er Jahren zeigen.
Thematisiert werden die Anfänge der gesellschaftlichen Ausgrenzung von Sinti und Roma vor 1933, ihr grauenvoller Lageralltag in den Konzentrationslagern Auschwitz und Mittelbau-Dora nach der Deportation sowie das lange und oftmals vergebliche Ringen der KZ-Überlebenden um ihre gesellschaftliche Anerkennung nach 1945.
Zeitlicher Anlass sowohl der Ausstellung als auch der
Begleitbroschüre ist der 70. Jahrestag des sogenannten
Auschwitz-Erlasses: Im Dezember 1942 ordnete SS-Chef Heinrich Himmler die Deportation aller im Deutschen Reich lebenden Sinti und Roma nach Auschwitz an. Dort wurden Tausende in den Gaskammern ermordet. Nur etwa 3000 Männer und Frauen überlebten das dortige Zigeuner-Familienlager, das die SS im August 1944 auflöste. Fast alle männlichen Überlebenden brachte sie in das KZ Mittelbau-Dora, das damit zur zentralen Haftstätte für Sinti und Roma in ganz Deutschland wurde.
Einen historischen Überblick zur Geschichte der Sinti und Roma im KZ Mittelbau-Dora wird Gedenkstättenleiter Dr. Jens-Christian Wagner bei seiner Vorstellung der Begleitbroschüre am kommenden Montag, 12. November 2012, um 18 Uhr im Nordhäuser Stadtmuseum Flohburg geben. Zu dieser öffentlichen Veranstaltung sind alle interessierten Besucherinnen und Besucher
herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
Die Broschüre Von Auschwitz in den Harz. Sinti und Roma im KZ Mittelbau-Dora ist ab Dienstag, 13. November, im Buchladen der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora erhältlich.
Autor: nnzIn ihrer jüngsten Sonderausstellung widmete sich die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora einem in der deutschen
Gesellschaft lange vernachlässigten Thema: der Verfolgung, Deportation und Ermordung Tausender Sinti und Roma im nationalsozialistischen Deutschland und ihrer fortdauernden Diskriminierung nach 1945 bis heute.
Nachdem zahlreiche Besucher die Ausstellung vom 16. April bis zum 28. Oktober in der Gedenkstätte besichtigt haben, ist sie ab November als Wanderausstellung an mehreren Schulen und kulturellen Einrichtungen in Thüringen und anderen Bundesländern zu sehen.
Franz Rosenbach mit seiner Mutter Cäcilie, 1938. (Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma Heidelberg)
Begleitend zur Ausstellung erscheint nun eine 32-seitige Broschüre, die das Schicksal der Sinti und Roma in Bildern und Texten veranschaulicht. Sie enthält neben biographischen Erinnerungszeugnissen ehemaliger Häftlinge amtliche Dokumente, Zeitungsberichte und Fotos, die die organisierte Verfolgung und Verschleppung von Sinti und Roma durch die regionalen Behörden in den 1930er und 1940er Jahren zeigen. Thematisiert werden die Anfänge der gesellschaftlichen Ausgrenzung von Sinti und Roma vor 1933, ihr grauenvoller Lageralltag in den Konzentrationslagern Auschwitz und Mittelbau-Dora nach der Deportation sowie das lange und oftmals vergebliche Ringen der KZ-Überlebenden um ihre gesellschaftliche Anerkennung nach 1945.
Zeitlicher Anlass sowohl der Ausstellung als auch der
Begleitbroschüre ist der 70. Jahrestag des sogenannten
Auschwitz-Erlasses: Im Dezember 1942 ordnete SS-Chef Heinrich Himmler die Deportation aller im Deutschen Reich lebenden Sinti und Roma nach Auschwitz an. Dort wurden Tausende in den Gaskammern ermordet. Nur etwa 3000 Männer und Frauen überlebten das dortige Zigeuner-Familienlager, das die SS im August 1944 auflöste. Fast alle männlichen Überlebenden brachte sie in das KZ Mittelbau-Dora, das damit zur zentralen Haftstätte für Sinti und Roma in ganz Deutschland wurde.
Einen historischen Überblick zur Geschichte der Sinti und Roma im KZ Mittelbau-Dora wird Gedenkstättenleiter Dr. Jens-Christian Wagner bei seiner Vorstellung der Begleitbroschüre am kommenden Montag, 12. November 2012, um 18 Uhr im Nordhäuser Stadtmuseum Flohburg geben. Zu dieser öffentlichen Veranstaltung sind alle interessierten Besucherinnen und Besucher
herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
Die Broschüre Von Auschwitz in den Harz. Sinti und Roma im KZ Mittelbau-Dora ist ab Dienstag, 13. November, im Buchladen der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora erhältlich.

