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Mo, 12:52 Uhr
19.03.2001

Regionalbündnis will für den Ausbau der B 4 werben

Nordhausen (nnz). Mit vereinten Kräften solle man sich in die Diskussion in Land und Bund einschalten, denn es werde ein neues Investitionsprogramm aufgelegt, sagte Klaus Zeh zur Begrüßung. Ausbau der Verkehrswege schließe nicht nur den Ausbau der Bundesstraße 4 ein, obwohl diese Strecke hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Region Nordhausen zu einem Oberzentrum von entscheidender Bedeutung sei, machte Zeh die Ausgangsposition des künftigen Regionalbündnisses fest. Einem Mitarbeiter des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Infrastruktur war es denn auch vorbehalten, einen Sachstandsvortrag zu halten. Und da kam eigentlich wenig Neues, dafür viel Unbefriedigendes für die Nordthüringer rüber. Alle Interessierten, vor allem die im Plenarsaal des Landratsamtes wissen, daß die Autobahn ab 2005 Göttingen mit Halle verbinden wird. Auch von den Zahlen eines eventuellen Ausbaus der B 4 ließen sich die Zuhörer denn nicht sonderlich beeindrucken. Von der A 38 bei Sundhausen bis Sondershausen sollen es rund 30 Millionen Mark sein, von Sondershausen nach Erfurt weitere 100 Millionen Mark.
Doch diese Gelder sind mit dicken Fragezeichen versehen, sowohl von der Bereitstellung als auch vom Zeitraum her. So war es denn auch dem Bürgermeister der Gemeinde Niedersachswerfen, Jochen Napiralla, vorbehalten, eine konkrete Frage nach der Ortsumgehung für seinen Ort zu stellen. "Kein Baubeginn in den kommenden fünf Jahren", so die Antwort des Mannes aus Erfurt. Der Bund habe die Linienentscheidung zurückgestellt.
Spätestens hier wurde klar, daß der Vertreter der Landesregierung immer wieder auf den Bund verwies und dem die Schuld für die schleppende Bearbeitung zuschob. Schließlich könne Thüringen nur "den Mangel verteilen". Dann wieder brachte der Ministeriale auch den Raum Sömmerda ins Gespräch, vor allem als günstiger Zubringer von Nordhausen über Greußen nach Erfurt. Das allerdings wollte selbst CDU-Mann Egon Primas nicht einsehen. "Die wirtschaftliche Entwicklung spielt sich am Knotenpunkt Nordhausen ab, da interessiert mich die Entwicklung in Sömmerda oder in Sangerhausen nur herzlich wenig", so der Landtagsabgeordnete. Für ihn sei die Verbindung von Nordhausen nach Erfurt von höchster Wichtigkeit. Die gleiche Priorität im Denken widmete Otto Brandt vom IMG Nordhausen auch der Bundesstraße 4. Diese sei sowohl in regionaler als auch in überregionaler Dimension entscheidend für die weitere Entwicklung in Nordthüringen.
Einig waren sich viele Redner, daß der komplette vierspurige Ausbau der B 4 utopisch sei, aber an einen Ausbau der Strecke müsse herangegangen werden. Die Frage ist nur: WANN? Die Ortsumgehung Sonderhausen werde schon seit 1930 geplant, so der Landrat des Kyffhäuserkreises, Peter Hengstermann. Insgesamt machte der Redner aus Erfurt den Nord- und Sondershäusern nicht die Spur einer Hoffnung, daß hier ernsthaft in den kommenden zwei Jahren mit den Planungen begonnen werde. Der Verweis auf Verkehrszählungen zur Belastung der Straßen im Jahr 2020 half da ebenso wenig wie der Verweis, daß es außer Nordthüringen auch noch Süd-, Mittel- oder Ostthüringen gebe. Für diese Argumentation hätte sich der Ministeriumsvertreter den Weg nach Nordhausen über eine verstopfte B 4 heute sparen können.
Was bleibt also dem kommenden Regionalbündnis? Gemeinsam politischen Druck ausüben - in Richtung Berlin aber auch in Richtung Erfurt gleichermaßen. Wobei dem Druck in Richtung Hauptstadt vielleicht der größere Erfolg beschert werden kann. Denn in Bund wird bereits im nächsten Jahr gewählt und in der Landeshauptstadt wird vermutlich der Mangel weiter verteilt: In Jena, Erfurt, Weimar und auch in Sömmerda. Eine Ausnahme könnte es jedoch geben: Verliert Rot-Grün die kommende Bundestagswahl, dann könnte in Erfurt nicht mehr der Bund als Verhinderer für Nordthüringen herhalten.
Autor: nnz

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