eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Mi, 13:27 Uhr
17.10.2012

Betrachtet: Nur mit anderen Vorzeichen

Können Sie sich noch erinnern, als vor mehr als einem Jahr die Ausschreibung zur Neu-Besetzung der Bürgermeisterstelle im Nordhäuser Rathaus veröffentlicht wurde? Jetzt wird wieder ausgeschrieben. Dazu einige Anmerkungen in Ihrer nnz...


Am kommenden Montag soll die Ausschreibung im Thüringer Staatsanzeiger veröffentlicht werden. Wäre das Rathaus dazu nicht verpflichtet, könnte man das alles als schamloses Theater abtun. So aber wird das Prozedere durchgezogen und vielleicht bewerben sich einige Wagemutige und Ahnungslose aus anderen Regionen dieser Republik, die dann umsonst das Porto und die Fahrtkosten ausgeben.

Denn, was nach außen wie ein fair ablaufender Bewerbungsprozess aussieht, das ist ein längst abgesprochenes Spiel. Bewerben kann sich wer will, am Ende wird Hannelore Haase gewählt, so wie damals am Ende - wenn auch mit einigen Hürden - Matthias Jendricke gewählt wurde. Auf den Namen Haase hatten sich CDU, LINKE und FDP seit Monaten verständigt und an Abmachungen hält man sich. Auch der neue Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh hat sich daran zu halten, denn seine kommunalpolitischen Ziele sind nur mit der einstigen Stepel-Koalition durchzusetzen.

Um nichts dem Zufall zu überlassen, wurde seit Wochen am Ausschreibungstext gefeilt und der müsste eigentlich nur noch die Anforderung beinhalten, dass der Bewerber eine Frau sein und Hannelore Haase heißen muss. Alles andere ist komplett zugeschnitten auf die Frau, die der LIFT gGmbH vorsteht. Noch.

So ist zum Beispiel ein Hochschulabschluss im Bereich der Wirtschaftswissenschaften oder Sozialmanagement gefordert und wenn da die Messlatte zu hoch liegt, dann jedoch ein Abschluss, der "in enger sachlicher Beziehung zu den Aufgaben des Geschäftsbereiches" steht. Oder die Bewerber sollten Erfahrungen in einem "sozialen Dienstleistungsunternehmen" (wie LIFT) nachweisen können.

Derjenige, der diese Beschreibung des künftigen Arbeitsplatzes von Hannelore Haase zu verantworten hat, sieht das ein wenig anders. Schriftlich lässt Dr. Zeh mitteilen: "Die Entscheidung über die Besetzung der Beigeordnetenstelle wird - und muss - eine Mehrheitsentscheidung sein, denn die Abstimmung im Stadtrat ist gesetzlich vorgesehen. Insofern ist die Besetzung auch eine politische Entscheidung.
 
Die politische Dimension der Entscheidung ist insofern wichtig, da mit der Position des Beigeordneten Entscheidungsbefugnisse von erheblicher Tragweite verbunden sind. Sie sollten deshalb eine - möglichst breite – Akzeptanzbasis im Stadtrat haben. Diese drückt sich zu großen Teilen wiederum in der Zustimmung zur Person aus.
 
Fakt ist: Befähigung, Eignung und Leistung sind die Grundvoraussetzungen – und zwar die ausschlaggebenden - für die Stellenbesetzung. Dies dokumentiert sich in den Anforderungen, die in der Ausschreibung genannt sind. Zu den genannten Leistungskriterien gehört auch die geforderte kommunalpolitische Erfahrung".

Ich persönlich bin jetzt mal gespannt, wie sich die politischen Parteien im Stadtrat dazu äußern. Von der Stepel-Koalition wird vermutlich keine Kritik laut werden. Es ist halt wie immer, nur die Partei-Vorzeichen haben sich geändert. Bleibt zum Schluss die Frage, warum eigentlich und überhaupt Geld für die Veröffentlichung der "Stellenanzeige" ausgegeben wird.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare
NDHler
17.10.2012, 14:01 Uhr
Prima
da macht ja der ach so tolle Herr Dr. Zeh genau da weiter wo die ach so tolle Frau Rinke aufgehört hat. Mal sehen ob jetzt dieselben Kommentatoren wach werden wie damals als der Posten für Herrn Jendricke ausgeschrieben wurde. Was war da hier los!Ich wette mal dagegen! Alles ein riesiger Klüngel würde man in Köln sagen!
-Insider-
17.10.2012, 14:15 Uhr
mhhh
erinnern wir uns an die geänderte Struktur (lach) der Stadt:

Der oder die zweite Beigeordnete ist künftig verantwortlich für

Kultur und Tourismus
sowie für Bildung und Generationen

Das die Ausschreibung dann jemanden mit sozialen Kenntnissen hat versteht sich soweit von selbst. Das diese auf Frau Haase zugeschnitten ist mag durchaus auch sein.

Trotzdem gibt es meiner Meinung nach einen gravierenden Unterschied: Damals schrieb eine SPD OB den BM Posten für einen der ihren aus und ließ so lange wählen bis es halt passte. Was halt die sozialdemokratischen Ratsherren unter einem demokratischen Vorgang halt so verstehen. Heute ist es so, dass Dr. Zeh die Tür für eine weitere politische Meinung öffnet. Selbstverständlich hätte er es auch im Stile seiner Vorgängerin machen können und hätte eine tiefschwarze Person auserwählt und eine passende Ausschreibung erstellen lassen.

Ob ich es deshalb für besser als die Aktion von BR halte? Mitnichten. Eventuell. Vielleicht. Aber eher nicht.
H.Buntfuß
17.10.2012, 14:20 Uhr
Politik oder Schmierenkomödie?
Dieser Artikel zeigt uns sehr deutlich, was wir von der Mehrzahl unserer Politiker zu halten haben? Ginge es hier nicht um das Wohl und Wehe unserer Kommune, sollte man meinen, man befindet sich in einem Schmierentheater.

Es riecht alles nach INTRIGEN und VETTERNWIRTSCHAFT, oder?
roni
17.10.2012, 14:44 Uhr
immer das selbe
ob Ausschreibung zum BM, Stellenausschreibung oder Ausschreibung für Azubis, in dieser Verwaltung sind die Würfel schon im Vorfeld gefallen, wie schon geschrieben, Vetternwirtschaft ohne Ende?
Retupmoc
17.10.2012, 14:57 Uhr
Um Gottes willen
Hier wird wieder der Bock zum Gärtner gemacht.
DoctorS
17.10.2012, 16:50 Uhr
Recall mal anders!
Diese Verfahrensweise steigert doch keineswegs das Vertrauen in die Stadt. Man muss zwangsläufig davon ausgehen, dass dies gängige Verfahrensweise bei städtischen Stellenausschreibungen ist. Das ist ganz sicher nicht im Interesse der Einwohner, welche dieses bei der Wahl zum Ausdruck brachten.

Und Glückwunsch an Frau Haase, für diesen unverdienten Trostpreis.
Paulinchen
17.10.2012, 18:24 Uhr
Guten Tag Herr Dr. Zeh,
für den Fall, dass Frau Haase diese Stelle bekommt, sollten Sie sich schon mal um einen Dienstwagen zur privaten Nutzung für die Dame kümmern. Dazu gehört dann auch noch ein Mitarbeiter, der das Fahrzeug auch säubert. Denn das hat sie ja alles bei LIFT. Es sollte ihr doch bei der Stadtverwaltung an NICHTS fehlen bzw. nicht schlechter gehen.
Wolfi65
17.10.2012, 19:14 Uhr
Ich würde den Job machen
Ich würde Frau Haase durch die Gegend fahren, wenn der Preis stimmt.
Was ich damit ausdrücken will ist, dass ich für einen Euro vielleicht die Frontscheibe putzen würde.
Na gut, den Aschenbecher könnte ich ausnahmsweise noch leeren.
Dann ist aber Schluss mit den Zugeständnissen.
PS: Dann hätte ein Langzeitarbeitsloser neben der Kommentarfunktion der NNZ, wieder eine Perspektive und Frau von der Leine brauchte sich über die Sozialrente wenigstens in meinen Fall keinen Kopf zerbrechen.
Eckenblitz
17.10.2012, 22:01 Uhr
Pleite??
Wenn die Stadt jemanden benötigt, um die Stadt in die Pleite zu führen, dann ist Frau Haase die richtige Person.

Ist die Lift gGmbH nicht unter ihrer Leitung den Bach runter gegangen und nur durch die Übernahme von Horizont, eine Pleite verschleiert?
roni
18.10.2012, 10:11 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Verstoß gegen AGB
Alex Gösel
18.10.2012, 19:29 Uhr
Schiebung?
Der Nordhäuser Bürger hat sich schon seit DDR-Zeiten an das Verschieben von Posten an bestimmte Personen gewöhnt, oder sehe ich das falsch?

Die Frage sei hier erlaubt, warum denn überhaupt noch Geld für eine Ausschreibung augegeben wird, da es doch von vornherein feststeht, wer für diesen Posten in Frage kommt. (Siehe Bürgermeisterwahl)

Man muß schon staunen, welchen Mut die Damen und Herren Stadträte haben, dass Sie sich hocherhobenen Hauptes durch die Straßen von Nordhausen trauen. Auch ich bezweifle, dass Frau Haase die richtige Person für dieses Amt ist.

Es ist nur schade, dass der Bürger auf solche Besetzungen keinen Einfluß hat, die Politiker wissen aber auch genau warum.
-Insider-
18.10.2012, 21:11 Uhr
die
bürger haben keinen einfluss auf so eine WAHL? stimmt nicht. hätten wir so viele engagierte Politiker ohne eigeninteressen wie kommentatoren in der nnz könnte man einen weiteren Stadtrat füllen. Wenn sich nun der einfache bürger zu einer Partei Freie Wähler zusammenschließen würde und nicht 30% sondern 80% aller Bürger/innen wählen gehen würde, dann hätte man auch Einfluss auf solche Dinge. Aber gut, hätte hätte Fahrradkette.

Man darf nur nicht so tun, als wäre man auf regionaler dem gegebenen hilflos ausgeliefert. Demokratie ist nicht selbstverständlich und muss Tag für Tag neu erarbeitet werden, nicht nur via der Meinungsfreiheit, sondern auch durch anpacken.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)