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Di, 18:59 Uhr
02.10.2012

Geschichte ist jetzt online

„Nordhausen im Nationalsozialismus“: Ein historische Wegweiser zu Orten der nationalsozialistischen Durchdringung von Politik und Kultur, der Verfolgung und des Widerstandes ist nun online Seit heute ist eine Online-Version des historischen Wegweisers „Nordhausen im Nationalsozialismus“ im Internet freigeschaltet...

Aufmarsch am Kornmark (Foto: Stadtarchiv) Aufmarsch am Kornmark (Foto: Stadtarchiv)

Per Mausklick können sich Internet-Nutzer auf einen virtuellen Stadtrundgang begeben und 27 ausgewählte Orte der nationalsozialistischen Selbstinszenierung sowie Stätten von Verfolgung, Widerstand und Zwangsarbeit in Nordhausen am Computer besuchen.

Die neue Webseite im Auftrag der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora präsentiert eine überarbeitete und aktualisierte Auflage der im Jahr 2010 herausgegebenen Broschüre „Nordhausen im Nationalsozialismus. Ein historischer Wegweiser“, die die Stiftung zusammen mit dem Jugendsozialnetzwerk Nordhausen und gefördert über das Programm „Vielfalt tut gut“ erarbeitete. Neben den damals veröffentlichten Texten und Quellenmaterialien zeigt die Webseite neue, bislang unbekannte Fotos und Dokumente aus Archiven und Privatsammlungen, die die Autoren nun internettauglich zusammengestellt haben.

Cover der Druckausgabe (Foto: Gedenkstätte Mittelbau-Dora) Cover der Druckausgabe (Foto: Gedenkstätte Mittelbau-Dora) Neu gegenüber der gedruckten Broschüre ist zudem das optische Erscheinungsbild dieses Online-Wegweisers: Die Webseite bietet die technische Möglichkeit eines Stadtrundgangs per Mausklick. An einem Stadtplan kann der Internetnutzer einzelne Orte auswählen, historische Fotos, Dokumente und Zeitungsberichte betrachten, kurze Texterklärungen aufrufen und weiterführende
Literaturhinweise erhalten.

Erwähnung finden beispielsweise das Theater als nationalsozialistisches Propagandainstrument, der Siechenhof als Haftstätte, das Arbeitsamt als Organisationszentrale der Zwangsarbeit und die Gaststätte „Friedenseiche“ als Zentrum des aktiven Widerstandes. Daneben widmet sich die neue Webseite dem Verfolgungsschicksal derjenigen Nordhäuser, die sich den Nationalsozialisten entgegenstellten, aus der sogenannten „arischen Volksgemeinschaft“ ausgegrenzt, in Konzentrationslager zur Zwangsarbeit deportiert und oftmals ermordet wurden.

Im vormals liberal geprägten Nordhausen erhielt die NSDAP bereits bei den Reichstagswahlen im Juli 1932 die absolute Mehrheit. In der Folgezeit setzte eine nationalsozialistische Durchdringung des alltäglichen Lebens in der Stadt ein, deren Auswirkungen anhand der ausgewählten Stationen dieses Online-Stadtrundgangs
exemplarisch nachgezeichnet werden.

Trotz ihres thematischen Schwerpunkts auf der Nordhäuser Stadtgeschichte greift der inhaltliche Anspruch dieser Webseite über eine enge lokal- und regionalhistorische Perspektive hinaus. Die skizzierten historischen Ereignisse und Persönlichkeiten in Nordhausen werden beispielhaft zur Veranschaulichung einer Entwicklung verstanden, die sich damals in ähnlicher Form auch in vielen anderen deutschen Städten vollzog: eine Durchdringung des öffentlichen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens durch eine menschenverachtende Ideologie, die sich in Mechanismen der sozialen Ausgrenzung, Verfolgungs- und Gewaltpraktiken gegen einzelne Bevölkerungsgruppen äußerte.

Da die meisten Stationen dieses virtuellen Stadtrundgangs entweder heute noch existieren oder ihr früherer Standort bekannt ist, laden sowohl der neue Online-Wegweiser als auch die gedruckte Broschüre „Nordhausen im Nationalsozialismus“ zur Erkundung der historischen Erinnerungsorte in Nordhausen ein.

Hier geht es zur Website.
Autor: nnz

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