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Fr, 06:23 Uhr
14.09.2012

nnz-Forum: Wilder Müll ist überall

Eine wilde Müllkippe wie sie gestern aufgezeigt wurde, sei nur die "Spitze" des Eisberges. Dieser Meinung ist Bodo Schwarzberg, der sich seit Monaten in einer Beitragsserie diesem Thema angenommen hat...

Müll abgelagert (Foto: B. Schwarzberg) Müll abgelagert (Foto: B. Schwarzberg)

Mich ärgert ein wenig, dass der Landkreis mit dem einen von ihm eingeleiteten Bußgeldverfahren (siehe nnz von gestern) den Eindruck erweckt, sie habe das Problem der wilden Kippen im Griff und sie würde aktiv etwas gegen sie tun. Da wird also gerade mal EIN Verursacher ausfindig gemacht und zur Verantwortung gezogen.

Aber es gibt hunderte wilde Ablagerungen. Die Worte "Machtlosigkeit" und "Tatenlosigkeit" gegen dieses Phänomen unserer Wohlstandsgesellschaft treffen den Kern des Verwaltungs-Verhaltens wohl besser. In der nnz-Serie "Schwarzbergs Wegwerfgesellschaft" stellte ich bereits einige dieser bunten Naturparkeinsprengsel vor - einige von ihnen mit gefährlichen Farb- und Ölresten. Geht man diese Beiträge und deren Kommentarspalten durch, so gewahrt man eine überwiegend schweigende, statt eine agierende Stadt- und Landkreisverwaltung.

Mich erinnert die Reaktionsweise der Stadt im gestern beschriebenen Fall ein wenig an den Umgang mit nicht lösbaren Problemen zu DDR-Zeiten. Damals feierte man gern jeden auch noch so winzigen Fortschritt bei der Versorgung der Bevölkerung mit "Konsumgütern" als Ausdruck der Leistungskraft und der Überlegenheit des Sozialismus. In Wirklichkeit aber gab es immer weniger zu kaufen.

Und, um wieder in die Gegenwart und zum Thema zurückzukehren: eine wilde Müllkippe wird beseitigt und ein Verschmutzer ermittelt, danach suppt das ewige Problem großflächig weiter vor sich hin. So aber, liebe Stadt löst man keine Probleme, sondern an tut nur so - wie die früheren DDR-Planer. Sie, der Kreis und die Kommunen sollten also zugeben, dass sie in Sachen wilder Müll derzeit völlig machtlos sind. Tun sie das nicht, haben wir fast dieselbe Beschönigung wie vor 1990.

Das schlimme an Beiträgen, wie dem gestrigen zur Ahndung eines Vermüllers ist: Wer sie nur oberflächlich liest und draußen nur wenig die Augen offen hält, der merkt dies nicht einmal.

Und wir Bürger sollten zugeben, dass wir den meisten Kram, den wir zu Hause herumstehen haben, nicht wirklich brauchen, ja, dass das Glücksgefühl, dass er uns beschert, meist nur von kurzer Dauer ist. Schnell wollen wir das Zeug dann wieder los werden - und manche setzen diesen Wunsch auf eine Weise um, wie auf dem hier gezeigten Bild.
Bodo Schwarzberg
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Friedhelm
14.09.2012, 07:31 Uhr
was mich an dem Artikel gestern rasend gemacht hat...
Ist die Reaktion und vor allem die Arbeitsweise des Landratsamtes. Das sitzen zig Leute in dem Gebäude und man muss unzählige Male am Telefon versuchen, die entsprechende Person zu erreichen. Das macht mich sowas von wütend. Da sieht man mal wie sicher sich dort die Leute mit ihren Arbeitsplatz sind. In der freien Wirtschaft also im wirklichen Leben würde mir mein Chef aber was husten, wenn das genauso ablaufen würde.

Diese arbeitsweise bestätigt doch wieder zu 100% Prozent die eines Beamten. Ich selber habe es schon in einer anderen Abteilung dort miterlebt. Man bekommt das Gefühl als ob solche Leute zwischen Arbeitsbeginn und Ende nur die Zeit mit Kaffeetrinken und hoffen dass die nächste Pause beginnt, verbringen.

Wenn es nicht so traurig wäre und ich es nicht wirklich selber zu 100% miterlebt hätte, würde ich so einem Kommentar hier nicht schreiben.

Zum Thema Müllentsorgung: jeder darf im Jahr zwei mal den Sperrmüll offiziell entsorgen. Ich frage mich wieso solche Leute nicht einfach mal so eine kleine Karte ausfüllen können, um das Müllauto zu bestellen.
Retupmoc
14.09.2012, 10:05 Uhr
Noch wütender
macht mich, das man diese Täter (ja Täter) nicht findet und in den Knast steckt, wo Sie nämlich hingehören. Wie schon öfters erwähnt, beim Blitzen sind alle Beamten da, wo es wirklich was zu tun gibt, sieht man Sie seltener.
Dora75
14.09.2012, 10:46 Uhr
Das geht so einfach mit dem Müll
Ich kann das nicht verstehen. Das geht doch so einfach eine Karte auszufüllen um den Müll abholen zu lassen. Und wen Müll dabei ist den sie nicht mit nehmen wird mann ihnen sagen wie sie den Müll los werden.Aber für einige Bürger geht es leichter leider. Die Leute vom Landratsamt das ist eine sache für sich.Die Sitzen in Sicheren Positioonen da können sie sich aufregen wie sie wollen. Das ist halt ebend so.
Herteli
14.09.2012, 12:24 Uhr
Ja,...
es ist tatsächlich traurig das man solche Müllberge überall findet!
Und das sich das Ordnungsamt dafür nicht verantwortlich fühlt ist eine riesengroße Frechheit!
Es heißt doch schliesslich "Ordnungsamt"!
Aber die Mitarbeiter stehen lieber zu zweit für 6-7 Stunden in der Stadt und blitzen,das bringt ja Geld...
frank der 1.
14.09.2012, 17:04 Uhr
Man schaut schon garnicht mehr hin..
.... und warum nicht, weil nichts aber auch garnichts passiert!!!
Beispiel gefällig: ich habe selber eine Anzeige gemacht, weil Personen Autoreifen verbrannten. Schön schwarze Wolken zierten den Himmel. Bei der Übergabe von Beweisfotos, auf den die verursachenden Personen gut zu erkennen waren, an den Bürgermeister bekam ich zur Antwort: denen passiert nichts, es wird alles im Sand verlaufen. Und oh Wunder der BM hatte Recht. Nichts aber auch garnichts ist passiert. Er kennt eben unsere Behörden sehr gut.
FRUSTRIEREND!!!
Ich freu mich jetzt schon auf die nächsten Wochen. Es sind wieder Brenntage und da wird nicht nur Holz verbrannt im Schutz der Dunkelheit.
Herr Taft
23.09.2012, 18:59 Uhr
ich griff mir einen an der Tanke...
...ich fuhr zwei Kilometer hinter dem Burschen her. Zuerst flog eine Zigarettenschachtel aus dem Fenster, dann eine Plastiktüte. An der nächsten Tanke hielt er an - ich auch. Ein junger Bengel, das ganze Gesicht voller Piercings. Ich fragte ihn, ob er bei sich zu Hause auch den Müll einfach so fallen lässt und ob ihm die Mülleimer an der tankstelle nicht zusagten. Der Bursche reagierte gar nicht. Offensichtlich war es ihm aber unangenehm, schließlich waren noch genügend andere Leute anwesend.
Retupmoc
24.09.2012, 08:22 Uhr
Und geht die Geschichte weiter?
@ Nussbaum ... und was ist dann passiert?

Haben Sie die Polizei oder das Ordnungsamt hinzugezogen? Haben Sie das Kennzeichen notiert und erstatten Sie heute Anzeige? Davon das Sie an der Tankstelle etwas sagen passiert in dem Gehirn von dem Umweltsünder nichts. Nur wenn es an den Geldbeutel geht, dann überlegt er sich das beim nächsten Mal.
Wolfi65
24.09.2012, 11:56 Uhr
So geht das nicht
Die Leute wollen etwas anderes lesen
@Nussbaum.
Sie müssen schreiben, dass der Täter sich mit Ihnen eine wilde Verfolgungsjagt durch Nordthueringen geliefert und bei seiner Festnahme durch die Polizei noch erheblichen Wiederstand geleistet hat.
Noch dazu muss sich herausstellen, dass dieser zum Kopf einer International agierenden Müllmafia zu zuordnen ist und mit mehreren Haftbefehlen gesucht wurde.
Das sind Schlagzeilen.
Aber ein paar Worte an der Tanke locken heute keinen hinter dem Ofen vor.
Wie z.B."Ein bekannter nordhäuser Extremwanderer hat zum X-ten Mal ohne Sauerstoffgerät den Brocken bestiegen.
So was geht gar nicht!
Überhaupt nicht!
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