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Fr, 17:04 Uhr
07.09.2012

nnz-Forum: Fragen an Herrn Grund

Die CDU-Bundestagsabgeordneten aus Thüringen bieten für Thüringer eine Telefonsprechstunde an. Vorab hat ein Leser der nnz schon mal eine Frage an Manfred Grund...


Den Artikel „Sieben auf einen Streich" habe ich mit Interesse gelesen und habe eine konkrete Frage an Sie als ausgewiesener Sozialpolitiker.

Wie stehen Sie auf der einen Seite zu der Altersrente mit 67 Jahren und auf der anderen Seite die Zwangsverrentung von Arbeitslosen, oder besser gesagt von Hartz-IV-Empfängern, mit 63 Jahren?

Die gleiche Frage stellte ich Ihnen schon einmal persönlich, als Sie auf Ihrer Wahlkampftour zu der letzten Bundestagswahl in Nordhausen waren.

Auf eine aussagekräftige Antwort warte ich immer noch. Seinerzeit bekam ich von Ihnen zur Antwort, die Rente mit 67 Jahren wurde von der SPD ins Spiel gebracht. Ich möchte von Ihnen wissen, wie sie nach ein paar Jahren zu der Angelegenheit stehen? Mit freundlichen Grüßen
Harald Buntfuß, Nordhausen
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Eckenblitz
08.09.2012, 14:26 Uhr
Herr Buntfuß
Lassen Sie uns es wissen, falls und was für eine Antwort Sie von unserem Bundestagsvertreter bekommen haben.

Aber ich denke auf eine konkrete Antwort, werden umsonst warten.
Manfred_Grund
11.09.2012, 17:41 Uhr
Antwort des Bundestagsabgeordneten
SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hat seine Partei eindringlich vor einer Rücknahme der Rente mit 67 gewarnt. Die im Jahre 2007 beschlossenen Maßnahmen seien zwar hart, aber wegen der demografischen Entwicklung unvermeidlich. Er rate deshalb, daran festzuhalten.

Sehr geehrter Herr Buntfuß,

diese Aussage von Herrn Steinmeier liegt wenige Tage zurück und ist u. a. im „Stern“, und der „Financial Times Deutschland“ nachzulesen. Ich mache mir weder heute noch machte ich mir bei unserem Gespräch vor der letzten Bundestagswahl einen „schlanken Fuß“, wenn ich mich auf die SPD und Steinmeier in meiner Argumentation abstütze.

Politik beginnt mit der Betrachtung der Realität und real ist eine demografische Entwicklung, die das gute deutsche Umlageverfahren in der Sozialversicherung an seine Grenzen bringt. Und zwar an seine Belastungsgrenzen für die beitragszahlende junge Generation. Ihnen wie mir ist bekannt, dass die Regelaltersgrenze von 2012 – 2029 so ansteigt, dass die nach 1962 Geborenen erst mit 67 Jahren vollen Rentenanspruch im Jahre 2029 erreichen.

Aber um Ihnen gerecht werden zu können, würde mich Ihre persönliche Betroffenheit mit der Regelaltersgrenze interessieren.

Dies gilt auch für die von Ihnen nachgefragte „Zwangsverrentung für Hartz IV“-Bezieher. Auch hier bin ich an Ihrer Situation interessiert.

Nach dem SGB II sind Hartz IV-Empfänger seit 2008 verpflichtet, andere Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen, wenn dadurch der Bezug von Arbeitslosengeld II beseitigt, verkürzt oder vermindert wird. Allerdings mindert jeder Monat mit früherem Rentenbeginn die Rentenhöhe. Hier liegt wahrscheinlich der Hintergrund Ihrer Frage nach Anhebung der Regelaltersgrenze und den Verweis auf die Inanspruchnahme der Rente wegen Alters bei Arbeitslosigkeit.

Ich wäre sehr an einer Darlegung Ihrer persönlichen Situation interessiert als auch an Vorschlägen zur Verbesserung der Situation.

Mit besten Grüßen
Manfred Grund
Sued-harzer
11.09.2012, 20:21 Uhr
Mein Gedanke an Sie Herr Grund
Herr Grund !

Hier mal ein Gedanke meiner seits.

Frage:

würden Sie mit 67 Jahren in Rente gehen?

Würden (können) Sie mit 67 Jahren in Rente gehen,

wenn sie Körperlich z.b.40 Jahre lang als

Straßenbauer,Tiefbauer,Berufskraftfahrer,Schweißer,Schlosser gearbeitet haben?

Wissen Sie überhaupt was das körperlich für schwere Arbeit ist?

Gehen Sie mal spaßeshalber mal für eine Woche auf dem Bau arbeiten dann wissen Sie die Antwort was es heißt mit 67 Jahren erst in die Rente gehen.

Die Realität sieht so aus.

Einen schönen Tag noch im Büro
Alex Gösel
11.09.2012, 22:47 Uhr
Herr Grund...
Sie stützen sich ja schon wieder auf die SPD. Das zweite ist die demografische Entwicklung, mit deren Hilfe Sie versuchen, die Bürger in die Irre zu führen.

Hier würde mich einmal eine sehr genaue Statistik über die verschiedenen handwerklichen Berufe, Beamten und öffentlich Bediensteten und auch ihr Lebensalter interessieren!

Es ist doch heute eher so, dass die Menschen nicht wie laufend berichtet immer Älter und Gesünder werden. Nein, sie werden durch seelische Belastungen und Umwelteinflüsse immer früher krank.
Zorro
12.09.2012, 06:47 Uhr
Antwort und Antwort
Zuerst einmal sei festgestellt: Herr Grund hat auf die Fragen des Herrn Buntfuß geantwortet. Gut so. Das reicht den Sozialkommentatoren, die um diese Zeit vermutlich noch schlafen, nicht. Sie fordern, dass Grund erst einmal Straßenbauer oder Dachdecker werden soll.

Nein, verdammt noch mal, Herr Grund wurde seit 1994 mit der Mehrheit der Wähler in Nordthüringen in den Bundestag gewählt. So einfach ist das. Was ist daran verwerflich? Eine politische Laufbahn steht jedem frei, da braucht man nicht einmal ein Zeugnis vorzulegen. Aber manchen schaffen es ja nicht einmal in die Piratenpartei....

Und mal ganz im Ernst - auch Menschen, die nicht körperlich arbeiten, sind mit 65 fix und fertig. Nur fällt es dem einen oder anderen hier schwer, das zu akzeptieren.
Harzer_Wolf
12.09.2012, 09:34 Uhr
Grund los
Sehr geehrter Herr Grund,

natürlich haben Sie alles gut in Worte verpackt. Für mich bleibt es aber ein Rentenbetrug. Sie wissen als studierter Mensch ganz genau, das zum Beispiel im Osten kaum jemand auf 45 Beitragsjahre kommt. Die Wende hat einen hohen Prozentsatz an Arbeitslosen erzeugt.

Durch die neuen Rentengesetze kann man dann als heute 50-jähriger kaum auf die vollen Rentenpunkte kommen. Ich (jenseits der 50) habe zur Zeit noch Arbeit. Aber wie sieht das mit 57 aus? Dann gibt es durch das H4 überhaupt nichts mehr für die Rente dazu. Anschließend werde ich vom Staat gezwungen mit 63 vorab in die Rente zu gehen. Die Mär von den vielen Arbeitsplätzen für über 60jährige glauben Sie doch selbst nicht?

Die Jobcenter haben übrigens jetzt eine Initiative " BestAger" erfunden. Da kann man z. B. schön Tennis spielen um sich fit zu halten. Aber das wissen Sie bereits. Das Einzige was hier noch hilft ist eine Mindestrente ( 850 Euro ) wären ok , natürlich plus Inflationszuschlag. Den müssen Sie natürlich auch einplanen.

Also gebe ich die Frage zurück an Sie, Herr Grund: Was tun Sie konkret, damit ich als Bürger mit 63 (67) nicht in Altersarmut falle. Und kommen Sie mir bitte nicht mit Riestern oder so. Sie wissen selbst, das dies nicht die Stimme der Weisheit ist.
NDHler
12.09.2012, 10:08 Uhr
Nun lasst doch den Herrn Grund in Ruhe,
der hat mit der Verbesserung der Infrastruktur in seinem Eichsfeld alle Hände voll zu tun. Bis zur kommenden Bundestagswahl müssen noch viele neue Bauabschnitte für Ortsumgehungen im Eichsfeld auf den Weg gebracht werden. Wie wir alle wissen wird das Geld langsam knapp, da ist Eile geboten! Nicht das hier noch einer auf die Idee kommt die B4 oder die B243 in Angriff zu nehmen!
98maschr
12.09.2012, 10:37 Uhr
Blanke Eifersucht NDHler
Anstatt neidisch aufs Eichsfeld zu gucken sollten Sie sich lieber fragen, warum man dort vieles geschafft hat und hier eben nicht ;) Das hat nichts mit Vetternwirtschaft zu tun wie hier viele immer gern propagieren sondern vielmehr mit der Einstellung der Leute vor Ort.

Und @ Harzer_Wolf:

Die Wende hat keine Arbeitslosigkeit generiert, das war die Mißwirtschaft in der DDR. Offiziell gab es zwar keine Arbeitslosen, aber es gab genügend Arbeitende deren Arbeitsplatz nur zum Schein vorhanden war. Ohne diesen offensichtlichen Schwindel hätte es zu DDR-Zeit ebenso eine Arbeitslosenquote von 15-20% gegeben. Woher sollten also nach der Wende plötzlich die Arbeitsplätze kommen?
Harzer_Wolf
12.09.2012, 11:24 Uhr
@98maschr, weil sie mir eine Frage stellten ...
eine Antwort, die im weiteren Sinne zum Thema passt.

Ob die DDR eine Mißwirtschaft hatte, sei einmal dahin gestellt. Sollte dies der Fall gewesen sein, muß man aber auch so ehrlich sein zu erwähnen das im Ostteil des Landes auch die letzte Eisenbahnschiene an die UdSSR an Reputation gezahlt wurde. Im Westen gab es ab dem ersten Tag Unterstützung durch die Allierten. Die ostdeutsche Bevölkerung hat wirtschaftlich somit die größte Last an Wiedergutmachung getragen. Das ist Fakt. Das man mit veralteten Maschinen eine geringere Arbeitsproduktivität erreicht ist dann sicher auch klar?

Ja und Sie haben durchaus Recht, es gab Scheinarbeitsplätze. Nehmen wir einfach den Parteisekretär oder den FDJ - Leiter. Nur - gibt es diese Scheinarbeitsplätze nicht auch heute? Es gibt genügend Bürokraten, die nichts zu tun haben, aber unheimlich wichtig sind. Kennen Sie solche Leute auch?

Und jetzt kommen wir zu ihrer Frage. Woher sollten die Arbeitsplätze kommen?
Viele Betriebe haben ihre Arbeitsplätze ins Ausland verlagert, damit die Unternehmer sich weiter schön mit Geld eindecken konnten. Der Arbeitnehmer saß auf der Straße. Betriebe, die trotz allem wettbewerbsfähig waren, wurden sinnlos dicht gemacht. Als Beispiel nenne ich nur Hochbau oder NOBAS. Ich kenne auch einen Betrieb, wo 1996 in Nordhausen fast die gesamte Belegschaft gefeuert wurde und durch Leute aus dem Westen und ausländische Bürger erstezt wurden. Grund war die Übernahme des Betriebes durch einen westdeutschen Investor.

Heute fördert man 400Euro-Jobs oder Billiglohn. Trotzdem arbeiten diese Menschen in der Regel 40 Stunden die Woche. Für die Rente wäre es natürlich gut, wenn man einen menschenwürdigen Lohn beziehen könnte.

Und schauen Sie mal zum Fenster raus. Arbeit wäre da. Man könnte hier in der Stadt die Ruinen abreißen. Man könnte das Gehege neu gestalten. Man könnte im Rosnegarten einen Brunnen bauen. Und , und und ... Es fehlt nicht an Arbeit, sondern an dem Geld, das man dem Menschen dafür einen Lohn zahlt. Das ist die Wahrheit.

Und damit komme ich zum Fazit. Sie schreiben, das die DDR eine Mißwirtschaft hatte. Das akzeptiere ich. Allerdings - wenn Millionen fleißiger Bürger nicht von ihrer Rente leben können ist das für mich auch Mißwirtschaft. Und da kommt Herr Grund ins Spiel. Er ist gewählter Volksvertreter. Also - verhindern Sie die Altersarmut ihrer Wähler, Herr Grund. Mein Dank wäre Ihnen gewiß.
Wolfi65
12.09.2012, 11:32 Uhr
So ist es
Weil wir alle zu blöd waren, in der DDR eine richtig funktionierende Wirtschaft aufzubauen, haben wir jetzt nach fast 22 Jahren so hohe Arbeitslosenzahlen.
Haben Sie das jetzt verstanden @Harzer_Wolfi?

Ich nämlich nicht!
Die Unfähigkeit der Herrschenden Klasse der letzten Jahre hat dafür gesorgt, dass es dem Westen immer besser geht und der Osten weiter am Tropf der Wirtschaft hängt. Ist doch auch besser so.

Der werden die Arbeitsplätze unsere Brüder und Schwesten wenigstens nicht gefährdet.
Bevor da drüben auch nur ein Arbeitsplatz kaputt geht, sind bei uns schon zehn weg ohne dass sich Jemand aufregt. So ist das im vereiningten Deutschland und so wird das wohl noch sehr lange bleiben.
Und:"Lasst doch mal den Herrn Grund gehen!"
Harzer_Wolf
12.09.2012, 12:08 Uhr
Wortspiel
Ja, das wars Wolfi65. Wir waren alle zu dumm für den Aufbau des Ostteils und zahlen nun die Zeche. Aber Vorsicht, Wolfi - nicht das der Verfassungsschutz wegen solcher Äußerungen einschreitet!

Und das Wortspiel muß sein ( weil mich Wolfi darauf gebracht hat ):

Gehen Sie bitte der Mißwirtschaft der BRD auf den Grund, Herr Grund !
NDHler
12.09.2012, 13:30 Uhr
@98maschr
Nennen sie es von mir aus Eifersucht, nur ist Herr Grund nicht nur der Bundestagsabgeordnete vom Eichsfeld, sondern auch vom LK Nordhausen. Sie fragen warum hier in der Vergangenheit nichts Entsprechendes geschehen ist, fragen sie doch mal Herrn Clauß, Herrn Zeh oder Herrn Primas. Auch die haben komplett versagt!
Susi58
12.09.2012, 15:09 Uhr
Zwangsrente
Sehr geehrter Herr Grund,
Ihr Antwortschreiben ist zwar lang, sagt aber, wie von Politikern gewohnt, nichts neues. Sie antworten mit den gleichen Phrasen, wie den GROSSEN DEMOGRATISCHEN Wandel der Nation. Es scheint mir, als gebe es da ein HAndbuch für Politiker, in dem man all diese Phrasen nachschlagen kann.

Ihre Begründung mit der Sie die Zwangsrente verteidigen ist schon sehr merkwürdig und Sie halten das ganze noch sozial. Wie würde es Ihnen gefallen, wenn man Ihnen von Ihrer Pension rund 14 % abziehen würde? Ich vermute mal, dass Ihr Anwalt sofort Arbeit bekämen würde.

Gegen die Zwangsrente mit 63 Jahren habe ich im Prinzip nichts einzuwenden. Es geht doch in erster Linie darum, dass man den Rentenempfänger (um es einmal so zu sagen betrügt) es ist ja nicht so, dass diese Person mit 63 Jahren in Rente geschickt wird, nein, man kürzt ihn die Rente um rund 14 % und das sein genzes LANGES LEBEN lang.

Nehmen wir einmal an, eine Person wird mit 60 Jahren arbeitslos, ist die Zeit abgelaufen stürzt diese Person in Hartz-IV und wird mit 63 Jahren zwangsverrentnet. Weiter gehen wir davon aus, dass diese Person einen Anspruch auf 1000 Euro Rente erworben hat, dann kamen die Damen und Herren von der Regierung und sagen ihm, da du früher in Rente gehst müssen wir dir rund 14 % von deiner Rente abziehen. Bei 1000 Euro macht das Monat für Monat rund 140 Euro aus und das bis zum Lebensende. Und das verkauft man dann noch als sozial.
Eckenblitz
12.09.2012, 16:54 Uhr
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-Insider-
12.09.2012, 19:42 Uhr
halten
wir einfach mal kurz fest: alle politiker haben keine ahnung und machen nur mist.

dazu kann ich nur sagen: das mag ja vllt. sogar stimmen (obwohl ich fest davon überzeugt bin das die meisten politiker das machen, was sie für richtig halten), nur durch kommentare in einer regionalen internetzeitung wird sich nichts ändern.

investieren sie ihre zeit und kraft lieber darin, sich in etablierten parteien oder neuen parteien zu beweisen und zeigen sie durch politische arbeit alternativen auf. demokratie ist nicht selbstverständlich und man muss tag für tag dafür arbeiten das wir sie haben.
Sued-harzer
12.09.2012, 22:29 Uhr
Zwangsrente
Hier ein Grußwort an Ihren Schreiber

also ich weiß ja nicht Zorro vielleicht sind Sie der Schreiber von Herr Grund den alleine käme er bestimmt nicht zu solchen Formulierungen des Antwortschreibens.
Fakt ist eins Herr Grund wurde zwar von den Bürgern gewählt ,aber mit welchen Versprechungen?
Rente mit 67 ist eigentlich in der momentanen Wirtschaftlichen Lage unseres Landes nicht zu verkraften.
Wie hier schon Zitiert wurde.
Was von der Regierung beschlossen werden soll eine min des Rente für Arbeitgeber (jetzt kommts)
die 40 Jahre lang bei einen gleichbleibenden Lohn von 2500 € verdient haben sollen 850 € zustehen.
Ich finde dies als eine Frechheit hoch 10.
Wer bitte schön hat den hier im Osten 40 Jahre lang so ein Einkommen konstant erhalten??
geschweige den so eine Lohnzahlung erhalten.
Bestimmt nicht.
Also wo bitte ist hier nun nach hole Bedarf?
Eine Parteiliche Richtungsänderung wäre eine solche Lösung und ein guter Schuss gegen den Bug des fast sinkenden Politischen Schiffes.
Sued-harzer
14.09.2012, 13:40 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrags
Manfred_Grund
19.09.2012, 15:46 Uhr
Gern ein paar Worte zu Renten-Fragen
Es bleibt festzustellen, dass die Menschen älter werden (demografischer Faktor), und dadurch steigen auch die Ausgaben der Rentenkasse. Deshalb kann es nicht falsch sein, wenn die Menschen länger arbeiten und damit zugleich der Rentenanstieg gedämpft wird.

Denn stärker steigende Beiträge würde den Jungen die Luft nehmen, die sie brauchen, um eine Familie zu gründen und selbst vorzusorgen. Sie, die Jungen, tragen ja schon die Belastungen durch die Rentenauszahlung: Die Reserve der Rentenkasse beträgt zur Zeit etwas mehr als eine Monatszahlung.

Das heißt, was jetzt im September in die Rentenkasse durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer eingezahlt wurde, ist spätestens Anfang November an alle Rentner ausgezahlt. Es gibt nicht wie bei Lebensversicherungen ein Konto, in dem das eingezahlte Geld eines Arbeitnehmers verbleibt, bis er in Rente geht und das Ersparte daraus selbst verbraucht. Mit seinen Monatsbeiträgen in die Rentenversicherung finanziert ein Arbeitnehmer praktisch die laufende Rente seiner Eltern.

Wer also mehr Rente fordert, muss auch sagen, wo das Geld dafür herkommen soll. Steuern sind eine Lösung. Aber: Der Staat lenkt zum einen aus Steuern schon 80 Mrd. Euro in die Rentenkasse – jährlich! Zum anderen ist der Staat selbst verschuldet. Die unionsgeführte Bundesregierung will die Staatsschulden zurück führen, Stichwort Schuldenbremse. Auch das ist wichtig für die junge Generation.

Weil im Osten bisher weniger verdient wurde, gleicht die Rentenversicherung dies bereits heute aus. Ich wundere mich bei vielen Gesprächen, dass dies kaum bekannt ist. Deshalb hier nochmals zur Klarstellung: Das Einkommen von Rentenversicherten in Ostdeutschland wird hochgewertet, um den Unterschied zwischen dem Durchschnittsgehalt Ost und West auszugleichen. 2012 beträgt dieser Hochwertungsfaktor 1,1754. Diese Höherwertung gleicht den derzeitigen Nachteil beim Rentenwert mehr als aus. Rechenbeispiel: Ein Beschäftigter im Osten mit einem Jahresentgeld von etwa 26.300 Euro erreicht ebensoviel Rentenanwartschaften wie ein Beschäftigter im Westen bei 30.000 Euro Jahreseinkommen.

Unser Problem ist, dass auf den Strukturwandel im Osten nach der Wende und mit der in den letzten 20 Jahren besonders verschärften Globalisierung die Einkommen breiter Bevölkerungsschichten unregelmäßig und niedrig waren. Arbeitsintensive Industrien wanderten gen Fernost ab. Der Arbeitsplatzverlust konnte nicht aufgefangen werden. Wer jedoch wenig verdiente, hat später auch wenig aus der Rentenkasse zu erwarten. Die derzeit diskutierten Ideen lösen dieses Problem nicht und führen zu neuen Ungerechtigkeiten, deshalb kann ich die Arbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen mit ihren aktuellen Vorschlägen bisher nicht unterstützen.

Statt dessen habe ich vorgeschlagen, dass die Anerkennung von Erziehungszeiten in der Rente vor 1992 an die Regelungen nach 1993 angepasst werden. Dies würde sofort Frauen im Osten besser stellen. Auch dies kostet jährlich 6 Mrd. Euro, aber es würde spürbar helfen.

Das löst jetzt nicht alle Fragen und Sorgen, die ich ausdrücklich teile. Aber alle sollen sich auch einmal vor Augen führen, dass alle Bundestagsabgeordneten aus den neuen Ländern weniger Plätze einnehmen als die Abgeordneten aus NRW. Es geht also gar nicht darum, die ostdeutschen Abgeordneten „Zum Jagen zu tragen“. Wir müssen die Kollegen aus den alten Ländern gewinnen. Allerdings sehe ich bisher wenig Bereitschaft, zugunsten der ostdeutschen Renten weitere Zugeständnisse zu erreichen.
Wolfi65
19.09.2012, 16:09 Uhr
Leuchtet ja irgendwie ein,
aaaaber nach Ihren Angaben Herr Grund, würde meine Mutter überhaupt keine Rentenzahlungen bekommen, da ich seit drei Jahren nichts, aber auch gar nichts mehr in die Rentenkasse einzahle.

Wie geht das denn, wenn keine oder nur eine Monatsreserve vorhanden ist?
Selbstverständlich sind noch andere Reserven da, welche aber spätestens beim Renteneintritt der Generation Hartz 4-Agenda 2010, aufgebraucht wird.
Wie will man den Leuten in der Demokratie erklären, das sie nichts bekommen und verhungern müssen.

Ich glaube, spätestens dann gibt es die BRD in der heutigen Form nicht mehr!
Hand drauf!
Eckenblitz
19.09.2012, 19:55 Uhr
@ Herr Grund
Auf die Frage zur Zwangsrenterente gehen Sie wieder nicht ein. in Ihrer ersten Antwort weichen sie der Antwort mit nichtsagenden Floskeln aus.

Diese Zwangsrente ist und bleibt eine drastische Rentenkürzung, haben Sie doch den Mut und geben das zu.

Oder können Sie glaubhaft erklären warum den Personen, wenn sie zwangsmäßig in Rente gehen müssen, auch noch ein Teil der ihnen zustehenden Rente an den Staat abführen müssen?
Franz Tabak
19.09.2012, 20:16 Uhr
Herr Grund
Warum habe ich bei Ihnen immer das Gefühl, dass sie den "Normalbürger" täuschen wollen?
Harzer_Wolf
20.09.2012, 09:13 Uhr
Rente und Ihre Finanzierung
Guten Morgen, sehr geehrter Herr Grund. Erst einmal Respekt davor, das Sie sich stellen. Das macht nicht jeder Politiker !
Kernsatz Ihres Beitrages war für mich folgender:

"Wer also mehr Rente fordert, muss auch sagen, wo das Geld dafür herkommen soll."

Hier meine Antwort, die einige Schreiber als polemisch abtun werden, aber das stecke ich weg! Ich lasse auch wohlweislich die Euro-Hilfen für Griechenland, Italien, Banken usw. weg. Bleiben wir beim deutschen Haushalt.

Wie wäre es denn damit, das Beamte in die Rentenkasse einzahlen?

Wie wäre es damit, den überblähten Verwaltungsapparat der Rentenkassen zu verkleinern oder noch besser eine einzige staatliche Rentenkasse zu plazieren? Rentenkassen brauchen keinen Wettbewerb.

Wie wäre es damit, Gelder an anderen Stellen einzusparen und dem Rentenfonds zuzuführen? Ich denke dabei u.a. an so etwas wie die Möwenpick-Förderung. Oder an die Kriegskosten in Afghanistan. ( Ach ja , Sie hatten ja für den Kriegseinsatz gestimmt ). Was sagen Sie in dem Zusammenhang eigentlich zu solchen Meldungen, wie am Wochenende, als einige Frauen bombardiert wurden und zu Tode kamen. Kolletaralschäden? Pech? Ist das christlich? Und bitte nicht das Argument, dort herrschen für die Frauen unzumutbare Zustände. Das stimmt sicher, nur kehren wir doch erst einmal im eigenen Land den Dreck weg. Der Bürgermeister von Neukölln hat das diese Woche schonungslos aufgedeckt. Und da wären wir beim nächsten Einsparungspotential.

Warum finanzieren wir ausländische Gewaltverbrecher mit Hartz 4 und anderen Leistungen? Das kann man anders lösen. Erstes Delikt: Bewährung. 2. Delikt: Haft. 3. Delikt: Abschiebung. Damit Sie jetzt nicht denken, ich wäre rassistisch - das gilt auch für Deutsche Täter. Nur dann würde Punkt 3 bei mir heißen: Arbeitslager und Werte schaffen.

Sie sehen, ich habe in 5 Minuten einiges an Einsparpotential zusammengebracht, um den älteren Menschen eine ordentliche Rente zu ermöglichen. Sie als Politiker hätten dafür den ganzen Tag Zeit.

Und noch eine Bemerkung. Ja der demografische Wandel steht an. Warum die Deutschen weniger Kinder bekommen wissen Sie. Heute kann man Beruf und Kind kaum noch vereinbaren. Frauen mit Kind sind heute schon ( inoffizielle ) Entlassungsgründe. Das ist alles nachvollziehbar. Aber bitte tischen Sie uns nicht immer die Mär von den vielen Menschen über 60 auf, die in Arbeit sind. Sie wissen ganz genau, das die Arbeit auch heute nicht für die Jungen reicht. 400-Euro -Jobs oder 1-Euro-Jobs sind für mich keine Arbeit. Das ist Sklavenhandel der modernsten Form. Die frisierten Arbeitslosenzahlen tun ein Übriges. Lassen Sie die Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben mit 65 ihren Lebensabend genießen,

Den haben Sie nämlich verdient. Allein schon deshalb, weil Sie auf beiden Seiten der Mauer dieses Land groß gemacht haben. Schaffen Sie vernünftige Arbeitsplätze für die Jungen, wo der angebliche Bundesdurchschnitt von 3000 Euro auch verdient wird und speisen Sie Menschen nicht mit 5 Euro - Stundenlohn ab. Dann klappts auch mit der Rente.
Manfred_Grund
20.09.2012, 11:05 Uhr
Die Wahrheit, bitte
Allen Interessierten sei empfohlen, heute eine Süddeutsche Zeitung zu kaufen. Norbert Blüm hat auf Seite 2 die Eckpfeiler der Rentenpolitik dargestellt: Die Rente ist beitragsbezogen, die Rente ist leistungsbezogen, sie beinhaltet einen sozialen Ausgleich und alle Leistungen kommen aus dem Sozialprodukt. "Die Quelle des Wohlstandes ist Arbeit."

@Wolfi65 Ich habe über das System der gesetzlichen Rentenversicherung geschrieben: jeder Arbeitnehmer ist Beitragszahler. Da es auch Bundesbürger gibt, die keine Arbeitnehmer sind, gibt es folglich auch Nicht-Beitragszahler. Auch Langzeitarbeitslose werden pauschal (d. h. ohne Beitragszahlung) in der Rentenversicherung versichert.

@abraham Meinen Sie die Steuern auf den Rentenauszahlung? Dies geht auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zurück: Für Arbeitnehmer sind Beiträge in die Rentenkasse steuerfrei (gingen zuvor vom schon versteuerten Nettolohn ab). Dafür müssen die Auszahlungen aus der Rentenkasse versteuert werden.
Eckenblitz
20.09.2012, 12:01 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Verstoß gegen AGB
Eckenblitz
20.09.2012, 12:30 Uhr
@ Herr Grund......
Ich formuliere meine Frage neu. herr Grund es nicht um die Steuern die jemand auf seine Rente zahlen muss. Es geht einzig und allein um 14% Kürzung die eine zwangsrente mit sich bringt
Harzer_Wolf
20.09.2012, 12:43 Uhr
Geschmeichelt
Ich fühle mich jetzt echt geschmeichelt, Herr Grund. Keine Antwort auf meinen Beitrag? Da habe ich wohl fein ins Wespennest gestochen? Keine Antwort ist auch eine Antwort. Danke.
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