Fr, 16:10 Uhr
07.09.2012
Hagelstange hätte sich gefreut…
Ende August ging mit der Ausstellung Zwischen Himmel und Erde – Stabhochsprung in Nordhausen die erste Präsentation zu einem sportlichen Themenkreis in der Galerie der Kreissparkasse zu Ende. LV Altstadt´98 und Humboldt-Gymnasium hatten die Schau gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern vorbereitet...
Die etwas andere Ausstellung (Foto: privat)
Der Zeitpunkt für die Schau hätte kaum passender sein können: 100. Geburtstag Rudolf Hagelstanges, 10jähriges Jubiläum der 4-Jahreszeiten-Pokalserie des LV Altstadt und durch die Spitzenleistungen bei Olympia 2012 ein gesteigertes Interesse auch an der regionalen Entwicklung dieser Disziplin.
Schon 1883 erreichten Nordhäuser Turner beim Stabhochsprung 2,50 m. 1938 holte sich unser berühmter Schriftsteller Rudolf Hagelstange mit 3,68 m den Gau-Mitte-Meistertitel (heute vergleichbar mit Mitteldeutschen Meisterschaften). Mit bebendem Bambus sprang der Poet damals noch in eine einfache Sandgrube.
Erich Skiba gehörte in den 50er Jahren zu den besten deutschen Springern. Der mehrfache Bezirksmeister sprang unter ähnlichen Bedingungen wie Hagelstange 3,65 m. Jahrzehntelang trainierte er dann mit Konsequenz und Kreativität den Nordhäuser Nachwuchs. Sein erfolgreichster Schützling Thomas Spieß steigerte den Kreisrekord 1986 auf die Höhe von 3,81 m. Seit 2002 schreibt eine Kinder- und Jugendtrainingsgruppe mit 12-18jährigen Athleten des LV Altstadt in Kooperation mit dem Humboldt-Gymnasium die Geschichte des Stabhochsprungs in Nordhausen erfolgreich fort. 2007 sprang der 17jährige Steven Richter mit 4,12 m die aktuelle Nordhäuser Bestleistung. Rasant ist die Entwicklung bei den Mädchen. Die beste Nordhäuserin ist seit 2005 die mittlerweile als Sportlehrerin in Berlin tätige Claudia Karnstedt mit 3,03 m. Die aktuelle Springergeneration trainiert mit Freude und Ehrgeiz, um diese Marken zu brechen…
Großformatige Fotos, Dokumente, Steckbriefe; Sprungstäbe aus Bambus, Metall und Kunstfasern; Pokale, Medaillen… dokumentierten die oben skizzierte Entwicklung und versuchten einen Eindruck von der Faszination dieser Höhenflüge für Aktive und Zuschauer erlebbar zu machen.
Im Hauptraum der Galerie zeichneten großformatige Fotos von Andreas Richter Technikphasen und die Emotionspalette bei einem Sprung nach. Der mehrfach vom Landessportbund ausgezeichnete Hobbyfotograf beleuchtete den Bewegungsablauf aus unterschiedlichsten Perspektiven mit immer neuen Bildideen weit über einfaches, dokumentarisches Ablichten hinaus.
Drei Medienstationen mit kurzen Filmsequenzen ergänzten die Präsentation und stellten zusätzlich Bezüge zu den Extremleistungen von Spitzenspringern bis hin zu den aktuellen Olympischen Spielen, zur Geschichte der Disziplin und zu Trainingsübungen her. Vielbeachtete lustige Karikaturen aus dem Kunstunterricht am Humboldt-Gymnasium rundeten die Schau ab.
Die sehr gut besuchte Vernissage, der große Zuspruch durch Schulklassen, der Besuch des Rotary-Clubs und des öffentlichen Vortrages oder auch die Stippvisiten durch den Präsidenten des Landessportbundes Peter Gösel, die Hürden-Olympiasiegerin von 1976 Johanna Klier und einer Gruppe französischer Sportler aus der Partnerstadt Charleville-Méziéres belegen Interesse und Außenwirkung.
Ein Blick in das Gästebuch und Reaktionen der Besucher in persönlichen Gesprächen ergaben viele positive Rückmeldungen. Einige Bucheinträge wendeten sich auch direkt an ehemalige oder aktuelle Trainer. Zum Beispiel wird Herrn Skiba ausdrücklich für sein Engagement im Sport gedankt, welches zahlreiche Sportler geprägt hat. Er selbst äußerte sich begeistert zu der Ausstellung und sieht seine sportliche Leidenschaft bei der derzeitigen Springergeneration gut fortgeführt.
Anfang August besuchte mit Helga Raschke eine persönliche Mitarbeiterin und Vertraute des 1984 verstorbenen Rudolf Hagelstanges die Stabhochsprungausstellung.
Natürlich galt das Interesse der Heidelbergerin besonders der Geschichtspräsentation, zumal sie im Vorfeld mit vielen Hinweisen und Kontakten die Recherche mitgestaltet hatte. Ihr ist es wichtig, das Wissen über das Werk Hagelstanges in all seinen Mosaiksteinen zu erhalten. 1994 hatte Frau Raschke selbst eine Ausstellung über die verschiedenen Fassetten des Schriftstellers in Nordhausen präsentiert. 2012 zeigte sie sich begeistert von der Qualität der Darstellung und den teilweise neu veröffentlichten Fakten und Fotos zur sportlichen Stabhochsprungkarriere Hagelstanges in den 30er Jahren.
Wie das sportliche Erbe des Schriftstellers und Dichters in Nordhausen weiterlebt, beeindruckte die Heidelbergerin. Es wäre für Rudolf Hagelstange eine sehr große Freude gewesen… schrieb Frau Raschke ins Gästebuch und für die Ausstellungsgestalter sind solche Rückmeldungen Bestätigungen und Ermutigungen für die weitere Trainingsarbeit.
Martin Räcke
Autor: nnz
Die etwas andere Ausstellung (Foto: privat)
Der Zeitpunkt für die Schau hätte kaum passender sein können: 100. Geburtstag Rudolf Hagelstanges, 10jähriges Jubiläum der 4-Jahreszeiten-Pokalserie des LV Altstadt und durch die Spitzenleistungen bei Olympia 2012 ein gesteigertes Interesse auch an der regionalen Entwicklung dieser Disziplin.Schon 1883 erreichten Nordhäuser Turner beim Stabhochsprung 2,50 m. 1938 holte sich unser berühmter Schriftsteller Rudolf Hagelstange mit 3,68 m den Gau-Mitte-Meistertitel (heute vergleichbar mit Mitteldeutschen Meisterschaften). Mit bebendem Bambus sprang der Poet damals noch in eine einfache Sandgrube.
Erich Skiba gehörte in den 50er Jahren zu den besten deutschen Springern. Der mehrfache Bezirksmeister sprang unter ähnlichen Bedingungen wie Hagelstange 3,65 m. Jahrzehntelang trainierte er dann mit Konsequenz und Kreativität den Nordhäuser Nachwuchs. Sein erfolgreichster Schützling Thomas Spieß steigerte den Kreisrekord 1986 auf die Höhe von 3,81 m. Seit 2002 schreibt eine Kinder- und Jugendtrainingsgruppe mit 12-18jährigen Athleten des LV Altstadt in Kooperation mit dem Humboldt-Gymnasium die Geschichte des Stabhochsprungs in Nordhausen erfolgreich fort. 2007 sprang der 17jährige Steven Richter mit 4,12 m die aktuelle Nordhäuser Bestleistung. Rasant ist die Entwicklung bei den Mädchen. Die beste Nordhäuserin ist seit 2005 die mittlerweile als Sportlehrerin in Berlin tätige Claudia Karnstedt mit 3,03 m. Die aktuelle Springergeneration trainiert mit Freude und Ehrgeiz, um diese Marken zu brechen…
Großformatige Fotos, Dokumente, Steckbriefe; Sprungstäbe aus Bambus, Metall und Kunstfasern; Pokale, Medaillen… dokumentierten die oben skizzierte Entwicklung und versuchten einen Eindruck von der Faszination dieser Höhenflüge für Aktive und Zuschauer erlebbar zu machen.
Im Hauptraum der Galerie zeichneten großformatige Fotos von Andreas Richter Technikphasen und die Emotionspalette bei einem Sprung nach. Der mehrfach vom Landessportbund ausgezeichnete Hobbyfotograf beleuchtete den Bewegungsablauf aus unterschiedlichsten Perspektiven mit immer neuen Bildideen weit über einfaches, dokumentarisches Ablichten hinaus.
Drei Medienstationen mit kurzen Filmsequenzen ergänzten die Präsentation und stellten zusätzlich Bezüge zu den Extremleistungen von Spitzenspringern bis hin zu den aktuellen Olympischen Spielen, zur Geschichte der Disziplin und zu Trainingsübungen her. Vielbeachtete lustige Karikaturen aus dem Kunstunterricht am Humboldt-Gymnasium rundeten die Schau ab.
Die sehr gut besuchte Vernissage, der große Zuspruch durch Schulklassen, der Besuch des Rotary-Clubs und des öffentlichen Vortrages oder auch die Stippvisiten durch den Präsidenten des Landessportbundes Peter Gösel, die Hürden-Olympiasiegerin von 1976 Johanna Klier und einer Gruppe französischer Sportler aus der Partnerstadt Charleville-Méziéres belegen Interesse und Außenwirkung.
Ein Blick in das Gästebuch und Reaktionen der Besucher in persönlichen Gesprächen ergaben viele positive Rückmeldungen. Einige Bucheinträge wendeten sich auch direkt an ehemalige oder aktuelle Trainer. Zum Beispiel wird Herrn Skiba ausdrücklich für sein Engagement im Sport gedankt, welches zahlreiche Sportler geprägt hat. Er selbst äußerte sich begeistert zu der Ausstellung und sieht seine sportliche Leidenschaft bei der derzeitigen Springergeneration gut fortgeführt.
Anfang August besuchte mit Helga Raschke eine persönliche Mitarbeiterin und Vertraute des 1984 verstorbenen Rudolf Hagelstanges die Stabhochsprungausstellung.
Natürlich galt das Interesse der Heidelbergerin besonders der Geschichtspräsentation, zumal sie im Vorfeld mit vielen Hinweisen und Kontakten die Recherche mitgestaltet hatte. Ihr ist es wichtig, das Wissen über das Werk Hagelstanges in all seinen Mosaiksteinen zu erhalten. 1994 hatte Frau Raschke selbst eine Ausstellung über die verschiedenen Fassetten des Schriftstellers in Nordhausen präsentiert. 2012 zeigte sie sich begeistert von der Qualität der Darstellung und den teilweise neu veröffentlichten Fakten und Fotos zur sportlichen Stabhochsprungkarriere Hagelstanges in den 30er Jahren.
Wie das sportliche Erbe des Schriftstellers und Dichters in Nordhausen weiterlebt, beeindruckte die Heidelbergerin. Es wäre für Rudolf Hagelstange eine sehr große Freude gewesen… schrieb Frau Raschke ins Gästebuch und für die Ausstellungsgestalter sind solche Rückmeldungen Bestätigungen und Ermutigungen für die weitere Trainingsarbeit.
Martin Räcke










