Fr, 09:00 Uhr
19.12.2003
Der letzte Vorhang
Nordhausen (nnz). Eine Schwarzlichtshow von symbolischer Bedeutung? Müssen die jungen Leute in der Zukunft wieder in die Röhre kucken? Vorher durften sie auf jeden Fall noch mal kräftig feiern. Warum und wo die letzte Party gefeiert wurde, das weiß nnz.
Gestern wurde in der Köllingstraße die erste und letzte Studio 44 Party gefeiert. Jugendliche von Theatergruppen aus Nordhausen und Bad Frankenhausen, das Jugendvariete sowie der Kinderzirkus Zappelini zeigten Ausschnitte aus den neuen Programmen. Außerdem gab es Improvisationstheater für alle zum Mitmachen. Vieles erinnerte an das frühere Konzept der "Schrillen Nacht".
Als Abschluß stand eine Schwarzlichtshow auf dem Programm. Sollte die symbolischen Charakter gehabt haben, schwarz sehen für die Zukunft?
Nachdem Volker Schubert als Vereinsvorsitzender mitteilte, daß den Theaterfreunden das Domizil gekündigt wurde, könnte man derartiges hineininterpretieren. Das Objekt in der Köllingstraße teilen die Theaterleute mit dem Verein neue ebenen. Beide werden sich vermutlich bis spätestens 31. März 2004 neue Räumlichkeiten suchen müssen. Der Verein neue ebenen hat die Räume gekündigt und wird seine Aktivitäten weiter in Richtung Landeshauptstadt verlagern. Aber auch in der hiesigen Region wolle man weiter aktiv bleiben, kündigte Stephan Masch gegenüber nnz an. Am 17. 12. erfuhr Volker Schubert von diesem "Weihnachtsgeschenk", über das er sich nicht freuen konnte.
Auch die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler sind enttäuscht. Ihre derzeitige "Faust" Produktion, die am 18. 02. 2004 Premiere hat, werden sie noch fertig stellen können. Danach geht es erstmal auf Suche nach einem neuen Objekt. Warum sich die Stadt und der Landkreis Nordhausen (als Vermieter) nicht über engagierte Projekte für junge Menschen freuen und sie besonders unterstützen, das konnten sich die Jugendlichen nicht erklären.
Gemeinsam was auf die Beine stellen und dabei Spaß haben kommt bei ihnen nämlich an. Ist auch besser als irgendwo rumhängen. Inzwischen interessieren sich rund 90 Kinder und Jugendliche für Theaterprojekte. Sie schreiben ihre Stücke zum Teil selbst und proben mit großem Eifer.
Nicht einmal im neuen Kulturkonzept der Stadt komme der Jugendtheaterverein vor, berichtet Volker Schubert. Auf seine Nachfrage meinte Dr. Cornelia Klose als Leiterin des Kulturamts, man habe sie einfach vergessen. Wo ist unser Platz in der Stadt Nordhausen? Fragen des Theaterpädagogen. Am Nordhäuser Stadttheater ist er, wie sie erfahren durften, nicht. Da die Schauspielsparte wegfällt, sei das auch nicht allzu sinnvoll, so Schubert. Das Fundament in Form gelungener Aufführungen, die junge Leute für Kultur interessiere fehle einfach. Die wenigsten Jugendlichen ließen sich für Ballett oder Opern begeistern.
Studio 44 hatte eine Menge vor, so zum Beispiel das Mobilo Festival gemeinsam mit dem Jugendsozialwerk. 70 Anmeldungen liegen bereits vor. Für einen in diesem Rahmen geplanten deutsch-polnischen Jugendaustausch stellt die Friedrich-Christian-Lesser Stiftung 4.000 Euro zur Verfügung.
Wenn das Festival läuft, vom 15. bis 17. April 2004, dann hat der Verein hoffentlich wieder ein neues Büro und auch Proberäume. Die Mitarbeiter möchten sich gerne mit dem Kulturamt und dem neuen Geschäftführer des Nordhäuser Theaters an einen Runden Tisch setzen. Eine engere Kooperation mit dem Theater wollen sie anstreben, aber zurück dorthin möchte der Verein eigentlich nicht. Sie seien von den professionellen Schauspielern immer belächelt worden, außerdem kann ein Verein viel leichter Spenden und Sponsoren auftreiben.
Studio 44 will keine Konkurrenz zum großen Theater sein, sondern eine Ergänzung, die sich vor allem an junges Publikum wendet, darüber hinaus auch sinnvolle Freizeitgestaltung und Talenteschmiede für Schauspieler, Artisten und Regisseure. Auf die kann Nordhausen vielleicht einmal stolz sein. Wer nicht glaubt, daß Theater für viele Jugendliche mehr ist als nur ein bißchen Spielerei, der sollte mal eine Probe besuchen. Auch Vertreter von Stadt und Landkreis dürfen sich überzeugen lassen. Dann braucht hier keiner schwarzsehen für Studio 44, oder?
Autor: wf
Gestern wurde in der Köllingstraße die erste und letzte Studio 44 Party gefeiert. Jugendliche von Theatergruppen aus Nordhausen und Bad Frankenhausen, das Jugendvariete sowie der Kinderzirkus Zappelini zeigten Ausschnitte aus den neuen Programmen. Außerdem gab es Improvisationstheater für alle zum Mitmachen. Vieles erinnerte an das frühere Konzept der "Schrillen Nacht". Als Abschluß stand eine Schwarzlichtshow auf dem Programm. Sollte die symbolischen Charakter gehabt haben, schwarz sehen für die Zukunft?
Nachdem Volker Schubert als Vereinsvorsitzender mitteilte, daß den Theaterfreunden das Domizil gekündigt wurde, könnte man derartiges hineininterpretieren. Das Objekt in der Köllingstraße teilen die Theaterleute mit dem Verein neue ebenen. Beide werden sich vermutlich bis spätestens 31. März 2004 neue Räumlichkeiten suchen müssen. Der Verein neue ebenen hat die Räume gekündigt und wird seine Aktivitäten weiter in Richtung Landeshauptstadt verlagern. Aber auch in der hiesigen Region wolle man weiter aktiv bleiben, kündigte Stephan Masch gegenüber nnz an. Am 17. 12. erfuhr Volker Schubert von diesem "Weihnachtsgeschenk", über das er sich nicht freuen konnte.
Auch die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler sind enttäuscht. Ihre derzeitige "Faust" Produktion, die am 18. 02. 2004 Premiere hat, werden sie noch fertig stellen können. Danach geht es erstmal auf Suche nach einem neuen Objekt. Warum sich die Stadt und der Landkreis Nordhausen (als Vermieter) nicht über engagierte Projekte für junge Menschen freuen und sie besonders unterstützen, das konnten sich die Jugendlichen nicht erklären.
Gemeinsam was auf die Beine stellen und dabei Spaß haben kommt bei ihnen nämlich an. Ist auch besser als irgendwo rumhängen. Inzwischen interessieren sich rund 90 Kinder und Jugendliche für Theaterprojekte. Sie schreiben ihre Stücke zum Teil selbst und proben mit großem Eifer.
Nicht einmal im neuen Kulturkonzept der Stadt komme der Jugendtheaterverein vor, berichtet Volker Schubert. Auf seine Nachfrage meinte Dr. Cornelia Klose als Leiterin des Kulturamts, man habe sie einfach vergessen. Wo ist unser Platz in der Stadt Nordhausen? Fragen des Theaterpädagogen. Am Nordhäuser Stadttheater ist er, wie sie erfahren durften, nicht. Da die Schauspielsparte wegfällt, sei das auch nicht allzu sinnvoll, so Schubert. Das Fundament in Form gelungener Aufführungen, die junge Leute für Kultur interessiere fehle einfach. Die wenigsten Jugendlichen ließen sich für Ballett oder Opern begeistern.Studio 44 hatte eine Menge vor, so zum Beispiel das Mobilo Festival gemeinsam mit dem Jugendsozialwerk. 70 Anmeldungen liegen bereits vor. Für einen in diesem Rahmen geplanten deutsch-polnischen Jugendaustausch stellt die Friedrich-Christian-Lesser Stiftung 4.000 Euro zur Verfügung.
Wenn das Festival läuft, vom 15. bis 17. April 2004, dann hat der Verein hoffentlich wieder ein neues Büro und auch Proberäume. Die Mitarbeiter möchten sich gerne mit dem Kulturamt und dem neuen Geschäftführer des Nordhäuser Theaters an einen Runden Tisch setzen. Eine engere Kooperation mit dem Theater wollen sie anstreben, aber zurück dorthin möchte der Verein eigentlich nicht. Sie seien von den professionellen Schauspielern immer belächelt worden, außerdem kann ein Verein viel leichter Spenden und Sponsoren auftreiben.
Studio 44 will keine Konkurrenz zum großen Theater sein, sondern eine Ergänzung, die sich vor allem an junges Publikum wendet, darüber hinaus auch sinnvolle Freizeitgestaltung und Talenteschmiede für Schauspieler, Artisten und Regisseure. Auf die kann Nordhausen vielleicht einmal stolz sein. Wer nicht glaubt, daß Theater für viele Jugendliche mehr ist als nur ein bißchen Spielerei, der sollte mal eine Probe besuchen. Auch Vertreter von Stadt und Landkreis dürfen sich überzeugen lassen. Dann braucht hier keiner schwarzsehen für Studio 44, oder?


