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Di, 19:14 Uhr
13.03.2001

nnz-Forum: Keine Müllverbrennung zulassen

Sehr geehrter Herr Sachse,

als Bürgerinitiative haben sich engagierte Bürger der Goldenen Aue und Nordhausens zusammengeschlossen, um gegen mögliche Umweltgefährdungen und Naturzerstörungen vorzugehen. Mit Interesse verfolgen wir nun die Diskussion um das neue Abfallbeseitigungsgesetzt und dessen Umsetzung.
Aus Veröffentlichungen und Informationen der Fachgremien haben wir erfahren, das der ZAN unter Ihrer Führung ein neues Entsorgungskonzept für den Nord-Thüringen-Raum erarbeitet. Dabei favorisieren Sie einseitig althergebrachte Varianten wie Müllverbrennung od. ev. auch mechanisch-biologische Lösungen. Nach unserem Kenntnisstand soll schon bald eine dieser Varianten Europaweit ausgeschrieben werden. Dagegen legen wir vehement Einspruch ein und fordern Sie auf, ohne eine öffentliche Legitimation von diesen Plänen vorerst abzusehen. Gründe, die gegen eine Müllverbrennung sprechen sind mannigfaltig. Müllverbrennung schließt Abfallvermeidung aus, ist gesundheitlich bedenklich und hat aufgrund hoher Investitions- und Betreiberkosten steigende Müllgebühren zur Folge. Bürger, die Abfall vermeiden und konsequent trennen, werden durch hohe fixe Kosten unverhältnismäßig belastet. Nordthüringen braucht für die Restmüllbehandlung Planungssicherheit. Biologisch-mechanische Verfahren haben jedoch nur eine Chance, wenn so behandelter Restabfall auch nach 2005 deponiert werden darf. Die technische Anleitung Siedlungsabfall wird einer Novellierung unterzogen und alternative Parameter müssen aufgenommen werden, die besser als der Glühverlust den in der Deponie zu erwartenden mikrobiellen Abbau des organischen Restmüll-Anteils beschreibt. So löblich das Bemühen der TA Si ist, eine "nachsorgefreie" Deponie als Norm festzuschreiben, so schädlich ist ihre politisch motivierte Verengung auf die Müllverbrennung.
Wir möchten Sie auffordern, uns, den betroffenen Bürgern, Ihr Konzept zur zukünftigen Abfallbeseitigung oder besser gesagt Verwertung vorzustellen. Hier bedarf es einer breiten, öffentlichen Diskussion, bei der es um zukünftige Kostenentwicklungen gehen muss, ebenso wie um die Tatsache, das "Müll" sich zu einem Wirtschaftsgut entwickelt hat um dessen Verwertung und der damit verbundenen, nachhaltigen Entwicklung von Strategien ein breiter Konsens innerhalb der Bevölkerung gefunden werden muss. Neue, innovative Möglichkeiten der Müllentsorgung, der Rohstoffnutzung und deren Aufarbeitung und Weiternutzung, dürfen nicht mit dem Argument vom Tisch gewischt werden, das es noch keine "wirtschaftlichen" Vergleichdaten und Studien gäbe. Sicherlich ist für den Bürger eine überschaubare Müllgebühr wünschenswert und auch geboten. Doch die Zukunft liegt nicht darin, genügend Müll zu haben, um Verbrennungsanlagen kostengünstig betreiben zu können, sondern darin, Müll soweit wie möglich zu vermeiden, bzw. so viel wie möglich wieder in den Wirtschaftkreislauf einzubringen. Dieses intelligent zu "managen" ist Ihre Aufgabe.
Wir fordern Sie auf, den Dialog mit den Bürgern aufzunehmen und eine öffentliche Diskussion und Information zu ermöglichen.

Mit freundlichen Grüssen

Bürgerinitiative "Rettung der Goldenen Aue"
i.A. Klaus-Dieter Korb
Autor: nnz

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