Leopoldina: Bioenergie schädlich
Auch wenn es Leute in allen Parteien, ja sogar bei den Grünen gibt: 20 Wissenschaftler der alterwürdigen Akademie Leopoldina in Halle warnen vor dem zunehmenden Einsatz von Bioenergie...
Laut einem Bericht bei focus-online hätten sie das Thema von allen Seiten abgeklopft und seien zu dem Schluss gekommen, "dass Bioenergie in Deutschland wohl auf absehbare Zeit, keinen nennenswerten Beitrag zur Energiewende leisten kann." Zudem warnen sie vor den ökologischen und sozialen Folgen, "wenn Nahrungsmittel verheizt werden".
Dazu schrieb ich bereits in früheren nnz-Beiträgen. Interessanterweise widersprechen die Ergebnisse der Nationalakademie den lobenden Worten des jüngst von Dr. Zeh beauftragten FH-Wissenschaftler (siehe nnz) zur für Nordhausen diskutierten Methangasanlage sehr auffällig. Aber wie ich bereits in einem früheren Kommentar dazu schrieb, ist dessen Meinung nicht verwunderlich: Denn eine FH kooperiert mit der Wirtschaft. Das ist natürlich begrüßens- und fördernswert. Aber wie der Vergleich der unterschiedlichen Aussagen des FH-Professors und der Leopoldina-Professoren zeigen: Auch eine auf die Wirtschaft durchaus angewiesene Fachhochschule sollte die Bioenergie im Sinne einer redlichen Wissenschaft allumfassend und nicht einseitig beurteilen.
Dr. Zeh und alle anderen Befürworter der Methananlage fordere ich auf, die Presseveröffentlichungen der Leopoldina zu studieren und SIE zur Grundlage künftiger Entscheidungen zu machen. Der Vorteil: Die berühmte Akademie der Naturforscher ist unabhängig von Wirtschaftskontakten. Als Nationalakademie mit zahlreichen Nobelpreisträgern als Mitglieder hat sie u.a. die Aufgabe, die Bundesregierung und damit die Politik zu beraten.
Die vollständige Publikation der Leopoldina-Forschungsergebnisse zur Bioenergie finden Sie, liebe nnz-Leser, hier als Download.
Bodo Schwarzberg
Autor: nnz
Kommentare
Flitzpiepe
27.07.2012, 08:02 Uhr
Dieses Dokument
sollten wir ausdrucken und an die Rathaustür nageln. So kann es jeder Stadtrat jeden Tag lesen und sollte bei gesundem Menschenverstand ein Umdenken bei den Befürwortern der Methangasanlage hervorrufen.
Die EVN und Prof. Wesselak können auch eine Kopie erhalten.
Wolfi65
27.07.2012, 08:38 Uhr
So ein Gezappel
An Stelle der Biomethangasanlage ein "Paar" Photovoltaik-Module installiert (keine aus China!) und vielleicht noch eine "Kleine" Windmühle, äh Windkraftanlage und schon ist dem guten Willen Genüge getan. Die Leute wollen die Biomethangasanlage an diesem Standort nicht und fertig. Wer auf des Volkes Willen nicht hört, der wird nicht lange im Amt bleiben.
dirfido
27.07.2012, 10:34 Uhr
DENKEN!! - Wenn nicht für uns, dann wenigstens für unsere KINDER!!
Jeder, der die letzte (am 17.07.2012) Stadtratssitzung aufmerksam verfolgt hat weiß: Die Anlage ist schon beschlossene SACHE – nur die Legitimation fehlt noch. – Zumindest drängt sich dieser Eindruck auf!
Das Projekt wird derart (auch argumentativ gegenüber den Stadträten) vorangetrieben, dass eine Umkehr kaum möglich scheint. Die Begründungen und Argrumente sind einsilbig und fadenscheinig, denn der lukrative Griff in den Topf der Subventionen – und das sind Einspeisevergütungen – scheint für alle Beteiligten zu verlockend.
Wer gegen Atomkraftwerke ist muss auch für eine Methanerzeugung aus Biomasse sein?!
Wir brauchen eine eigene Energiequelle ohne ausländische Einflussnahme (Soll wohl heißen ohne russische Beteiligung?) – Wie jetzt, haben wir wieder Angst dass die Russen kommen?!
Wir haben in Berlin die Energiewende beschlossen. 1989 hat in Berlin auch Jemand geglaubt dass sein Handeln und Denken der letzten 40 Jahre unumstößliches Faktum ist.
So kann man sich irren…. und die Menschen auf unserem August-Bebel-Platz haben nicht weiter auf die in Berlin gehört! Warum hinterfragen wir nicht die Entscheidungen und Parolen aus Berlin im Jahre 2012?
… Schon ALLES vergessen in der Demokratie?? Ungeachtet aller Vorbehalte der Anwohner und Fachleute (auch der Wissenschaftler der altehrwürdigen Akademie Leopoldina in Halle) wird weiter unverdrossen Lobbyarbeit geleistet – die Abstimmung im Stadtrat war eindeutig – und auch der letzte Zweifel wird beseitigt.
Wen es interessiert, wir haben in unserer Heimatstadt nicht allein mit dem Netzwerk Biogas zu kämpfen.
Hier ein sehr interessanter Link:
http://www.straussfurt-wehrt-sich.de
Es bleibt spannend und wenn nach Missernten das Brot teurer wird, so haben wir hoffentlich genug Biomasse für unsere Methananlage.
Soylent Green und Charlton Heston lassen grüßen! DENKEN!! - Wenn nicht für uns, dann wenigstens für unsere KINDER!
wachauf
27.07.2012, 11:08 Uhr
Genau lesen
liebe Mitleser, nehmt Euch bitte die Zeit und lest die Publikation!! (pdf am Ende zum Download). Nur so hat die Vernunft eine Chance.
dirfido
27.07.2012, 11:50 Uhr
Lecker?
In der Empfehlung heißt es:
Zitat:
Um den Verbrauch von fossilen Brennstoffen und die Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren,
sollte Deutschland nicht den
weiteren Ausbau von Bioenergie anstreben. Zu diesem Schluss
kommen die Autoren der Stellungnahme nach Abwägung aller
Argumente für und wider eine Nutzung von Biomasse als Energiequelle.
Eindeutiger kann eine Aussage nicht sein!
Aber was bewirken die Rufe in der Nacht und wo bleibt der Verstand wenn es ums Geld geht? Um sehr, sehr viel Geld!
Lecker?
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Jörch
01.08.2012, 08:37 Uhr
so ist es leider nicht.... wolfi
"An Stelle der Biomethangasanlage ein "Paar" Photovoltaik-Module installiert (keine aus China!) und vielleicht noch eine "Kleine" Windmühle, äh Windkraftanlage und schon ist dem guten Willen Genüge getan. Die Leute wollen die Biomethangasanlage an diesem Standort nicht und fertig. Wer auf des Volkes Willen nicht hört, der wird nicht lange im Amt bleiben.W
ob die biomethananlage kommt oder nicht sei jetzt mal dahingestellt.
ne windmühle oder ein solarkollektor wird leider nie grundlaststrom zur verfügung stellen, sondern maximal mittellast, wenn nicht sogar nur spitzenlast. und damit sind unsere netze bereits jetzt voll ausgelastet. und dass in der biomethananlage erzeugte biogas soll ja ins gasnetz eingespeist werden, damit zukünftig lastschwankungen im grundlastnetz mittels Gas und Dampf Kraftwerken besser ausgeglichen werden können. Vielleicht wird ja durch die EVN auch noch eine GuD anlage geplant und gebaut?
Wolfi65
01.08.2012, 12:53 Uhr
Mensch, Herr Jörch!
Das war doch nur ein Vorschlag.
Im Moment ist man in der Lage Strom von überall her und unabhängig von der Tageszeit in die Netze zu speisen und diesen zu verkaufen.
Für Spitzenlast-Zeiten haben wir noch Gas- und Kohlekraftwerke.
Da muß man nicht den Bürger in NDH-Oscht, so ein Fäkalien-Akkumulator vor die Näse setzen.
Das Teil in die Nähe der Fa.van Asten hingebaut und man könnte lange Anfahrtwege sparen.
Da draußen ist auch die Geruchsbelästigung zweitrangig.
Progoellheim
01.08.2012, 23:51 Uhr
"Bio"gas - Nein Danke!
Die Leopoldina Studie gibt der Vernunft und dem Verstand den erforderlichen Vorrang vor der Besitzstandswahrung der Lobbyisten. Die jüngsten Reaktionen der "Bio"gaslobbyisten verwundern nicht im Geringsten - sie waren leider vorhersehbar.
Es können noch so viele Studien, Gutachen, Stellungnahmen und Expertenmeinungen kontra "Bio"energie ("Bio"gas) vorliegen, der "Bio"gasrat oder die Agrargemien tun diese abqualifizieren und unsere Politiker folgen gehorsam. Zur Erinnerung: unsere Bundestagspoltiker haben einst dafür gesorgt, dass falsche Rahmenbedingeungen (Subventionierung, Förderung von NawaRo) gesetzt wurden und somit in den vergangenen Jahren einen "Mutanten" ("Bio"gaslobby) "herangezüchtet", welchen sie nun nicht mehr kontrollieren geschweige denn stoppen können.
Progoellheim (www.progoellheim.eu), protestiert gegen eine solche Fehlentwicklung! Macht endlich Schluss mit dieser Verschwendung von Nahrungsmittelrecourcen!
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