Mi, 11:54 Uhr
27.09.2000
Haidberg-Klinik kommt unter den Hammer - mehrere Bewerber
Sülzhayn (nnz). Anfang Oktober will der Ortschaftsrat von Sülzhayn die Bürger des idyllischen Kurortes über die Pläne zum Verkauf der ehemaligen Sanmeda-Klinik am Haidberg informieren. Weniger Tage danach kommt die leerstehende Klinik unter den Hammer - Zwangsversteigerung am Amtsgericht Nordhausen ist angesagt.
Wie Ortschaftsrat Michael Seifert im Gespräch mit der nnz sagte, gebe es mehrere potentielle Bewerber, die mit verträglichen und erträglichen Varianten das moderne Haus am Haidberg weiterführen würden. Doch unter den Bewerbern, die sich das Anwesen am Rande des Ortes ausgesucht haben, gehört auch die US-amerikanische Glenn-Mills-Stiftung. Sie habe einen Antrag auf Betriebserlaubnis gestellt. Schwerpunkt der Tätigkeit der Stiftung in Sülzhayn soll die Resozialisierung von straffällig gewordenen Jugendlichen sein. Bis zu 300 Jugendliche sollten dann im Kurort wohnen und leben.
Das ist für die Sülzhayner zuviel. Sie sehen, wie auch der Ortschaftsrat, die Kurortkonzeption stark gefährdet. Zudem habe der Ort nur einen vorrübergehenden Status als Kurort. Interesse am "Objekt der Begierde" bekundet auch die KMG-Klinik in Sülzhayn. KMG-Aufsichtsratsvorsitzender Peter-Michael Distel hatte eine Übernahme jüngst offiziell angesagt. Die Übernahme der Sanmeda-Klinik durch KMG wäre ein vernünftiges Rezept, sagte ein Abteilungsleiter Gesundheit im Thüringer Sozialministerium. Sollte der Zuschlag für die US-Stiftung fallen, dann werde die KMG allerdings ihre Konsequenzen ziehen und den Standort Sülzhayn aufgeben. Michael Seifert, der bei KMG als Betriebsrat fungiert, geht dann von einem Wegfall von 116 Arbeitsplätzen aus. Die Folgen wären für den Ort irreparabel, "förmlich alles würde auf der Strecke bleiben". Und gerade in den zurückliegenden Jahren seien nach Sülzhayn Fördermittel in Millionenhöhe geflossen, so zum Beispiel in den Kurpark, in die Sanierung von Straßen und in das Haus des Gastes.
Wer letztlich den Zuschlag bei der Zwangsversteigerung erhält, kann natürlich vorausgesagt werden: Der, der das meiste Geld in der Tasche hat. Und da sollen die "Amis" keine schlechten Karten haben. Was nicht automatisch auf eine Übernahme des Hauses und die Durchsetzung des "Resozialisierungsvorhabens" schließen lassen darf. Dafür, sozusagen für die Erteilung einer Betriebserlaubnis unter anderem das Landesjugendamt in Suhl zuständig.
Autor: psgWie Ortschaftsrat Michael Seifert im Gespräch mit der nnz sagte, gebe es mehrere potentielle Bewerber, die mit verträglichen und erträglichen Varianten das moderne Haus am Haidberg weiterführen würden. Doch unter den Bewerbern, die sich das Anwesen am Rande des Ortes ausgesucht haben, gehört auch die US-amerikanische Glenn-Mills-Stiftung. Sie habe einen Antrag auf Betriebserlaubnis gestellt. Schwerpunkt der Tätigkeit der Stiftung in Sülzhayn soll die Resozialisierung von straffällig gewordenen Jugendlichen sein. Bis zu 300 Jugendliche sollten dann im Kurort wohnen und leben.
Das ist für die Sülzhayner zuviel. Sie sehen, wie auch der Ortschaftsrat, die Kurortkonzeption stark gefährdet. Zudem habe der Ort nur einen vorrübergehenden Status als Kurort. Interesse am "Objekt der Begierde" bekundet auch die KMG-Klinik in Sülzhayn. KMG-Aufsichtsratsvorsitzender Peter-Michael Distel hatte eine Übernahme jüngst offiziell angesagt. Die Übernahme der Sanmeda-Klinik durch KMG wäre ein vernünftiges Rezept, sagte ein Abteilungsleiter Gesundheit im Thüringer Sozialministerium. Sollte der Zuschlag für die US-Stiftung fallen, dann werde die KMG allerdings ihre Konsequenzen ziehen und den Standort Sülzhayn aufgeben. Michael Seifert, der bei KMG als Betriebsrat fungiert, geht dann von einem Wegfall von 116 Arbeitsplätzen aus. Die Folgen wären für den Ort irreparabel, "förmlich alles würde auf der Strecke bleiben". Und gerade in den zurückliegenden Jahren seien nach Sülzhayn Fördermittel in Millionenhöhe geflossen, so zum Beispiel in den Kurpark, in die Sanierung von Straßen und in das Haus des Gastes.
Wer letztlich den Zuschlag bei der Zwangsversteigerung erhält, kann natürlich vorausgesagt werden: Der, der das meiste Geld in der Tasche hat. Und da sollen die "Amis" keine schlechten Karten haben. Was nicht automatisch auf eine Übernahme des Hauses und die Durchsetzung des "Resozialisierungsvorhabens" schließen lassen darf. Dafür, sozusagen für die Erteilung einer Betriebserlaubnis unter anderem das Landesjugendamt in Suhl zuständig.


