Sa, 13:14 Uhr
14.07.2012
nnz-Forum: Biogas mit Augenmaß
Solange sich die Biogasproduktion nicht den ökologischen und ethischen Realitäten stellt, sollte sie nicht stattfinden. Als BUND-Mitglied vertritt Bodo Schwarzberg in Übereinstimmung mit der Argumentation des BUND folgende Auffassung...
1.) Biogas sollte vorrangig aus Reststoffen, z.B. aus der Landschaftspflege und nicht aus dem derzeit praktizierten Maisanbau hergestellt werden. Letzterer erfordert den Einsatz von vielen Agrochemikalien und von Technik und sorgt für eine weitere Artenverarmung unserer Landschaft.
2.) Effiziente Verwendung des Biogases durch Kraft-Wärme-Kopplung mit lohnende Vergütung als Ziel. Es fehlt in diesem Zusammenhang an ökologisch sinnvollen Fruchtfolgen.
3.) Die Bundesregierung setzt auf Mehrfachverplanung der Äcker und in diesem Zusammenhang auf einen forcierten Export von Fleisch und Milch. Das wiederum forciert die Regenwaldzerstörung, weil in tropischen Ländern Futterpflanzen für dieses bei uns produzierte Fleisch angebaut werden. Damit macht sich Deutschland mitschuldig an den Rodungen.
Verwenden wir unsere Felder zudem verstärkt für den Anbau von Mais zur Biogasgewinnung, konterkariert dies die Nachhaltigkeitsziele der Regierung abermals. Der Mais kann dann ja nicht als Futter verwendet werden, dieses wird auf ehemaligen tropischen Regenwaldflächen gewonnen. Global entsteht eine katastrophale Ökobilanz. Aber nur ein globales ökologisches Denken und Handeln ist zeigemäß, wenn wir Biogas herstellen wollen.
Fazit: Solange wie diese Prinzipien nicht in die Tat umgesetzt werden, ist eine Methangasanlage in Nordhausen, auch auf Grund der mit ihr verbundenen Versiegelung und Förderung der weiteren Zersiedelung abzulehnen und der Energieeinsparung der Vorzug zu geben. Andererseits könnte eine Methananlage unter voller Berücksichtigung der oben genannten Inhalte eventuell zu einem repräsentativen, beispielhaften Projekt werden.
Da hierfür aber weithin noch keine funktionierenden Rahmen Bedingungen vorliegen, sind positive Auswirkungen einer solchen Anlage momentan nicht gegeben. Wie so oft aber werden übergreifende Sichtweisen seitens der Politik außen vor gelassen, wie die einseitige Argumentation von Dr. Zeh und der FH zeigen.
Landschaftspflege zum Artenschutz im Naturpark (z.B. auf den zahlreichen verbuschten Halbtrockenrasen)- daher viel Biomasseanfall-Nutzung in unserer Biogasanlage - Das wäre ein eventuell vertretbarer Ansatz.
Bodo Schwarzberg, BUND-Mitglied
Autor: nnz1.) Biogas sollte vorrangig aus Reststoffen, z.B. aus der Landschaftspflege und nicht aus dem derzeit praktizierten Maisanbau hergestellt werden. Letzterer erfordert den Einsatz von vielen Agrochemikalien und von Technik und sorgt für eine weitere Artenverarmung unserer Landschaft.
2.) Effiziente Verwendung des Biogases durch Kraft-Wärme-Kopplung mit lohnende Vergütung als Ziel. Es fehlt in diesem Zusammenhang an ökologisch sinnvollen Fruchtfolgen.
3.) Die Bundesregierung setzt auf Mehrfachverplanung der Äcker und in diesem Zusammenhang auf einen forcierten Export von Fleisch und Milch. Das wiederum forciert die Regenwaldzerstörung, weil in tropischen Ländern Futterpflanzen für dieses bei uns produzierte Fleisch angebaut werden. Damit macht sich Deutschland mitschuldig an den Rodungen.
Verwenden wir unsere Felder zudem verstärkt für den Anbau von Mais zur Biogasgewinnung, konterkariert dies die Nachhaltigkeitsziele der Regierung abermals. Der Mais kann dann ja nicht als Futter verwendet werden, dieses wird auf ehemaligen tropischen Regenwaldflächen gewonnen. Global entsteht eine katastrophale Ökobilanz. Aber nur ein globales ökologisches Denken und Handeln ist zeigemäß, wenn wir Biogas herstellen wollen.
Fazit: Solange wie diese Prinzipien nicht in die Tat umgesetzt werden, ist eine Methangasanlage in Nordhausen, auch auf Grund der mit ihr verbundenen Versiegelung und Förderung der weiteren Zersiedelung abzulehnen und der Energieeinsparung der Vorzug zu geben. Andererseits könnte eine Methananlage unter voller Berücksichtigung der oben genannten Inhalte eventuell zu einem repräsentativen, beispielhaften Projekt werden.
Da hierfür aber weithin noch keine funktionierenden Rahmen Bedingungen vorliegen, sind positive Auswirkungen einer solchen Anlage momentan nicht gegeben. Wie so oft aber werden übergreifende Sichtweisen seitens der Politik außen vor gelassen, wie die einseitige Argumentation von Dr. Zeh und der FH zeigen.
Landschaftspflege zum Artenschutz im Naturpark (z.B. auf den zahlreichen verbuschten Halbtrockenrasen)- daher viel Biomasseanfall-Nutzung in unserer Biogasanlage - Das wäre ein eventuell vertretbarer Ansatz.
Bodo Schwarzberg, BUND-Mitglied
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.

