eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Fr, 15:34 Uhr
13.07.2012

Der weiße Rabe

Am Vormittag hatten Schulklassen und Interessierte die Möglichkeit, einen der wenigen noch lebenden Zeitzeugen des KZ Auschwitz zu erleben. Carolin Otto drehte im Jahr 2008 eine beeindruckende Dokumentation über das Leben ihres Freundes Max Mannheimer...

Podiumsdiskussion (Foto: privat) Podiumsdiskussion (Foto: privat)

Sie lernte ihn durch einen Zufall als Studentin im Jahr 1988 kennen. Später entstanden insgesamt drei Filme gegen das Vergessen. Herr Mannheimer konnte erst in den 90er Jahren an die Stätte seiner Qualen zurückkehren und die Filmaufnahmen machen. Heute ist er 92 Jahre und widmet sich sehr engagiert der Aufarbeitung der NS-Verbrechen.

Er bezeichnet sich selbst im Film als "weißer Rabe", weil er die außergewöhnliche Fähigkeit hat, über das Erlebte ohne Hass, ja sogar mit einigem Witz und der Überzeugungskraft eines Dabeigewesenen zu berichten. Er beantwortete zahlreiche Fragen, die zum Teil sehr persönliche Dinge betrafen. Das Reden und die Malerei haben ihm geholfen, seine Geschichte zu verarbeiten und nicht als gebrochener Mann durchs Leben zu gehen.

Max Mannheimer entstammt einer jüdischen Familie aus Tschechien und überlebte gemeinsam mit seinem fünf Jahre jüngeren Bruder als einziger von acht Familienmitgliedern den Holocaust. Er lebt heute in München und widmet seine Zeit der Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung vor allem der jüngeren Generation.

Es ist gut zu wissen, dass die Vergangenheit bewahrt wird durch Menschen wie ihn, Frau Otto und die Aktiven vom Bündnis gegen Rechts, die in Nordhausen zwei interessante, gut besuchte Film-Veranstaltungen mit anschließender Gesprächsrunde organisierten.

Die Aufmerksamkeit der Zuschauer und die Anteilnahme am Erlebten der Zeit 1943 -45 beweisen ein ungebrochenes Interesse der Enkel und Urenkel an der deutschen Geschichte, deren Aufarbeitung einige gerne in einem anderen Licht sehen möchten. Filmprädikat: besonders wertvoll.
K. Greiner, Humboldtgymnasium Nordhausen
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)